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Lustig, Rudolf >>
Lustig, Leo
Eisenhändler,
* 23.6.1860 Gleiwitz,
† 1930 Berlin. (israelitisch, dann katholisch)
Genealogie
| Leben
| Auszeichnungen
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Salomon (1830–78), Getreidehändler in
G.,
S d. Weinhändlers Löbel (1782–1846) in
G. u. d. Rahel Ehrlich;
M Amalie Prager (
† 1909) aus Beuthen;
entfernter Verwandter Rudolf (s. 2); - ledig.
Leben ↑
Nach dem Besuch des Gymnasiums war
L. zunächst im Bankgewerbe tätig, ehe ihn Georg und Oscar Caro, die seine Begabung erkannten, 1893 zum Mitinhaber der Eisengroßhandlung M. I. Caro & Sohn in Breslau machten. Sie beauftragten
L., der oberschles. Eisenindustrie einen leistungsfähigen Großhandel an die Seite zu stellen. Dieser reorganisierte daraufhin den 1887 gegründeten „Schles. Händlerkonzern“, in dem fast alle Großhandelsfirmen in Mittel- und Ostdeutschland vertreten waren, die mit oberschles. Walzwerkserzeugnissen handelten, und übernahm dessen Leitung. Es gelang ihm zudem, auch die Produzenten in einer Verteilerorganisation zusammenzufassen. 1910 vereinigte
L. den Schles. Händlerkonzern mit der Ravené
AG, Berlin, zur Deutschen Eisenhandels
AG, Berlin, und trat selbst an die Spitze des so entstandenen größten deutschen Eisenhandelskonzerns. Zwei Jahrzehnte lang leitete er das Unternehmen erfolgreich trotz teilweise ungünstiger konjunktureller Bedingungen. 1930, kurz vor seinem Tode, trat er vom Amt des Generaldirektors zurück und übernahm den Vorsitz des Aufsichtsrats.
L. war maßgeblich beteiligt an der organisatorischen Zusammenfassung des deutschen Großhandels zu einer berufsständischen Organisation durch die Gründung des Reichsverbandes des Deutschen Groß- und Überseehandels, dessen Entwicklung er als Vizepräsident mitgestaltete. Außerdem war er Vorsitzender der Wirtschaftlichen Vereinigung der Eisenhändler Deutschlands, die er in der Internationalen Handelskammer vertrat.
L. war
u. a. Mitglied des Aufsichtsrats der Berliner Handelsgesellschaft und der Vereinigten Oberschlesischen Hüttenwerke
AG, Gleiwitz. Das Osteuropa-Institut an der
Univ. Breslau wurde von ihm wesentlich gefördert
|Auszeichnungen ↑
Dr. sc.
pol. h. c. (Breslau).
Literatur ↑
700 J. Gleiwitz (Oberschlesier-Treffen 1951 in Bottrop),
o. J., S. 22-28;
Gleiwitzer Heimat,
o. J., S. 63 f.;
S. Kaznelson (
Hrsg.), Juden im
dt. Kulturbereich,
31962, S. 764 f.;
Wenzel;
Rhdb. (P). -
Mitt. d. Leo Baeck Institute, New York, u. d. Schocken Library, Jerusalem.
Autor ↑
Konrad FuchsEmpfohlene Zitierweise ↑
Fuchs, Konrad, „Lustig, Leo“,
in: Neue Deutsche Biographie
15
(1987), S.
536 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd133571653.html