<< Lüppo-Cramer, Hinricus
Lürmann, Fritz Wilhelm >>
Lüpsen, Focko
evangelischer Publizist,
* 22.5.1898 Burweg Kreis Stade,
† 31.3.1977 Bethel bei Bielefeld.
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Menno (
* 1863), Pastor in Apensen,
Sup.,
S d. Drechslermeisters Focko in Detern;
M Henriette Müntinga;
⚭ Bethel 1923 Charlotte (
* 1900),
T d.
Johs. Kuhlo (
† 1941), Pastor, Organisator d.
ev. Posaunenchöre (s.
NDB 13), u. d. Elsa Siebold; 2
S (1
⚔).
Leben ↑
Nach dem Besuch des Humanist. Gymnasiums in Stade (Niedersachsen) und dem Militärdienst im 1. Weltkrieg seit 1917 studierte
L. seit 1919 Philosophie und Theologie in Marburg, Berlin und Göttingen. Mit der Dissertation „Die systematische Bedeutung des Problems der Selbstsetzung in Kants opus postumum“ wurde er 1923 in Marburg promoviert. Zu seinen Lehrern zählten neben Paul Natorp vor allem Rudolf Bultmann und Wilhelm Troeltsch. Die Befähigung als Pfarrer erlangte er durch Prüfungen 1920 und 1923 bei der
Ev.-Luth. Landeskirche Hannover. 1923 begann
L. seine publizistische Tätigkeit als Redakteur bei den „Flensburger Nachrichten“. Seit 1925 legte er den Grundstock für eine
ev. Publizistik, die sich als „Mittlerin zwischen Kirche und Welt“ versteht. Während der ersten
|Jahre war er Mitarbeiter von August Hinderer im
Ev. Presseverband. 1933 wirkte er vorübergehend als Pressebeauftragter des von der Bekennenden Kirche gewählten Reichsbischofs Fritz
v. Bodelschwingh. Im selben Jahr wurde er Chefredakteur des vom
Ev. Presseverband herausgegebenen
Ev. Pressedienstes (epd) und geriet in dieser Funktion bald in Konflikte mit der nationalsozialistischen Pressepolitik (Frick-Erlaß vom
Nov. 1934).
L. konnte seine Arbeit schließlich nur noch illegal fortsetzen, indem er für einen der Bekennenden Kirche nahestehenden Personenkreis einen internen Informationsdienst herausgab. 1940 wurde
L. zum Kriegsdienst einberufen, 1946 kehrte er aus
amerikan. Gefangenschaft zurück.
L., der nunmehr von Bethel bei Bielefeld aus mit dem Aufbau landeskirchlicher Pressearbeit und des
Ev. Presseverbandes für Westfalen die Voraussetzungen für ein bundesweites gesamtkirchliches publizistisches Engagement schuf, gehört zu den Gründungsvätern
Ev. Publizistik in ihrer heutigen Ausprägung. Aufgrund seiner Initiative entstanden eine erste Presse- und Rundfunkzentrale mit regionalen Publikationen, die, wie das
westfäl. Sonntagsblatt „Unsere Kirche“, zum Teil heute noch bestehen, und mit überregionalen Veröffentlichungen, wie dem wiederherausgegebenen
Ev. Pressedienst (epd) mit seinen Fachkorrespondenzen für verschiedene Medienbereiche.
L. gehörte darüber hinaus zu den Gründern des Zeitschriftenverleger-Vereins Nordrhein-Westfalen, setzte sich vor allem als Mitglied des Rechtsausschusses des Vereins Deutscher Zeitungsverleger für eine zeitgemäße Pressegesetzgebung ein und war 1962-74 Sprecher des Deutschen Presserats.
L.s verlegerische Arbeit ist verbunden mit dem Eckart-Verlag, während des
NS-Regimes Sammelpunkt prominenter systemkritischer Schriftsteller wie Rudolf Alexander Schröder, Reinhold Schneider, Jochen Klepper und Ina Seidel, mit dem von ihm 1947 gegründeten Luther-Verlag sowie mit Bibelgesellschaften, vor allem der Cansteinschen Bibelanstalt, an deren Wiederaufbau er beteiligt war. Sein persönliches publizistisches Schaffen war gekennzeichnet durch eine engagierte Offenheit für die ökumenische Bewegung. Seine Teilnahme an ökumenischen Weltkonferenzen seit 1925 findet in zahlreichen Veröffentlichungen zum Weg des Ökumenischen Rates der Kirchen ihren Niederschlag. – Gr. Bundesverdienstkreuz (1962), Jakob-Fugger-Medaille (1965),
Ehrenmitgl. d. Verbandes
Dt. Zeitungsverleger.
Werke ↑
Bildbände:
Palästina, Bilder e. Reise in d. Land d. Bibel, 1954;
Sehen wirst du d. Land, Unterwegs zu bibl. Stätten, 1973. -
Zu ökumen. Weltkonferenzen: Amsterdamer Dokumente, 1948;
Evanston-Dokumente, 1954;
Sao-Paulo-Dokumente, 1959;
Neu Delhi-Dokumente, 1962.
Literatur ↑
H. W. Heßler, in: epd Zentralausg.
v. 1.4.1977;
H.-A. Pflästerer, in:
Dt. Allg. Sonntagsbl.
v. 10.4.1977;
ZV + ZV,
Nr. 14-15, 1977
(P);
RGG3 (Mitarbeiterverz.);
Wi. 1973.
Autor ↑
Hans-Wolfgang HeßlerEmpfohlene Zitierweise ↑
Heßler, Hans-Wolfgang, „Lüpsen, Focko“,
in: Neue Deutsche Biographie
15
(1987), S.
472 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd128372052.html