<< Boettger.
Boettger, Rudolph Christian von >>
Boettger, Oskar
Zoologe und Paläontologe,
* 31.3.1844 Frankfurt/Main,
† 25.9.1910 Frankfut/Main. (evangelisch)
Genealogie
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Genealogie ↑
V Rudolph s. (2).
Leben ↑
1863-66 studierte Boettger an der Bergakademie in Freiberg (Sachsen), arbeitete dann ein Jahr in einem chemischen Laboratorium in Frankfurt/Main und widmete sich daraufhin bis 1873 dem Lehramt in Offenbach/Main. 1869 wurde er in Würzburg zum
Dr. phil. promoviert, 1872 legte er die staatliche Prüfung als Oberlehrer in Gießen ab. 1873-76 wirkte er an der Frankfurter Musterschule und übernahm die ehrenamtliche Verwaltung der paläontologischen und herpetologischen Sammlungen des Senckenberg-Museums. Eine nervöse Erkrankung (Platzangst) zwang ihn, 18 Jahre seine Wohnung nicht zu verlassen. In diesem Zeitabschnitt hat sich Boettgers wissenschaftliche Tätigkeit zur höchsten Fruchtbarkeit emporgeschwungen: von seinen 324 Veröffentlichungen sind etwa ¾ während dieses "Hausarrestes" entstanden. Im letzten Lebensabschnitt wirkte er als Oberlehrer am Frankfurter Wöhler-Realgymnasium und unternahm auch einige Auslands-Reisen. Boettgers bleibende Verdienste, für die er zum Professor ernannt wurde, betreffen die Taxonomie der vorzeitlichen und rezenten Weichtiere (besonders Clausiliidae) sowie der rezenten Lurche und Kriechtiere, deren gründlichster Kenner er in Deutschland um die Jahrhundertwende war. Von diesen Tiergruppen hat er weit über 1000 neue Arten beschrieben und viele neue Gattungen aufgestellt. Weiten Kreisen ist Boettger durch die Herausgabe der Zeitschrift „Der Zoologische Garten", später „Zoologischer Beobachter" (1896-1910) sowie durch die Neubearbeitung des Bandes „Kriechtiere und Lurche“ in der 3. Auflage von „Brehms Tierleben“ (1893) bekannt geworden.
Werke ↑
Vollst. Verz. in: Nachrichtsbl.
dt. malakozool. Ges. 43, 1911, S. 187-215.
Literatur ↑
F. Haas,
Prof. Dr. O.
B. †, in:
Zool. Beobachter 51, 1910, S. 257-59;
W. Kobelt,
Prof. Dr. O.
B., in: Nachrichtsbl.
dt. malakozool. Ges. 42, 1910,
Beil. z. H. 3;
ders., O.
B., in:
Berr. d. Senckenberg. naturforschenden
Ges. 42, 1911, S. 74-83
(P);
F. Kinkelin, O. B, in: 51.-53.
Ber. d. Offenb.
Ver. f.
Naturkde., 1912, S. 1-30
(W, P);
R. Mertens, Zum 100. Geburtstag O.
B.s, in: Natur u. Volk 73, 1944, S. 93-95
(P).Autor ↑
Robert MertensEmpfohlene Zitierweise ↑
Mertens, Robert, „Boettger, Oskar“,
in: Neue Deutsche Biographie
2
(1955), S.
410
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd117617407.html
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