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NDB-Artikel

<< Boyen, Hermann Ludwig Leopold Gottlieb von     Brabant >>

Boykow, Johann Maria

Ingenieur und Erfinder, * 1.2.1878 St. Wolfgang (Oberösterreich), 22.7.1935 Berlin. (katholisch)


GenealogieLebenWerkeLiteraturPortraitsAutorZitierweise

Genealogie  
V Johann, Gutsverwalter, S des Julius; M Emilie (1843–1920), T des Jakob Moravetz, Oberförster, und der Vinzenzia Thomann; Wien 1908 Blanche, T des Arthur von Martinitz, Fregattenkapitän; 1 S, 1 T.

Leben  
Von seinem 14. Lebensjahr ab besuchte Boykow die österreichische Marineakademie in Fiume. Als Fregattenleutnant nahm er den Abschied und wurde aus Begabung und Neigung Schauspieler, zuletzt an Volksbühne und Kleinem Theater in Berlin. 1912 trat er als Ingenieur in die Fabrik für nautische Geräte von Neufeld & Kuhnke in Kiel ein, stellte 1913 den sog. Nord-Drehfehler bei Kreiseln fest und erfand 1914 ein selbsttätiges Bombenabwurfgerät mit Zielvorrichtung für Flugzeuge. Zu Kriegsbeginn meldete er sich freiwillig zur österreichischen Marine und wurde 1915 zum Seefliegerkorps versetzt, bei dem er schwer abstürzte. Wieder gesundet, organisierte er die Bewaffnung von Flugzeugen, bis er als Korvettenkapitän seinen Abschied nahm. 1919 entwickelte er bei Goerz, Berlin, die Boykowsche Meßbildapparatur. 1923 schuf er den Sonnenkompaß, der es Amundsen ermöglichte, vom Nordpol nach Spitzbergen zurückzu|fliegen. Bahnbrechende Arbeiten auf dem Gebiet der Kreiseltechnik führten zur Gründung der Aerogeodetic, später Kreiselgeräte GmbH, die für die Marine wichtige kreiselgesteuerte Stabilisierungsgeräte, Flakleitstände usw. baute. Beim Heereswaffenamt, Versuchsanstalt Peenemünde., arbeitete Boykow mit Wernher v. Braun an den Problemen des Torpedorichtgeräts und des Raketenantriebs. 1925 erwarb er die deutsche Staatsangehörigkeit und gründete die Studiengesellschaft „Meßgeräte Boykow“ in Berlin-Zehlendorf. Hier entstand als genialste Leistung der „Autopilot“, der Flugzeuge befähigte, die gewünschte Flugrichtung automatisch zu stabilisieren. Seine vielen Patente wurden durch eine Generallizenz von Siemens & Halske ausgewertet.

Werke  
Zahlr. Reichspatente, darunter viele Geheimpatente (Dt. Patentamt in München); viele Veröff. in: Zs. d. Wiss. Ges. für Luftfahrt u. a. Fachzss.

Literatur  
Eine raffinierte Erfindung - Fliegen ohne Piloten, in: Automobil- u. Flugwelt, Jg. 27, 1929 (P); H. W., Der automat. Pilot, in: Reclams Universum, Jg. 46, 1930 (P); K. Krüger, in: Luftwiss., Jg. 2, 1935, Nr. 9; Nachruf in: Bildmessung u. Luftbildwesen, Jg. 11, 1936, H. 1; Der Kreisel, Jg. 1, 1941, Nr. 1 (P).

Portraits  
Büste auf d. Werkgelände v. Kreiselgeräte GmbH, Berlin-Zehlendorf; Zeichmung v. H. Bastanier, 1930 (im Bes. v. Frau Blanche B., Bad Wiessee/Obb.).

Autor  
Peter Supf
Empfohlene Zitierweise  

Supf, Peter, „Boykow, Johann Maria“, in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 498 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd135553768.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 2 (1955), S. 498 f.

PND: 135553768
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Index

Boykow, Johann

Name: Boykow, Johann
Namensvariante: Boykow, Johann Maria
Lebensdaten: 1878 bis 1935
Geburtsort: St.Sankt Wolfgang (Oberösterreich)
Sterbeort: Berlin
Beruf/Lebensstellung: Erfinder; Ingenieur; Schauspieler
Konfession: katholisch
Autor NDB: Supf, Peter
PND: 135553768

Weitere Informationen

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Boykow, Johann

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135553768

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