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NDB-Artikel

<< Boos, Martin     Booth. >>

Boos, Roman Anton

Bildhauer, * 28.2.1733 Bischofswang (Pfarrei Roßhaupten) bei Füssen, 19.12.1810 München. (katholisch)


GenealogieLebenWerkeLiteraturPortraitsAutorZitierweise

Genealogie  
V Joseph, Bauer; M Cath., T des Bauern Georg Langewalte in Bischofswang; 12.5.1777 Maria Theresia, T des Münchner Hofbildhauers Johann Baptist Straub (1704–1784); 8 K.

Leben  
Nach der Lehrzeit bei dem Bildhauer Anton Sturm in Füssen arbeitete Boos 1754-62 in der Werkstatt von J. B. Straub in München. 1763 besuchte er, wie Straub und Ignaz Günther vor ihm, die Wiener, später kurze Zeit die Augsburger Akademie und arbeitete gleichzeitig bei dem dortigen Bildhauer Ignaz Verhelst. 1765 ließ sich Boos dann für immer in München nieder. 1769 wurde ihm von Kurfürst Max III. Joseph der Hofschutz verliehen, und 1775 wurde er zum „würklich churfürstlichen Hofstatuarius“ (mit jährlich 300 Gulden Gehalt) ernannt. 1766 gründeten Boos, die Maler F. J. Oefele, A. Seidl und Christian Wink eine private Zeichenkunst- und Bildhauerschule, die 1770 durch die vom Hof geförderte Akademie der bildenden Künste in München abgelöst wurde, an der Boos bis 1806 als 2. Professor lehrte. - Boos ist der bedeutendste Bildhauer des ausgehenden 18. Jahrhunderts in München und wurde so zum eigentlichen Wegbereiter der Plastik des frühen Klassizismus in dieser Stadt. Zu ihr gehörten außer dem später in Eichstätt tätigen J. A. Breitenauer auch seine beiden anderen bedeutenden Schüler F. J. Schwanthaler und K. Eberhard. Gegenüber seinen Konkurrenten Straub und Günther, deren letzte Schaffensjahre sich noch mit Boos' Werk berühren und die beide fast aus|schließlich Holzbildwerke geschaffen haben, liegt seine Tätigkeit vorzugsweise auf dem Gebiet der profanen Stein- und Marmorplastik; insbesondere ist die plastische Ausgestaltung des Nymphenburger Hofgartens (1775 ff.) fast ganz sein Werk. Viel persönlicher ist Boos aber in seinen Porträts, unter denen an erster Stelle sein Selbstbildnis zu nennen ist, das in seiner ausgezeichneten psychologischen Charakterisierung zu den besten deutschen Büsten des 18. Jahrhunderts gehört.

Werke  
Weitere W Ludwig d. Strenge u. Ludwig d. Bayer, Holz, 1766 (ehem. Zisterzienser-Klosterkirche Fürstenfeldbruck); Dekoration d. Fassade d. Theatiner-Hofkirche in München, 1768; Taten d. Herkules, 7 Holzgruppen, 1780 (Hofgartenarkaden München); ehem. Kanzel d. Frauenkirche in München, 1780; Marienleben, 10 Reliefs, 1788, Leben Christi, 4 Reliefs, 1790 (Choraltar d. Klosterkirche Ettal).

Literatur  
ADB III; A. Feulner, Münchner Barockskulptur, 1922, S. 12; ders., Skulptur u. Malerei d. 18. Jh. in Dtld., = Hdb. d. Kunstwiss., 1929, S. 141 ff.; B. Johnen-Tamm, R. A. B., in: Münchner Jb. d. bildenden Kunst, NF 12, 1937/38, S. 281-320 (vollst. W-Verz. mit 29 Abb.); A. Alckens, Die Plastiken im Schloßpark Nymphenburg, 1938; ThB (überholt).

Portraits  
Ölgem. v. J. G. Edlinger (Städt. Gal. München); Selbstbildnis, Büste vom Grabmal B., ca. 1777 (Bayer. Nal.mus. München).

Autor  
Gerhard Woeckel
Empfohlene Zitierweise  

Woeckel, Gerhard, „Boos, Roman Anton“, in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 452-453 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118828282.html

ADB-Artikel

<< Boos, Martin     Boost, Johann Adam >>

Boos, Roman Anton

 LebenAutorZitierweise

Leben  
Boos: Roman Anton B., Bildhauer, geb. zu Roßhaupten bei Füßen 31.12.1730, † zu München 19.12.1810, lernte erst bei dem Bildhauer Anton Sturm in Füßen und dann bei dem kurfürstlichen Hofbildhauer zu München Johann Straub. Auch der Unterricht Verhelst's an der Augsburger Akademie wurde besucht, und schließlich erhielt B. auf der Wiener Akademie seine volle Ausbildung. Er wählte dann München als Aufenthaltsort und fand hier von Seiten des Hofes und für Kirchen und Klöster Beschäftigung, auch verlieh man ihm den Titel eines Hofbildhauers und ernannte ihn zum Professor an der Akademie. Er verfertigte die vier kolossalen Marmorstatuen der Heiligen Cajetan, Maximilian, Ferdinand und Adelheid an der Façade der Theatinerkirche zu München, die Holzbilder des Herzogs Ludwig des Strengen und des Kaisers Ludwig IV. in der Klosterkirche zu Fürstenfeld bei Bruck, die sieben Götterstatuen aus weißem Marmor im Schloßgarten zu Nymphenburg, die reichgeschmückte Holzkanzel in der Frauenkirche zu München u. a. Am bekanntesten sind seine "Thaten des Hercules", die sieben Nischen der Arcaden des Münchener Hofgartens füllen; sie sind übrigens nicht nach seinen eigenen Vorlagen, sondern nach denen des berühmten Peter Candit ausgeführt. Roman war übrigens ein manierirter Meister, der noch in den Banden der ausgehenden Bernini'schen Kunstweise stand.

Autor  
W. Schmidt.
|Vgl. A. Erhard, Die Straßennamen Münchens und ihre Bedeutung, 1880.
Empfohlene Zitierweise  

Schmidt, Wilhelm, „Boos, Roman Anton“, in: Allgemeine Deutsche Biographie 3 (1876), S. 139 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118828282.html?anchor=adb

Quelle/Vorlage: 
NDB 2 (1955), S. 452-453
ADB 3 (1876), S. 139
Erwähnungen: 
NDB 24 (2010), S. 201 in Familienartikel Seitz
ADB 11 (1880), S. 793 Korrektur

PND: 118828282
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Index

Boos, Roman Anton

Name: Boos, Roman Anton
Lebensdaten: 1733 bis 1810
Geburtsort: Bischofswang (Pfarrei Roßhaupten) bei Füssen
Sterbeort: München
Beruf/Lebensstellung: Bildhauer
Konfession: katholisch
Autor NDB: Woeckel, Gerhard
Autor ADB: Schmidt, Wilhelm
PND: 118828282

Weitere Informationen

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Boos, Roman Anton

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118828282

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