<< Böker,, Moritz
Boell, Heinrich >>
Boelcke, Oswald
Kampfflieger,
* 19.5.1891 Giebichenstein bei Halle,
† 28.10.1916 Bapaume. (lutherisch)
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
Aus brandenburgischer Beamtenfamilie;
V Max (1858–1935), Gymnasialprofessor, Rektor der deutschen evangelischen Gemeindeschule in Buenos Aires,
S des Karl, Stadtsekretär in Brandenburg, und der
Carol. Rosalie Peters;
M Marie
Math. (1864–1953),
T des Karl Heinrich Scholz, Müller- und Braumeister in Freiburg/Unstrut, und der
Joh. Luise Panse aus Oberrißdorf;
B Wilhelm (1886–1954), im 1. Weltkrieg Fliegeroffizier, in verschiedenen leitenden Stellungen in der Wirtschaft tätig, gründete 1932 die Blendax-Werke in Mainz, Max, Flieger.
Leben ↑
Nach Eintritt als Fahnenjunker (1911) in das Telegraphen-Bataillon
Nr. 3 in Koblenz wurde Boelke im August 1912 Offizier. Im Frühjahr 1914 erfolgte seine Kommandierung zur Militärfliegerschule Halberstadt. Im September 1914 kam er zur Feldflieger-Abteilung 13 und flog eine Zeitlang mit seinem Bruder Wilhelm zusammen, dessen draufgängerisches Temperament er teilte. Im September 1915 im Anschluß an den dritten Luftsieg mit seinem Fokker-Einsitzer zum erstenmal im Heeresbericht genannt, erhielt er nach sieben Luftsiegen im Januar 1916 den Pour le mérite. Als jüngster Hauptmann des deutschen Heeres war Boelke seit August 1916 Führer einer von ihm aufgestellten Jagdstaffel. Allein während der kaum zwei Monate seines Einsatzes an der Somme erzielte er 22 Luftsiege, bis er nach Abschuß von 40 Gegnern durch Zusammenstoß mit einem Angehörigen seiner Staffel den Fliegertod fand. Boelke, der als Meister des Kampffluges der gesamten Jagdfliegerei das Gepräge gab, ist durch Zusammenfassung der Einzelkämpfer zu der in der Jagdstaffel fest organisierten Kampfeinheit zum Schöpfer einer neuen Kampfform des Jagdflugzeuges im größeren Verband geworden. Die allgemeine Entwicklung bestimmend, hat er den Grund gelegt, auf dem sein größter Schüler Manfred Freiherr von Richthofen weiterbauend die Jagdfliegerei durch Zusammenfassung von einer Staffel zu einem Jagdgeschwader zu höchster Leistungsfähigkeit zu steigern vermochte.
Literatur ↑
M.
B. [B.s Vater], Hauptmann
B.s Feldberr., 1917;
G. P. Neumann, In d. Luft unbesiegt, 1923;
H. Ritter, Der Luftkrieg, 1926;
J. Werner,
B., 1932;
H. Möller,
Gesch. d. Ritter d. Ordens pour le mérite im Weltkrieg, 1935;
H. Dahlmann, in:
DBJ I, S. 185-87 (u. Totenliste 1916,
L).
Portraits ↑
Ölgem. v. H. Schultze-Görlitz (im Elternhaus Dessau).
Autor ↑
Heinz KraftEmpfohlene Zitierweise ↑
Kraft, Heinz, „Boelcke, Oswald“,
in: Neue Deutsche Biographie
2
(1955), S.
398
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd119256843.html
Boelcke, Oswald
Name: Boelcke, Oswald
Lebensdaten: 1891 bis 1916
Geburtsort: Giebichenstein bei Halle
Sterbeort: Bapaume
Beruf/Lebensstellung: Flieger
Konfession: lutherisch
Autor NDB:
Kraft, HeinzPND: 119256843