<< Lissauer, Ernst
List. >>
Lissner, Anton
Chemiker, Technologe,
* 21.8.1885 Großschönau (Böhmen),
† 6.2.1970 Freiberg (Sachsen). (katholisch)
Genealogie
| Leben
| Auszeichnungen
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Anton Raymund (1856–1926),
Kaufm.,
S d. Handelsmanns Anton u. d. Marie Töppel;
M Maria (1862–1918),
T d. Bandwarenerzeugers
Joh. Marschner (1823–1901), in Hainspach u. d. Mathilde Franze;
Om Joh. Marschner (
† 1948),
k. u. k. Gen.stabsarzt -
⚭ Reichenberg 1913 Ernestine Augusta (1888–1975),
T d.
Fabrikdir. Ernst
Jos. Müller (1857–1915) u. d. Maria Leopoldine Reiß; 1
S, 1
T .
Leben ↑
L. studierte 1904-08 an der Deutschen
TH Prag Chemie, legte dort bei G.
v. Georgievics das
Ing.-Diplom als Chemiker ab, war anschließend bei den „Vereinigten Färbereien Röchlitz“ in Reichenberg und arbeitete 1908
|-10 bei
Ed. Donath als Assistent am Lehrstuhl für Chem. Technologie anorganischer Stoffe an der Deutschen
TH Brünn, wo er 1910 mit der Arbeit „Charakteristik der Hangendgesteine von Braun- und Steinkohlen“ zum Dr.
techn. promoviert wurde. 1910 war
L. als Volontär mit Hilfe eines Staatsstipendiums beim Materialprüfungsamt Berlin-Lichterfelde und 1910-20 als Laborvorsteher und
wiss.-technischer Leiter der Stahlhütte Storek in Brünn tätig. 1913 erfolgte seine Habilitation in Brünn mit der Arbeit „Beiträge zur Kenntnis der Temperkohlebildung im Kupolofen-Temperguß“ und die Ernennung zum Dozenten an der
TH Brünn. 1916 wurde
L. an das
k. u. k. Militärbergamt Belgrad abkommandiert, wo er Bewertungen von Kohle- und Erzbergwerken vorzunehmen und in Betrieb genommene Metallhütten zu kontrollieren hatte. Nach zwei von ihm abgelehnten Berufungen an die Montanist. Hochschule Leoben wurde er 1920 Inhaber des Lehrstuhls für Chemische Technologie anorganischer Stoffe der
TH Brünn (1928/29 Rektor). Seit 1942 hatte er den Lehrstuhl für allgemeine und anorganische Chemie an der Deutschen
TH Prag inne und war gleichzeitig mit den entsprechenden Vorlesungen und Übungen an der
Univ. Prag beauftragt. Seit
Okt. 1945 war er Ordinarius für anorgan. und technische Chemie an der Bergakademie Freiberg und Leiter der Chemischen Abteilung des Braunkohlenforschungsinstitutes Freiberg (1946/47 Dekan der
Naturwiss. Fakultät und Prorektor). 1951-54 erfolgte unter seiner Leitung die Errichtung des Clemens-Winkler-Baues der Bergakademie (Chemische Institute), 1954 wurde
L. als Experte der
DDR in die Arbeitsgruppe für Kohlenklassifikation der Europ. Wirtschaftskommission in Genf entsandt, 1955 wurde er emeritiert.
L. hat durch seine grundlegenden Arbeiten über die Chemie und Technologie der Kohlen, insbesondere der Braunkohle, wesentlich zur Erschließung und Nutzung dieser Rohstoff- und Energievorräte beigetragen
|Auszeichnungen ↑
O.
Mitgl. d. (späteren)
Dt. Ak. d. Wiss. Prag (1926), d.
Sächs. Ak. d. Wiss. Leipzig u. d.
Dt. Ak. d. Wiss. Berlin (1957); Nat.preis 3.
Kl. d.
DDR (1952);
Ehrenmitgl. d. Brennstofftechn.
Ges. d.
DDR (1960); Ehrensenator d.
Bergak. Freiberg (1960); Ehrenbürger
v. Freiberg (1965); Hervorragender Wissenschaftler d. Volkes (
DDR).
Werke ↑
118 Veröff. auf d. Gebiet d. metallurg. Chemie u. Kohleveredlung, insbes. d. Entsalzung u. Entschwefelung d. Kohlen
;
u. a. Kohle u. Erdöl, 1920 (mit E. Donath;
russ. 1922);
Die Chemie d. Braunkohle I, 1956 (mit H.-G. Schäfer);
II, 1953 (mit A. Thau). -
Neufassung: O. Brunck, Quantitative Analyse, 1952.
Literatur ↑
H.-G. Schäfer, in:
Bergak. 4, 1952, S. 414
(P);
ders., in: Bergbautechnik 7, 1955, S. 493
(P);
ders., in: Gaswärme 9, 1960, S. 350;
A. Dierichs, in:
Bergak. 7, 1955, S. 384-88
(P);
E. Rammler, in:
FF 39, 1965, S. 254;
Jb. d.
Sächs. Ak. d. Wiss. zu Leipzig 1969–70, S. 247-50
(P);
Nat.preisträger 1952, 1952, S. 151-53
(P);
Pogg. VII a;
Kürschner.
Gel.-Kal. 1926–70.
Autor ↑
Hans-Georg SchäferEmpfohlene Zitierweise ↑
Schäfer, Hans-Georg, „Lissner, Anton“,
in: Neue Deutsche Biographie
14
(1985), S.
691 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd136767877.html