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Liechtenstein, Anton Florian
regierender Fürst 1712–21, kaiserlicher Obersthofmeister,
* 28.5.1656 Wilfersdorf,
† 11.10.1721 Wien.
Genealogie
| Leben
| Auszeichnungen
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Fürst Hartmann (1613–86), Oberstleutnant,
S d. Fürsten Gundakar (1580–1658) u. d. Agnes
Gfn. v Ostfriesland;
M Elisabeth Sidonia (1623–88),
T d. Ernst Friedrich
Gf. v. Salm-Reifferscheidt (
† 1639) u. d. Maria Ursula
Gfn. zu Leiningen;
⚭ Graupen (Böhmen) 1679 Barbara (1661–1723),
T d. Michael Oswald
Gf. v. Thun (1631–94) u. d. Elisabeth
Gfn. v. Lodron; 8
S (7 früh
†), 8
T ,
u. a. Joseph (1690–1732),
reg. Fürst 1721–32;
N Wenzel (s. 4).
Leben ↑
Entsprechend den Instruktionen seines Vaters sorgfältig auf die Übernahme eines politischen Amtes vorbereitet, trat
L. 1676 als Kämmerer in den Dienst des Kaiserhauses. Im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit als
kaiserl. Gesandter bei der Krönung Josephs I. zum König von Ungarn erhielt er 1687 das
ungar. Indigenat. Zwei Jahre später wurde er von Kaiser Leopold I. zum
Geh. Rat ernannt und als erster Weltlicher in der Funktion eines
ao. Gesandten
bzw. seit 1691 der eines Botschafters an den
päpstl. Hof in Rom entsandt. 1695 betraute ihn Leopold mit der Leitung der Erziehung
|und Hofhaltung (Obersthofmeister) seines Zweitältesten Sohnes, des nachmaligen Kaisers Karl VI. Damit verband sich die Stellung eines
Geh. Rates, die er von nun ab zeitlebens innehatte. Als 1703 die polilitischen Ereignisse im Erbfolgekrieg die Anwesenheit Karls auf der iber. Halbinsel notwendig machten, wurde diesem von Kaiser Leopold I.
L., der aus diesem Anlaß zum
span. Grande erhoben wurde, als Obersthofmeister und Premierminister beratend zur Seite gestellt. Im Verlauf der
span. Expedition wandte sich Karl jedoch zunehmend anderen Ratgebern zu. Als Kaiser Joseph I. 1711 unerwartet starb, kehrte Karl nach Österreich zurück. In Innsbruck setzte er eine neue Regierung ein und stellte
L. an deren Spitze. Damit war der Fürst führendes Mitglied der
Geh. Konferenz und nahm den Vorsitz im
Geh. Rat an. In Frankfurt wurde er wenig später im Amt des
kaiserl. Obersthofmeisters bestätigt. Er verblieb in diesen Würden bis zu seinem Tod 1721. – Aus dem Erbe seines Neffen Max Anton (1709–11) und des Johann Adam (1657–1712) waren
L. sämtliche Fideikommißgüter der Familie zugefallen. 1712 übernahm er als regierender Fürst die Leitung des Hauses. Von Karl VI. nachdrücklich unterstützt, erreichte er im folgenden Jahr für sich und – unter der Voraussetzung des Erwerbs fürstenmäßiger Immediatgüter – auch für seine Erben die Aufnahme in den Reichsfürstenrat. Er erstand daher 1718 auf dem Tauschwege von seinem Neffen Joseph Wenzel (1696–1772) die reichsunmittelbaren Herrschaften Vaduz und Schellenberg und kam 1719 mit Erfolg beim Kaiser um deren Erhebung zum Reichsfürstentum Liechtenstein ein
|Auszeichnungen ↑
Goldenes Vlies (1697).
Literatur ↑
J. Falke, Fürst A. F.
v. L. in Spanien 1704–11, in:
Österr. Revue, 3.
Jg., 1865,
Bd. 6, S. 1-79;
ders.,
Gesch. d.
fürstl. Hauses Liechtenstein III, 1882, S. 1-80;
Wurzbach 15;
V. Press, Die Entstehung d. Fürstentums Liechtenstein, in: Das Fürstentum Liechtenstein,
hrsg. v. Wolfg. Müller, 1981, S. 63-91
(P).
Portraits ↑
Schabkunstbl.
v. J. U. Biberger (Wien,
Nat.-bibl.);
Ölgem. (Vaduz, Fürst
Liechtenstein. slgg.).
Autor ↑
Evelin OberhammerEmpfohlene Zitierweise ↑
Oberhammer, Evelin, „Liechtenstein, Anton Florian“,
in: Neue Deutsche Biographie
14
(1985), S.
517 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd12429300X.html
Liechtenstein, Anton Florian Fürst von
Name: Liechtenstein, Anton Florian Fürst von
Lebensdaten: 1656 bis 1721
Geburtsort: Wilfersdorf
Sterbeort: Wien
Beruf/Lebensstellung: regierender Fürst von und zu Liechtenstein; kaiserlicher Obersthofmeister
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Oberhammer, EvelinPND: 12429300X