<< Johann Wilhelm
Johann, Pfalzgraf bei Rhein >>
Johann III. Mewe von Heilsberg
Bischof von Pomesanien,
† 5.12.1440.
| Leben
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Leben ↑
1417 wurde
J. als Domherr des
pomesan. Domkapitels zum Konstanzer Konzil ent
|sandt, um die Bestätigung des
pomesan. Elekten Gerhard Stolpmann zum Bischof zu betreiben. Auch sonst war er in Konstanz als Bevollmächtigter Bischof Gerhards und des Deutschen Ordens erfolgreich tätig. 1420 wurde er Dompropst und 1427 nach dem Tode Bischof Gerhards von Papst Martin V., der ihn dem Hochmeister Paul
v. Rusdorf in einem Schreiben nachdrücklich empfahl, mit dem Bistum Pomesanien providiert. Im folgenden Jahre bestätigte er auf einer Diözesansynode in der Kathedralkirche zu Marienwerder die erweiterten Synodalstatuten. Wenn er 1433 die vom Bistum entsandte Mannschaft zur Bekämpfung der Hussiten kurzfristig zurückzog mit der Begründung, er werde nur ein Aufgebot stellen, wenn auch der Hochmeister selber zu Felde ziehen würde, trug er damit sicherlich der allgemeinen Stimmung im Lande Rechnung. Trotzdem besaß er das Vertrauen des Hochmeisters, der ihn in Landesangelegenheiten oft zu Rate zog. 1435 gehörte er der Verhandlungsdelegation des Ordens für den
sog. Ewigen Frieden von Brest an, den er auch mit besiegelte.
J. wird irrtümlich mit Dr. Johann Vinkeler (Winkler) gleichgesetzt, der 1461 als Kanzler des Hochmeisters Ludwig
v. Erlichshausen nachweisbar ist, später als dessen Bevollmächtigter an den Verhandlungen zum 2. Thorner Frieden (1466) teilnahm und 1472-77 als Bürgermeister der Altstadt Königsberg bezeugt ist, aber niemals die
pomesan. Bischofswürde erlangte. Diese Identifizierung beruht darauf, daß
J. Voigt in seiner „Geschichte Preußens“ einen undatierten Brief, in dem der Hochmeister dem Papst die Verwüstung des Bistums Pomesanien durch die Tataren schilderte und Johannes Vinkeler ab Bischof empfahl, irrtümlich in das Jahr 1427 gesetzt hatte. Dieser nur als Konzept überlieferte Brief gehört jedoch auf Grund von äußeren und inneren Kriterien eindeutig in das Jahr 1463.
Literatur ↑
J. Voigt,
Gesch. Preußens VII, 1836, S. 505;
H. Cramer, in:
Zs. d. hist. Ver. f. d.
Reg.-
Bez. Marienwerder, H. 11, 1884, S. 148 ff.;
M. Toeppen, Akten d. Ständetage Preußens I, 1874, S. 649, 698, 700;
Scriptores rer. Pruss. V, 1874, S. 389, 403;
H. Koeppen, Die
Berr. d. Gen.prokuratoren d.
Dt. Ordens an d. Kurie II, 1960, S. 420, 440, 442;
ders., in:
Zs. f. Ostforschung, 19.1970, S. 88 ff.;
Altpreuß. Biogr.Autor ↑
Hans KoeppenEmpfohlene Zitierweise ↑
Koeppen, Hans, „Johann III. Mewe von Heilsberg“,
in: Neue Deutsche Biographie
10
(1974), S.
518 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd136799396.html
Johann III.
Name: Johann III.
Namensvariante: Vinkeler, Johann
Namensvariante: Johannes III.
Namensvariante: Johann III. Mewe von Heilsberg
Namensvariante: Winkler, Johann
Namensvariante: Mewe von Heilsberg, Johann
Namensvariante: Johannes III. Vinkeler
Lebensdaten: erwähnt 1417, gestorben 1440
Beruf/Lebensstellung: Bischof von Pomesanien
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Koeppen, HansPND: 136799396