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Amsinck, Wilhelm Amsinck
hamburgischer Staatsmann,
* 5.1.1752 Hamburg,
† 21.6.1831. (evangelisch)
Genealogie
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| Werke
| Literatur
| Autor
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Genealogie ↑
V Paul Amsinck, Kaufmann und Amsterdamer Bote, Kämmereiverordneter;
M Anna Maria Lutterloh;
⚭ 1785 Elisabeth,
T des portugiesischen Konsuls Johannes Schuback, Gründers des großen, noch heute bestehenden Handelshauses J. Schuback & Söhne; 6
K,
u. a. Wilhelm Amsinck (1793–1874),
Dr. jur., Senatssyndikus (1827–60), Leiter des Finanzwesens, Vorsitzender der Reformkommission von 13.3.1848.
Leben ↑
Amsinck studierte Rechtswissenschaften in Leipzig (1771) und Göttingen (ab 1772), promovierte 1774 zum Lizentiaten der Rechte, kehrte 1775 nach Hamburg zurück und wurde dort 1786 zum Ratsherrn, 1802 zum Bürgermeister erwählt. Er vertrat seine Vaterstadt seit 1796 wiederholt bei Verhandlungen mit dem revolutionären Frankreich, ferner 1796 auf dem Hildesheimer Kreistag, 1797 in Rastatt und auf den weiteren Konferenzen, die dem Reichsdeputationshauptschluß von 1803 vorangingen. Als Landherr von Bill- und Ochsenwerder 1800/01 sorgte er für Verbesserung des Schulwesens und für die Eindeichung von Finkenwerder, als Stadtherr 1802 für die Errichtung des Leuchtturms zu Cuxhaven. Während der französischen Gewaltherrschaft lebte er als Privatmann, alle ihm angetragenen Ämter ablehnend. Als ein Mann unbedingter Ordnung und peinlicher Genauigkeit wandte sich Amsinck nach Wiederherstellung der Selbständigkeit 1814 gegen alle weiter gehenden Reformen. Die Verwaltung des wertvollen Klostergebietes von
St. Johannis führte er seit 1820 im Geiste strengster Rechtlichkeit. Besondere Verdienste erwarb er sich durch Organisation der reichen Averhoffschen Stiftung für hilfsbedürftige Frauen und zur Förderung junger Gelehrter, Künstler und Handwerker.
Werke ↑
s. Lex. Hamburg. Schriftsteller I, 1851, S. 60; Aufzeichnungen d. Senators u. Landherrn
Lic. W.
A. üb. seine Verwaltung d. Landesherrschaft
v. Bill- u. Ochsenwerder. 1800–01.
Literatur ↑
zum Gesamtartikel: ADB I; C. Amsinck, Die
niederländ. u. hamburg. Familie
A., Ein Versuch einer
Familiengesch., T. 1 u. 2, 1886, T. 3,
bearb. v. O. Hintze, 1932;
Dt.GB,
Bd. 18, 1910
(zahlreiche P d. 16.-19. Jh.s).
Autor ↑
Heinrich ReinckeEmpfohlene Zitierweise ↑
Reincke, Heinrich, „Amsinck, Wilhelm Amsinck“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
262
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116302526.html
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Amsinck, Wilhelm
Leben
| Autor
| Literatur
| Zitierweise
Leben ↑
Amsinck: Wilhelm
A.
, geb. zu Hamburg
5. Jan. 1752, † 21. Juni 1831. Das niederländische
Geschlecht der
A.
ist mit dem im December geb. zwollschen
Bürgermeisterssohn Wilhelm 1580 in Hamburg seßhaft geworden. Von
dessen zwei Söhnen stammte eine zahlreiche meist kaufmänn.
Nachkommenschaft ab. Die von dem Senator Rudolf († 1636) abstammende ältere Linie hat mehrere
Rathsherren und verdiente Mitglieder der Behörden aufzuweisen.
