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Lindenbrog, Heinrich
Leben
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Leben ↑
Lindenbrog: Heinrich L. (Lindenbruch), der zweite Sohn des Erpold
L., geb. am 10. Febr. 1570 in Hamburg, † am 15. Juli 1642. Er studirte zu Leyden, hielt sich hieraus längere Zeit in Gesellschaft seines Freundes Joh. v. Wouweren in Frankreich auf, wo sie fleißig die Klosterbibliotheken benützten, aber beschuldigt wurden, unter der Beihülfe eines Mönches 16 Manuscripte aus dem Kloster St. Victor entwendet zu haben, so daß man sie les Corsaires de Hambourg genannt hat. Wie man erzählt, so wurde
L. deshalb gefänglich eingezogen, aber nach wenigen Tagen auf Verwendung des berühmten Pierre Dupuy (Puteanus) wieder in Freiheit gesetzt.
L. selbst hat die ihm zur Last gelegte That immer in Abrede gestellt. Von seinen weiteren Lebensverhältnissen ist nur soviel bekannt, daß er im J. 1610 Bibliothekar des Herzogs Johann Adolf von Holstein, der in Gottorp einen ansehnlichen Bücherschatz gesammelt hatte, geworden ist, welche Stelle er bis zu seinem Lebensende bekleidet hat. Als Philolog hat sich
L. einen guten Namen gemacht durch seine mit gelehrtem Commentar ausgestattete Ausgabe des "Censorinus de die natali", Hamburgi 1614. 4° und bedeutend vermehrt Lugd. Bat. 1642. 8°. Außerdem besorgte er eine correcte Ausgabe von Joannis Sarisberiensis Policraticus, sive de nugis Curialium, Lugd. Bat. 1595. 8°.
Literatur ↑
Wilckens a. a. O. S. 11—16. Molleri Cimbria lit. I, p. 344 sqq. Schröder's Lexikon IV, 501 ff.
Autor ↑
Halm.Empfohlene Zitierweise ↑
Halm, Karl Ritter von, „Lindenbrog, Heinrich“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
18
(1883), S.
693
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd129846481.html?anchor=adb
Lindenbrog, Heinrich
Name: Lindenbrog, Heinrich
Namensvariante: Lindenbruch, Heinrich
Lebensdaten: 1570 bis 1642
Beruf/Lebensstellung: Bibliothekar und Philologe in Gottorp
Konfession: lutherischer Bruder
Autor ADB:
Halm, Karl Ritter vonPND: 129846481