<< Götzen, Gustav Adolf Graf von
Goetze, Friedrich Wilhelm >>
Götzen, Friedrich Wilhelm Graf (preußischer Graf 1794) von|
preußischer General,
* 20.1.1767 Potsdam,
† 29.2.1820 Kudowa (Schlesien). (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Frdr. Wilh. v.
G. (1734-94),
preuß. Gen.-Lt.,
Gen.-
Adj. Friedrichs
d. Gr. (s.
Priesdorff II, S. 168 f.),
S d. Landrats Karl
Ludw., auf Grünthal
usw. (
Ur-Groß-N d. Sigisraund, s. 1), u. d. Charl. Juliane
v. Sydow;
M
Luise (1729–83),
Wwe d.
Frdr. Aug. Wilh. Gf. v. Mellin,
T d.
Heinr. Chrstn. v. Holwede (1681–1739),
preuß. Oberküchenmeister u. Hofmarschall, u. d.
Kath. Luise
v. König;
Schw Luise (– Anton
Gf. v. Magnis); ledig;
N Joachim
Gf. v. Pfeil u.
Klein-Ellguth (1857–1924), Afrikaforscher;
Groß-N Adolf
Gf. v. Götzen (s. 2).
Leben ↑
1782 als Junker in das Leib-Karabinier-Regiment eingestellt, 1784 zum Leutnant, 1798 zum Rittmeister und 1801 zum Stabsoffizier aufgerückt, wurde Götzen 1804 Flügeladjutant des Königs. Da er, von hoher geistiger Beweglichkeit, militärischen Weitblick mit einer seltenen diplomatischen Fähigkeit verband, betraute ihn der König in dem entscheidungsvollen Jahr 1805 mit einer politischen Sondermission an den kursächsischen Hof nach Dresden, wo er, seine Fühler bis nach Wien ausstreckend, mit Friedrich von Gentz zusammentraf, der ihn in seinem Widerstandswillen gegen Napoleon bestärkte. Mit dem Auftrag vom 21.11.1806, die Verteidigung Schlesiens im Rücken des napoleonischen Heeres ins Werk zu setzen, trat seine eigentliche geschichtliche Aufgabe an ihn heran. Seit Ende März 1807 Generalgouverneur von Schlesien, hat Götzen, gestützt auf die zu einem Bollwerk ausgebaute Festung Glatz und die starken Gebirgsstellungen hinter dem Festungsgürtel Silberberg, Neiße und Kosel, den Rheinbundtruppen, von denen die Bayern und Württemberger die Hauptlast des Kampfes trugen, hartnäckigen Widerstand entgegengesetzt. Der altpreußische Offizier, der bereits vor 1806 mit Scharnhorst in der „Militärischen Gesellschaft“ in engste Berührung gekommen war, wurde Ende 1807 in die Militärreorganisationskommission berufen, wo er an die Stelle des Reformgegners Ludwig von Borstell trat. Die gleichzeitige Bewährung als Topograph – von ihm stammt eine topographische Beschreibung von Ansbach-Bayreuth, die einen hohen Rang einnimmt –, militärischer Organisator, Truppenführer, Verwaltungsfachmann und Diplomat kennzeichnet die Weite und Größe seiner Wirksamkeit. Das Schwergewicht der Leistung Götzens, der aus der Geschichte der deutschen Erhebung nicht wegzudenken ist, liegt jedoch in der militärischen Reorganisation Schlesiens, die er nach seiner Rückkehr im August 1808 von Glatz aus, von Stein und Scharnhorst wirksam unterstützt, von neuem, diesmal mit dem Ziel einer kriegerischen Auseinandersetzung an der Seite Österreichs, energisch betrieb.
Literatur ↑
ADB IX;
E.
v. Höpfner, Der Krieg
v. 1806 u. 1807, 4
Bde., 1850 f.;
H.
v. Wiese u. Kaiserswaldau, F. W.
Gf. v. G., Schlesiens Held 1806–07, 1902;
M. Leyh, Die Feldzüge d.
Kgl. Bayer. Heeres unter Max I. Joseph
v. 1805–15, =
Gesch. d.
Bayer. Heeres,
hrsg. v. Bayer. Kriegsarchiv, 6.
Bd., 2. T., 1935;
H. Kraft, Die Württemberger in den Napoleon. Kriegen, 1953;
Priesdorff III, S. 356-62
(P);
Banniza II.
Autor ↑
Heinz KraftEmpfohlene Zitierweise ↑
Kraft, Heinz, „Götzen, Friedrich Wilhelm Graf von“,
in: Neue Deutsche Biographie
6
(1964), S.
594
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118717952.html
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Götzen, Friedrich
Leben
| Autor
| Literatur
| Zitierweise
Leben ↑
Götzen: Friedrich Graf v.