Einzelne Zweige rankten nach Hannover, Frankreich, Portugal,
England, Holstein und Dänemark. Der von Arnold († 1656) stammenden jüngeren Linie, ebenfalls in den
höchsten Behörden mehrfach vertreten, und in ihrem nach Surinam
übergesiedelten Zweige vermutlich ausgestorben, gehört Wilh.
A.
an, der Sohn des Kaufmanns Paul
A.
Nach dem Besuch des Johanneums und des akademischen
Gymnasiums zu Hamburg studirte er 1771—74 in Leipzig und Göttingen
und ward hier 24. Mai 1774 zum Licentiaten der Rechte promovirt.
Mit seinem
|älteren Bruder, der später Professor am
akademischen Gymnasium war, machte er darauf eine gelehrte Reise
nach Wetzlar und Wien, Kassel, Frankfurt a. M., Mainz, Mannheim,
Augsburg, Preßburg, Prag, Dresden und Berlin. Am 17. Jan. 1786 zum
Rathsherrn erwählt, verwaltete er verschiedene öffentliche Aemter,
namentlich 1800—1 die Landherrenschaft zu Bill- und Ochsenwärder
mit Auszeichnung, und wurde darauf 23. Oct. 1802 zum Bürgermeister
erwählt. Besonders thätig war er bei den Verhandlungen mit der
französischen Republik während des letzten Kreistages zu
Hildesheim, des Congresses zu Rastadt, des
Reichsdeputationshauptschlusses von 1802 und bei den ferneren
Verhandlungen zu Regensburg. — Sein nicht unbedeutendes Vermögen
erleichterte wol seinen aus deutsch patriotischen Gründen gefaßten
Entschluß, kein Amt unter der französischen Gewaltherrschaft zu
übernehmen, wodurch er zugleich den mit solcher Verwaltung
verbundenen Gefahren entging. — Die Eindeichung der hamburgischen
Elbinsel Finkenwärder, die Verbesserung des Schulwesens in der
hamburgischen Landschaft Moorburg, die Erwerbung der wichtigen
Elbinseln Peute und Müggenburg, die Errichtung des Leuchtthurms zu
Kurhafen sind ihm zu danken. Er besaß eine seltene
Arbeitsfähigkeit, der ein ungewöhnliches Gedächtniß vortheilhaft
zu Statten kam. Den nach Befreiung von der Franzosenherrschaft
gemachten allzuweit gehenden Neuerungsvorschlägen war er
keinesweges geneigt; nur für eine verbesserte bürgerliche Stellung
der in Hamburg lebenden Juden war er thätig, wiewol dies während
seines Lebens erfolglos blieb. — Der hamburgische Kaufmann
Averhoff, der mit Hinterlassung eines bedeutenden Vermögens
unverheirathet starb, hatte ihm die Anfertigung und Verwaltung
seines Testamentes übertragen, dessen von
A.
organisirte großartige Stiftung zu wohlthätigen und
gemeinnützigen Zwecken, namentlich auch während der französischen
Schreckensherrschaft, manchen Nothleidenden Hülfe gespendet und
manchem fleißigen jungen Künstler und Gelehrten die Mittel zu
seiner Ausbildung gewährt hat. — Amsinck's Schriften verzeichnet
das "Lexicon Hamb. Schriftsteller" Bd. I.
S. 60.
Literatur ↑
Memoria Guilhelmi Amsinckii (amtlich
vom Professor Dr. J. H. C. Lehmann), Hamb.
1833. fol. — Nekrol. IX. (1831) S. 556,
und F. Georg Buck's Hamb. Bürgermeister S. 278 f.
Autor ↑
Harder und Beneke.
Empfohlene Zitierweise ↑
Harder; Beneke, Otto, „Amsinck, Wilhelm“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
415-416
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116302526.html?anchor=adb
Amsinck, Wilhelm
Name: Amsinck, Wilhelm
Lebensdaten: 1752 bis 1831
Geburtsort: Hamburg
Beruf/Lebensstellung: Bürgermeister von Hamburg
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Reincke, HeinrichAutor ADB:
Harder; Beneke, OttoPND: 116302526