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Ley, Kurt

Chemiker, * 7.8.1922 Söhnstetten bei Heidenheim (Württemberg), 18.9.1975 Odenthal bei Bergisch Gladbach. (evangelisch)


GenealogieLebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V August, Reg.rat in Kirchheim/Teck; M Louise Müller; Gertrud Hafner; 1 T .

Leben  
Nach dem Abitur in Kirchheim/Teck wurde L. 1940 zur Kriegsmarine eingezogen (1945 Oberleutnant zur See). In der über dreijährigen franz. Kriegsgefangenschaft wurde durch einen Mitgefangenen sein Interesse für Chemie geweckt. L. begann das Chemiestudium im Wintersemester 1948/49 in Tübingen, 1955 wurde er bei Eugen Müller mit der experimentellen Arbeit „Herstellung und Eigenschaften stabiler Sauerstoffradikale“ promoviert. Dabei gelang L. erstmalig die Herstellung eines solchen Radikals. 1958 habilitierte er sich mit einer Arbeit über „Beiträge zum Mechanismus der Phenol-Dehydrierung“. Im selben Jahr trat er in das Wissenschaftliche Hauptlaboratorium der Farbenfabriken Bayer AG ein, dessen Leitung er 1970 übernahm. 1974 erhielt er zusätzlich die des Zentralbereichs Zentrale Forschung, seit 1969 war er auch als Honorarprofessor an der Univ. Köln tätig. – L. war ein kreativer Chemiker und begeisterter Experimentator. Sein besonderes Interesse galt der Chemie der Radikale und Enamine. Seine wissenschaftlichen Arbeiten auf dem Gebiet der Kautschukchemikalien führten zu den ersten nicht verfärbenden Ozonschutzmitteln. Grundlegende Untersuchungen über heteroaromatische N-Oxide ermöglichten erstmals die einfache Herstellung antibiotisch hochwirksamer Produkte, die vor allem in der Tiermedizin Anwendung finden. – L. verstand es als von seiner Wissenschaft erfüllter Chemiker, seine Begeisterung auch auf die Mitarbeiter zu übertragen. Sein Wirken blieb nicht auf die Bayer AG beschränkt. Er war Kuratoriumsmitglied der Internationalen Dokumentationsgesellschaft für Chemie sowie Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Chemischen Informationsdienstes. Auch in den Kuratorien der wissenschaftlichen Zeitschriften „Synthesis“ und „Angewandte Chemie“ hat er mitgearbeitet. In der Gesellschaft Deutscher Chemiker wirkte er aktiv in mehreren Kommissionen mit, u. a. im Arbeitsausschuß für Hochschulfragen.

Werke  
Weitere W Zur Frage d. Existenz sog. Sauerstoffradikale, in: Zs. Naturforschung 8b, 1953, S. 694 (mit E. Müller); Das 4-Cyan-2.6-di-tert.-butyl-phenoxyl-(1), in: Chem. Berr. 92, 1959, S. 2278 (mit dems., A. Rieker, R. Mayer, K. Scheffler); Eine neue o-Aminophenol-Synthese, in: Angew. Chemie 74, 1962, S. 871; Synthese v. Iminopyrrolidonen u. Iminothiopyrrolidonen aus Enaminen, Isonitrilen u. Isocyanaten od. Isothiocyanaten, ebd. 77, 1965, S. 544 (mit U. Eholzer u. R. Nast); Eine einfache Methode z. Einführung e. Formylalkylgruppe in Chinone, ebd. 79, 1967, S. 150 (mit R. Nast); Sechsgliedr. mesoion. „Aromaten“, ebd. 84, 1972, S. 1063 (mit H. Hagemann); Synthesen unter Verwendung von Benzofuroxan, in: Synthesis 1975, S. 415 (mit F. Seng); - Über 110 Patente, u. a. DP 1 620 800, Ozonschutzmittel, mit R. Nast, W. Redetzky, K.-H. Reissinger; DP 1 670 693, Verfahren z. Herstellung v. Chinoxalin-di-N-oxiden, mit U. Eholzer, R. Nast, F. Seng; DP 1 693 163, Ozonschutz|mittel, mit R. Nast, W. Redetzky, T. Kempermann; DP 2 156 215, Säuregruppenhaltige Polyamine, mit W. Lehmann, G. Troemel, F. Müller; DP 2 460 823, Neue Triaziniumsalze, mit F. Seng.

Literatur  
Nachrr. aus Chemie u. Technik 23, 1975, S. 439 (P); Wi. 1973.

Autor  
Gisela Brill
Empfohlene Zitierweise  

Brill, Gisela, „Ley, Kurt“, in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 423 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd137835167.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 14 (1985), S. 423 f.

PND: 137835167
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Index

Ley, Kurt

Name: Ley, Kurt
Lebensdaten: 1922 bis 1975
Geburtsort: Söhnstetten bei Heidenheim (Württemberg)
Sterbeort: Odenthal bei Bergisch Gladbach
Beruf/Lebensstellung: Chemiker
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Brill, Gisela
PND: 137835167

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Ley, Kurt

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137835167

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