<< Borlach, Johann Gottfried
Bormann, Karl Wilhelm von >>
Bormann, Eugen
Epigraphiker und Althistoriker,
* 6.10.1842 Hilchenbach (Westfalen),
† 4.3.1917 Klosterneuburg bei Wien. (lutherisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Ludwig, Justizrat;
M Amalie Ohler;
⚭ 1) 1877 Anna Koch, geborene Frommann, 2) 1881 Auguste Rohrdantz; 2
S, 5
T.
Leben ↑
Bormann besuchte Schulpforta. Seine Universitätslehrer waren
u. a. in Bonn Otto Jahn und Friedrich Ritschl, in Berlin August Boeckh, Eduard Gerhard und vor allem Theodor Mommsen, der ihn zur lateinischen Epigraphik geführt hat. Als Mitarbeiter am C(orpus) I(nscriptionum) L(atinarum) verbrachte er mehrere Studienjahre in Italien. 1870 zur Kriegsdienstleistung einberufen und schwer verwundet, kam Bormann 1871 als Lehrer der klassischen Sprachen an das Gymnasium zum Grauen Kloster in Berlin, 1881 als Professor der Alten Geschichte an die Universität Marburg und 1885 nach Wien. Es ist sein Verdienst, das von O. Hirschfeld und Alexander Conze 1876 gegründete Archäologisch-epigraphische Seminar zu einer international angesehenen hohen Schule der lateinischen Epigraphik gemacht zu haben. Ihr ist fast seine ganze Publikationstätigkeit gewidmet, vor allem dem inschriftlichen Material aus Italien und vom römischen Limes in Österreich (Carnuntum, Lauriacum). Seine Arbeiten zeichnen sich durch eine bis zu den letzten Feinheiten vervollkommnete Editionstechnik und meisterhafte, auf exaktestem historisch-antiquarischen Wissen basierende Ergänzung und Erklärung epigraphischer Texte aus. Mustergültig sind die historisch-topographischen Einleitungen zu den einzelnen Abschnitten in dem von ihm bearbeiteten Band XI des CIL. - Bormann war Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Wien (und ihrer Limeskommission) und in Berlin sowie einer Reihe ausländischer Akademien. Band 24, 1902, der Wiener Studien wurde ihm als Festschrift zum 60.Geburtstag gewidmet.
Werke ↑
CIL VI (Inscr. urbis Romae Lat.), T. 1-3, 1876 bis 1886 (mit W. Henzen u. Ch. Huelsen); CIL XI (Inscr. Aemiliae Etruriae Umbriae
lat.), T. 1, 1888, 2/1, 1901, 2/2, 1926 (aus
B.s Nachlaß); Inscr. Graecae XIV (Inscr. Gr. Italiae et Siciliae),
hrsg. v. G. Kaibel, 1890, S. 79-116 (Tauromenium); viele andere
Arbb. in:
Archäol.-epigr.
Mitt. aus
Österr.-Ungarn 10-20, Wien 1886–97; Jahreshh. d.
Österr. Archäol. Inst. 1-9, ebenda 1898-1906; Der
röm. Limes in
Österr. 1-12, ebenda 1900-14.
Literatur ↑
DBJ II (Totenliste 1917,
L);
G. Freytag, in: Der Kronprinz u. die
dt. Kaiserkrone,
41889, S. 63-65;
S. Frankfurter, E.
B., in:
Mitt. d. geogr.
Ges. in Wien 60, 1917, S. 409-13;
W. Kubitschek, E.
B., in:
Alm. d.
Ak. d. Wiss. Wien 57, 1917, S. 454-66
(P);
ders., E.
B., in: Rektoratsber. (Wien)
üb. d. Studienj. 1916/17, S. 51-59
(vollst. W-Verz.);
E. Grünwald, Zu E.
B.s Gedächtnis, in: Das humanist. Gymnasium, 1918, S. 24-27;
St. Brassloff, E.
B., in:
Zs. f. d.
österr. Gymnasien 69, Wien 1919/20, S. 248-56.
Portraits ↑
Radierung
v. L. Michalek
z. B.s 70. Geburtstag (
Archäol.-epigr. Seminar d.
Univ. Wien).
Autor ↑
Artur BetzEmpfohlene Zitierweise ↑
Betz, Artur, „Bormann, Eugen“,
in: Neue Deutsche Biographie
2
(1955), S.
465
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116253215.html
Bormann, Eugen
Name: Bormann, Eugen
Lebensdaten: 1842 bis 1917
Geburtsort: Hilchenbach (Westfalen)
Sterbeort: Klosterneuburg bei Wien
Beruf/Lebensstellung: Epigraphiker; Althistoriker
Konfession: lutherisch
Autor NDB:
Betz, ArturPND: 116253215