Logo der Deutschen Biographie
schwarzer Menuepunkt Schnellsuche
schwarzer Menuepunkt Erweiterte Suche
roter Menuepunkt Namen A-Z
schwarzer Menuepunkt Aktuelles
schwarzer Menuepunkt Hilfe
schwarzer Menuepunkt Über das Projekt
schwarzer Menuepunkt Impressum

NDB-Artikel

<< Bödiker, Tonio Wilhelm Laurenz Karl Maria     Böheim, Wendelin Josef >>

Böger, Hinrich

Humanist, * vor 1450 Höxter/Weser, 6.3.1505 Rostock.


GenealogieLebenLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Martin, Bürgermeister; M aus braunschweigischer Adelsfamilie

Leben  
In Erfurt wurde Böger 1471 für den Humanismus gewonnen, der jedoch nur wie ein Firnis seine noch durchaus mittelalterliche Bildungsgrundlage überzog. Auf zahlreichen Romfahrten suchte er den Verkehr mit den italienischen Größen des Frühhumanismus. Böger, ein Genie der Freundschaft, erschloß von Erfurt aus das hansisch-niederdeutsche Kerngebiet zwischen dem Harz und der See der neuen Bewegung. Mit klingendem Pathos besang er in den heroischen und elegischen Versmaßen der Alten die Ruinen Roms wie das Stadtbild von Lüneburg sowie kleine und große geschichtliche Ereignisse der Gegenwart, ebenso in den virtuos, doch keineswegs fehlerfrei gehandhabten Rhythmen der antiken Lyrik, gelegentlich aber auch im mittelalterlichen Hymnenton Götter und Heilige, Freunde und Feinde, hochmögende Gönner und zweifelhafte Damen. Kaiser Maximilian verlieh ihm den Dichterlorbeer. Höhepunkt seines Lebens wurde eine mehrjährige Bildungsreise, die er 1502/04 als Mentor eines mecklenburgischen Prinzen an den Kaiserhof und nach Italien unternahm. Er starb als Doktor der Theologie und Dekan der Rostocker Universitätskirche St. Jakobi. Eine Sammlung seiner Gedichte erschien 1506 postum zu Rostock unter dem Titel „Etherologium“, anderes handschriftlich in Wolfenbüttel.

Literatur  
ADB III; H. Reincke, in: Ber. d. Ges. d. Bücherfreunde zu Hamburg 1909-1912, 1913, S. 30-67; G. Ellinger, Italien u. d. dt. Humanismus in d. neu|lat. Lyrik, 1929, S. 360 ff.; Dictionnaire d’Histoire et de Géographie Ecclésiastiques IX, 1937, Sp. 406 (unter Boger).

Autor  
Heinrich Reincke
Empfohlene Zitierweise  

Reincke, Heinrich, „Böger, Hinrich“, in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 375 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd119625059.html

ADB-Artikel

<< Bogentanz, Bernhardin     Bogermann, Johann >>

Boger, Heinrich

 LebenAutorLiteraturZitierweise

Leben  
Boger: Heinrich B., Mag. art. et phil., Dr. theol.; auch Bogher, Bögher; gebildet an der Erfurter Universität, aber anscheinend ein Niederdeutscher, trat in Rostock zuerst 1493 in der Sternberger Hostiensache beim Verbrennen des Priesters Peter Däne (Petrus Dacus) mit einer alsbald berühmt gewordenen und handschriftlich bis nach Süddeutschland verbreiteten Rede vor dem Volke auf. Er scheint dann in Rostock geblieben zu sein, als einer der ersten dortigen Humanisten. Ein lateinisches Gedicht auf die Sternberger Judenverbrennung 1492 scheint er sofort, eins über den Dithmarscher Sieg von 1500 gleich nach diesem gedichtet zu haben. Beliebt bei den Herzögen Balthasar und Magnus erhielt er eine Rostocker und eine Güstrower Dompfründe, die er noch im selben Jahre 1501 gegen das Domdecanat und die Pfarrstelle zu St. Jacobi in Rostock vertauschte. 1505 wird er als theologischer Professor erwähnt. Er verfaßte eine ganze Reihe lateinischer Gedichte, die er 1505 auf Antrieb des Verdener Domdecans und Propstes zu Lüne, Nikolaus Schumacher, zum Druck redigirte und 1506 unter dem Titel "Etherologium" drucken ließ. Verse von dem M. Caspar Hoyer, dem bekannten Theologen Bartold Moller und dem Lübecker Canonicus Johann Rode leiteten das jetzt nur in zwei Exemplaren (in Wolfenbüttel und Schwerin) bekannte Werk ein, das in der Barckhausen'schen Officin gedruckt wurde. Vielleicht übersetzte er auch seine eigenen drei Gedichte von der Rostocker Domfehde und die zwei oben genannten selbst ins Plattdeutsche. Diese Uebersetzungen stehen auf den letzten Seiten der berühmten Handschrift Ernsts v. Kirchberg im großherzogl. Archiv in Schwerin.

Literatur  
Vgl. Lisch, Jahrb. IV. S. |86. 130. VI. 195. IX. 480 XII. S. 210. 381—383. 499 ff. In Süddeutschland abgeschrieben im Manuscript 2 der frühern Bibl. der Ritterakademie zu Lüneburg (nach Martini's Nummer)findet sich die Rede über Sternberg.

Autor  
Krause.
| Heinr. Boger: er stammte aus Höxter und wurde im Sommer 1501, damals schon Dr. theol., als Professor in Rostock immatriculirt.
Empfohlene Zitierweise  

Krause, „Boger, Heinrich“, in: Allgemeine Deutsche Biographie 3 (1876), S. 39 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd119625059.html?anchor=adb

Quelle/Vorlage: 
NDB 2 (1955), S. 375 f.
ADB 3 (1876), S. 39
Erwähnungen: 
ADB 3 (1876), S.  794 Korrektur
ADB 10 (1879), S. 767 Korrektur
ADB 12 (1880), S. 794 Korrektur

PND: 119625059
Artikel drucken

Index

Boger, Heinrich

Name: Boger, Heinrich
Namensvariante: Böger, Hinrich
Namensvariante: Bogher, Heinrich
Namensvariante: Bögher, Heinrich
Lebensdaten: vor 1450 bis 1505
Geburtsort: Höxter/Weser
Sterbeort: Rostock
Beruf/Lebensstellung: Dichter; Humanist
Konfession: katholisch
Autor NDB: Reincke, Heinrich
Autor ADB: Krause
PND: 119625059

Weitere Informationen

Informationsangebote zu

Boger, Heinrich

PND
119625059

Normdaten
Personennamendatei (PND)
Virtual International Authority File (VIAF)

Lexika

Bibliothekskataloge und Bibliographien
Bibliotheksverbund Bayern (BVB)

Nachlässe
Kalliope