<< Daisenberger, Joseph Alois
Dalberg, Johann von >>
Dalberg, von (Cämmerer von Worms genannt Dalberg).
Dalberg, von (Cämmerer von Worms genannt Dalberg).Leben ↑
Altes mittelrheinischem Adelsgeschlecht (Freiherrn seit 1654), das als Kämmerer im Dienst der Bischöfe von Worms Bedeutung gewann.
Der nicht verwandte selige Erkenbert († 1132), Sohn des bischöflichen Kämmerers Reginmar, wird erst seit der Humanistenzeit als Ahnherr usurpiert. Tatsächlicher Stammvater ist Giselbert I. von Rüdesheim (erwähnt 1130-52), dessen Enkel Gerhard (erwähnt 1208-39) als Vizedom in Worms auftritt, während der Urenkel Gerhard der Jüngere (erwähnt 1220-48) seit 1239 erstmals das Amt eines Kämmerers bekleidet, das bei seinen Nachkommen erblich wird. Johann II. Kämmerer von Worms (erwähnt seit 1299, † 1350) heiratet Juliana von Waldeck (auf dem Hunsrück) und wird von deren Schwestersohn, Antonius von Dalberg (erwähnt 1304-23), dem Letzten aus dem Stamm der Herren von Weierbach, in die Lehensgemeinschaft zu Dalberg (am Soonwald, bei Bad Kreuznach) 1315 aufgenommen, deren Anteile ganz an seine Nachkommen gelangten. Durch den Erwerb der Reichsherrschaft Dalberg wuchsen Ansehen und Einfluß der Kämmerer von Worms derart, daß sie seit dem durch Kaiser Friedrich III. 1452 auf der römischen Tiberbrücke an
Wolff, Kämmerer von Worms, erteilten Ritterschlag bei jeder Kaiserkrönung zuerst vor allen übrigen Edelleuten mit dem stereotyp gewordenen Rufe des Reichsherolds: Ist kein Dalberg da? zum Ritterschlag gefordert wurden. Kaiser Maximilian I. bestätigte 1494 dieses Vorrecht. Auf kultur- und kirchengeschichtlichem Gebiete wurde besonders die
Herrnsheimer Linie bekannt. Deutlich ragen aus ihr hervor: der Wormser Bischof
Johann siehe (1), der Mainzer Erzbischof
Wolfgang siehe (4), der als feingeistiger Gründer der Universität seiner Residenz (Adolphia) profilierte Fuldaer Fürstabt
Adolph (1678–1737), Sohn des
Philipp Franz Eberhard (1635-93) Präsident des Reichskammergerichts, der letzte Mainzer und Regensburger Erzbischof
Carl Theodor siehe (3),
Wolfgang Heribert siehe (5) und
Emmerich Joseph (1773–1833, siehe Genealogie 5), mit dem die Linie erlosch. Die einzig noch existierende Linie Dalberg-Heßloch mit dem Sitz in Datschitz (Mähren) war durch das 1810 angetretene Erbe der ausgestorbenen Grafen von Ostein dorthin verpflanzt worden.
Dalberg, Johann von
Dalberg, Johann Friedrich Hugo Nepomuk Eckenbrecht von
Dalberg, Carl Theodor Anton Maria von
Dalberg, Wolfgang von
Dalberg, Wolfgang Heribert Tobias Otto Maria Johann Nepomuk von