<< Boßdorf, Hermann
Bossert, Gustav >>
Bosse, Julius Robert
Staatsmann,
* 12.7.1832 Quedlinburg,
† 31.7.1901 Berlin. (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Johann Christoph Julius (1787–1859), Brennereibesitzer, aus Altquedlinburger Handwerker- und Kaufmannsfamilie (geschieden 1835, in 2. Ehe 1838 verheiratet mit
Joh. Friedr. Wilhelmine,
T des Strumpfwarenfabrikanten Johann Eberhard Fritsch in Halle);
M Dor. Luise
Aug. Karol.,
T des Ratsherrn und Herrenhauspächters Georg Sachse in Gernrode;
⚭ Quedlinburg 1861 Alwine (1835–1909),
T des Amtmanns und Gutsbesitzers August Lindenbein und der
Jul. Garke; 7
K,
u. a. Christoph (1863–1950), Kurator der Universität Greifswald, Kunsthistoriker und Genealoge, Friedrich (1864–1931), Professor der Theologie in Kiel und Greifswald, dann Bibliothekar in Marburg, Posen und Berlin.
Leben ↑
Nach dem Studium der Rechts- und Staatswissenschaften in Heidelberg, Halle und Berlin trat Bosse 1858 als Gerichtsassessor in den preußischen Staatsdienst ein. 1861 übernahm er die Stelle eines Kammerdirektors im Dienste des Grafen zu Stolberg-Roßla, die er 1868 aufgab, um in den preußischen Staatsdienst zurückzukehren. Sein Weg in die höhere Verwaltung führte ihn - darin ist sein Lebenslauf bezeichnend für seine Generation - zunächst in die Verwaltung einer neu erworbenen Provinz. Er wurde 1868 Amtshauptmann in Uchte in Hannover, 1870 Konsistorialrat und 1872 Oberpräsidialrat in Hannover, zugleich Justitiar des Provinzialschulkollegiums. Nach Bewährung in der hannoverischen Verwaltung erhielt Bosse 1876 eine Berufung nach Berlin, wo er bis 1881 die Stellung eines Vortragenden Rates im preußischen Kultus- und Staatsministerium hatte. Nachdem er als Unterstaatssekretär die wirtschaftliche Abteilung im Reichsamt des Innern geleitet hatte und besonders an der sozialpolitischen Gesetzgebung (Arbeiterversicherungsgesetze) beteiligt war, stand Bosse seit dem Januar 1891 als Staatssekretär des Reichsjustizamtes der Kommission für die Bearbeitung des Entwurfs eines Bürgerlichen Gesetzbuches für das Deutsche Reich vor. Seine Verwaltungslaufbahn fand ihren Höhepunkt und Abschluß in der Übernahme des preußischen Unterrichts- und Kultusministeriums, das er vom 23.3.1892 bis 4.9.1899 leitete.
Werke ↑
Grundzüge konservativer Politik, 1868
(anonym); Die Vorbildung
z. höheren Verwaltungsdienst in d.
dt. Staaten,
Österr. u. Frankreich, in:
Schrr. d.
Ver. f. Sozialpolitik,
Bd. 34, 1887; Aus d. Jugendzeit, Erinnerungen, 1904.
Literatur ↑
BJ VI, Anhang S. 15.
Portraits ↑
Standbild
v. G. Jaensch in Schreiberhau; Marmorbüste
v. E. Herter im
preuß. Kultusministerium; Reliefplakette am Geburtshaus.
Autor ↑
Walter BußmannEmpfohlene Zitierweise ↑
Bußmann, Walter, „Bosse, Julius Robert“,
in: Neue Deutsche Biographie
2
(1955), S.
484
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116266929.html
Bosse, Robert
Name: Bosse, Robert
Namensvariante: Bosse, Julius Robert
Lebensdaten: 1832 bis 1901
Geburtsort: Quedlinburg
Sterbeort: Berlin
Beruf/Lebensstellung: Konsistorialrat; Oberpräsidialrat; Staatssekretär
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Bußmann, WalterPND: 116266929