<< Bossi, Giuseppe Antonio
Bostel, Lukas von >>
Bossi, Materno
* 14.9.1739 Porto Ceresio/Luganersee,
† 28.8.1802 Würzburg. (katholisch)
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
Ov Antonio s. (1);
B Ludovico (tätig im Stuttgarter Schloß und in Würzburg) und Augustin (Mitarbeiter vor allem in Ebrach), weniger bedeutende Stukkatoren;
⚭ 1771 Josepha,
T des Hofkonditors Amadey.
Leben ↑
Bossi war Schüler seines Oheims Antonio. Nach der Lehre ging er vermutlich nach Bayreuth und war in Stuttgart in der Residenz in Monrepos (1703/64) tätig. Ab 1767 wurde er mit sämtlichen Stuckarbeiten der Residenz Würzburg beauftragt. Er wurde 1709 Hofstukkator und damit das Haupt der klassizistischen Stukkatoronwerkstatt der Residenz. Erst 1793 erwarb er das Bürgerrecht.
Bossi war in Würzburg Erbe seines Oheims, Fortsetzer seines Werkes und Vollender der Residenzdekorationen. Diese sind seine besten Arbeiten. Daneben war er ein gesuchter Meister von Kirchenausstattungen. Seine Dekorationskunst läßt drei Stufen der Entwicklung erkennen (Richard Müller), beginnend mit dem Übergangsstil vom Rokoko zum Klassizismus, einen reichen und schließlich einen strengen Klassizismus. Der frühen Stufe gehören als bekannteste Dekorationen in der Residenz das Teezimmer (1767) und das grünlackierte Zimmer (1769) an; ferner die Kanzel der Hofkirche (1774) und die Ausstattung der Kirche in Fuchsstadt (Unterfranken) (1766 ff.). Im zweiten Abschnitt entstanden als Wichtigstes die Ingelheimer Zimmer der Residenz (1776 ff.) und drei große Kirchenausstattungen, von denen die Umgestaltung der Abteikirche von Ebrach (1774–84), sein Hauptwerk, von den Zeitgenossen am meisten gerühmt wurde, die Kirche in Triefenstein (1785 ff.) und
St. Stephan in Würzburg (1788 ff.). Aus der letzten Stilphase seien genannt die Vollendung der Innenausstattung des Gesandtenbaus in Würzburg (1794), die Dekoration der Kirche des Juliusspitals (1789 ff.), die Kanzel der Schloßkirche in Werneck (um 1790), die Ausstattung der Kirche in Kirchheim (Unterfranken) (1790–96) und in Würzburg sowie die Chorstuckierung der Michaelskirche (1790–98).
Literatur ↑
Reinhard Müller, M.
B.,
Diss. Würzburg 1920
(ungedr.);
R. Sedlmaier-R. Pfister, Die
fürstbischöfl. Residenz zu Würzburg, 1923, S. 93 ff.;
W. Boll, Die Schönbornkapelle am Würzburger Dom, 1925;
A. Feulner, Skulptur u. Malerei d. 18.
Jh. in
Dtld., 1929, S. 102 f.;
H. Sauren, A. G.
B., ein
fränk. Stukkator,
Diss. Würzburg 1932
(ungedr.);
Jb. d.
preuß. Kunstslgg. 58, 1937, S. 208 f.;
P. Clemen,
Ges. Aufsätze, 1948;
R. E. Kuhn, Würzburger Madonnen d. Barock u. Rokoko, 1949, S. 131 ff.,
Abb. 40-45;
H. Kreisel,
Dt. Spiegelkabinette, 1953;
ThB.
Autor ↑
Ursula RöhligEmpfohlene Zitierweise ↑
Röhlig, Ursula, „Bossi, Materno“,
in: Neue Deutsche Biographie
2
(1955), S.
486
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd119533421.html
Bossi, Materno
Name: Bossi, Materno
Lebensdaten: 1739 bis 1802
Geburtsort: Porto Ceresio/Luganersee
Sterbeort: Würzburg
Beruf/Lebensstellung: Stukkateur
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Röhlig, UrsulaPND: 119533421