G., geb. 1767 zu Potsdam, † am 29. Febr. 1820 zu Cudowa, als preußischer Generallieutenant a. D., Ritter des Ordens pour le mérite etc. Sein Vater, in und nach dem 7jährigen Kriege Flügeladjutant Friedrichs d. Gr., 1771 von ihm beschenkt mit der Herrschaft Scharfeneck im Glatzischen, † am 15. März 1794, 59jährig; Generallieutenant, Gouverneur von Glatz etc. — Der Sohn, Graf infolge Cabinetsordre vom 3. Mai 1794, war 1798 Stabsrittmeister im Husaren-Bataillon v. Bila; sodann nach dreijährigem Dienst im Generalstabe zum Major ernannt, wurde er ebenfalls königl. Flügeladjutant (1804). Als solcher erhielt
G. 1805 eine Specialmission an den sächsischen Hof und 1806, d. d. Osterode 21. Novbr., "in vollem Vertrauen auf Eure rühmlichen Eigenschaften" von seinem Monarchen den Befehl, dem zum Generalgouverneur von Schlesien ernannten Oberst Fürst von Anhalt-Pleß "nach allen Kräften zu assistiren". In Götzen's "offener Ordre", zur Beglaubigung seiner Vollmacht bei allen schlesischen Civil- und Militär-Behörden, heißt es: "Es ist militärische Energie nothwendig, um selbst das Unmögliche zu leisten." — Ende März 1807 erfolgte Götzen's Ernennung zum
|schlesischen Generalgouverneur, an Stelle des zum Heere zurückberufenen Fürsten von Pleß. Höpfner, im 4. Band seines Buches "1806 und 1807", läßt uns zwischen den Zeilen lesen, daß die Wahl des Fürsten Pleß für jenen schwierigen schlesischen Posten eine ganz irrige; dagegen hebt er eingehend als hochrühmlich hervor, was
G. seit dem 30. Nov. 1806 in und für Schlesien geleistet und angestrebt (Februar und März persönlich in Wien), trotz französischer Spürbeflissenheit, polnischer Untreue, unhinlänglicher Streitmittel und eigener Hinfälligkeit. Einen das Napoleon'sche Heer im Rücken ernstlich bedrohenden Widerstand hätte
G. nur dann vollführen können, wenn preußische oder russische Streitkräfte, mit der Oder-Operationsbasis, unterstützend mitwirkten. (Vgl. F. A. L. v. d. Marwitz, Lebensbeschreibung, Berlin 1852; S. 212.) Aber sein Standhaftigkeitssinn und seine Vaterlandsliebe bewährten sich vollauf, als über den ganzen preußischen Staat jenes furchtbare "Kriegsgericht" abgehalten wurde. Die bekannte Armee-Reorganisations-Commission zählte 1808 auch
G. zu ihren Mitgliedern. Im Juli d. J. wurde er jedoch wieder nach Schlesien entsendet, zunächst als Adlatus des Generals v. Grawert. Unermüdbar bei sehr umfangreicher Thätigkeit, wußte
G. den Truppen und der Bevölkerung das Selbstvertrauen zu fördern. Der König zeichnete ihn dafür aus durch Ernennung zum Chef des neuerrichteten 6. Husarenregiments (2. schlesischen, seit 1875 "Alexis Alexandrowitsch Großfürst von Rußland"). Andauernder Krankheit halber konnte
G. nicht theilnehmen am Feldzug 1813. Er trat im Laufe des Jahres aus seinem schlesischen Generalgouverneurs-Posten in den wohlverdienten Ruhestand. Zu Cudowa ruhen seine Gebeine.
Literatur ↑
Gesch. des 2. schles. Husaren-Regiments., Berlin 1860, S. 8 u. 23. — Götzen's Antheil an der Befreiung von 10,200 preuß. Kriegsgefangenen durch Lieutenant v. Hellwig mit 50 Husaren, den 17. Octbr. 1806, ibid. S. 166, und "Husarenbuch", Potsdam 1863, S. 541.
Autor ↑
Graf Lippe.Empfohlene Zitierweise ↑
Lippe, E. Graf zur, „Götzen, Friedrich“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
9
(1879), S.
514-515
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118717952.html?anchor=adb
Götzen, Friedrich Wilhelm Graf von
Name: Götzen, Friedrich Wilhelm Graf von
Namensvariante: Götzen, Friedrich Wilhelm von
Namensvariante: Götze, Friedrich Wilhelm Graf von
Namensvariante: Götzen, Friedrich Graf von
Lebensdaten: 1767 bis 1820
Geburtsort: Potsdam
Sterbeort: Kudowa (Schlesien)
Beruf/Lebensstellung: preußischer General
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Kraft, HeinzAutor ADB:
Lippe, E. Graf zurPND: 118717952