<< Löser, von.
Löslein, Peter >>
Löser, Hans Graf von(Reichsgraf 1745)
Mechanikus, sächsischer Minister
* 17.4.1704 Dresden,
† 16.7.1763 Reinharz bei Wittenberg. (lutherisch)
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Heinrich
v. L. (1605-1705), auf Klöden, Reinharz u. Meuro, Steuereinnehmer d. Kurkreises u. Hofgerichtsassessor zu
W.,
S d. Kurt (s.
Einl.) u. d. Margarethe Sibylle
v. Einsiedel;
M Joh. Charlotte (
† 1726),
T d. Geisler
v. Dieskau (1654–1718), auf Zscheplin,
kursächs. GR, u. d.
Joh. Magdalene Vitzthum
v. Eckstädt;
⚭ 1730 Karoline (1712–76),
T d.
hess. Gen.-Lt. Carl
Frhr. v. Boyneburg (1669–1738) u. d. Anna
v. Wildenstein; 6
S, 9
T ,
u. a. Christian Friedrich (1738–83),
kursächs. WGR u. Obersteuereinnehmer, Carl August (
* 1748),
kursächs. GR u. Obersteuereinnehmer,
Joh. Mariana Friederica (
⚭ Friedrich Christoph
Gf. zu Solms-Wildenfels, 1712–92,
kursächs. Gen. u. Kommandant d. Festung Königstein), Amalia (
⚭ 1767
Joh. Adolf
Gf. v. Loß, 1731–1811,
kursächs. Min., s.
ADB 19).
Leben ↑
L. wurde auf Schloß Reinharz von seiner Mutter erzogen und studierte 1717-19 in Wittenberg Jura und Naturwissenschaften. Anschließend bereiste er die Niederlande, Frankreich und England, von wo er 1721 heimkehrte. August der Starke ernannte ihn 1723 zum Kammerjunker, 1728 zum Kammerherrn. Das Erbmarschallamt übte
L. erstmals auf dem am 3.6.1742 eröffneten Landtag aus; zwei Monate später wurde er zum
Geh. Rat ernannt. Im
Okt. 1760 erfolgte seine Berufung zum Konferenzminister. Die politische Tätigkeit, zu der
L. wenig Neigung verspürte, stand vollkommen im Schatten des allmächtigen Premierministers Heinrich
Gf. v. Brühl.
L., der in Reinharz und Dresden eine großartige Hofhaltung führte, war besonders an den Fortschritten der Naturwissenschaften wie der Medizin interessiert. Neben einer stattlichen Bibliothek unterhielt er in Reinharz eine bedeutende mechanisch-optische Werkstätte. Hier beschäftigte er unter anderen als Mechaniker
Joh. Daniel Gärtner und
Joh. Siegmund Merklein, ferner den Uhrmacher
Joh. Andreas Lehmann sowie
Joh. Gottfried Zimmer (Major und Hof- und Artillerie-Mechanikus). Aus der Werkstatt gingen Sonnenuhren, Spiegelfernrohre, Wegmesser und Schrittzähler sowie erstmals mit Räderübersetzung versehene Metallthermometer (Pyrometer) hervor. Das 1766 erschienene Verzeichnis der auf Reinharz befindlichen Instrumente umfaßt 50 optische, 22 mathematische, 66 zur allgemeinen Physik und Ökonomie zählende und 30 anatomische Stücke. Von
L.s Sachkenntnis zeugen zahlreiche eigene Erfindungen und Verbesserungen. Beeindruckend ist auch die künstlerische Gestaltung vieler Geräte seiner Sammlung, die 1768 für den Mathematisch-Physikalischen Salon in Dresden erworben wurde.
L. stand in engem Kontakt zur Familie von Heinrich
Gf. v. Brühl und zu Ch. F. Geliert in Leipzig, der oft Gast in Reinharz war.
Literatur ↑
A. G. Kästner, Vollst. Lehrbegriff d. Optik …, 1755;
Kurze
Lebensgesch. d. jüngst verst. …
Reichsgf. v. L., in;
Fortges.
Sächs. Curiositäten-Cabinet a.
d. J. 1763, 1773, S. 242-46;
J. D. Titius, Thermometri metallici ab inventione Comitis Loeser, 1765;
M. Engelmann, Die Wegmesser d.
Kf. August
v. Sachsen, in:
Mitt. aus d.
Sächs. Kunstslgg. 6, 1915, S. 11-43;
F. M. Feldhaus, C. Bamberg, Ein Rückblick … aus d. Feinmechanik, 1929;
Führer durch d.
Staatl. Slgg. zu Dresden, 1932, S. 133-46;
R. Kötzschke u. H. Kretzschmar,
Sächs. Gesch. II, 1935;
Veröff. d.
Staatl. Math.-Physikal. Salons Dresden-Zwinger I, 1900;
E. Zinner, Astronom. Instrumente d. 11. bis 18.
Jh.,
21967/72;
Pogg. I. -
Eigene Archivstud.
Autor ↑
Walther Fischer Empfohlene Zitierweise ↑
Fischer, Walther, „Löser, Hans Graf von“,
in: Neue Deutsche Biographie
15
(1987), S.
66
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd137852940.html
Löser, Hans Graf von
Name: Löser, Hans Graf von
Namensvariante: Loeser, Hans Graf von
Lebensdaten: 1704 bis 1763
Geburtsort: Dresden
Sterbeort: Reinharz bei Wittenberg
Beruf/Lebensstellung: sächsischer Minister; Mechanikus
Konfession: lutherisch
Autor NDB:
Fischer, WaltherPND: 137852940