<< Legipont, Oliver
Legrand, Johann Lukas >>
Legler, Gottlieb Heinrich
Wasserbauingenieur,
* 6.2.1823 Amsterdam,
† 4.3.1897 Glarus.
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Thomas (1782–1835), Grenadier-Oberleutnant in
franz. Solddienste, machte d. Rußlandfeldzug 1812 mit, s. Erinnerungen an d. Feldzug wurden
veröff., seit 1816 in
holländ. Diensten, zuletzt Großmajor (s.
L);
S d, Thomas (1738–83), Schilfmeister,
Mitgl. d. Linth-Schiffahrtkomm., u. d. Barbara Bauer;
M Katharina (1791–1859),
T d. Ratsherrn
Joh. Heinrich Kundert in Schwanden u. d. Anna Barbara Scherff;
⚭ 1851 Ursina Menga (1823–96),
T d. Ratsherrn Alexander Laurer in Chur u. d. Anna Bonom; kinderlos.
Leben ↑
L. verlebte seine Jugendjahre in Glarus, dazwischen lagen Aufenthalte in Holland. Zum Ingenieur für Wasserbau bildete er sich in Zürich und Wien aus. Bereits 1844 wurde er zum Adjunkten des Linth-Ingenieurs gewählt und 1863 zum Leitenden Linth-Ingenieur ernannt. Es oblag ihm, die vom Zürcher Hans Konrad Escher 1807 begonnenen, als nationale Aufgabe verstandenen Arbeiten an der Linth weiterzuführen. Die großangelegte Korrektion des Linthverlaufes diente der Entsumpfung des Walenseegebietes und der Linthebene. Unter
L. wurden
u. a. die Verlängerung des Escherkanals in den Walensee, die Anlage der beiden Dämme am Beginn des Linthwuhrs bei Weesen, die Einführung größerer und kleinerer Seitenkanäle in die Hintergräben und die Ufersicherung durch Steinwuhre ausgeführt. Vielfältige administrative Aufgaben und Rechtsfragen waren damit verbunden: Ver
|waltung von ausgedehntem Grundbesitz der eidgenössischen Linthkommission, Verhandlungen mit Behörden, Unterhaltsgenossamen und Unternehmern. Im August 1847 erlebte
L. die erste Befahrung des Linthkanals durch den Dampfer „Republikaner“. – In der 2. Hälfte des 19.
Jh. galt
L. als
schweizer. Autorität auf dem Gebiete des Wasserbaus. Für Bund, Kantone, Gemeinden und Private verfaßte er zahlreiche Gutachten. Er war bei den meisten großen Wasserbauunternehmungen der Schweiz beteiligt: Regelung der Abflußverhältnisse des Boden-, Zürich- und Luganersees, Ausnützung der Wasserkräfte der Rhone und Reuß sowie bei verschiedenen Anlagen für den industriellen Gebrauch. Im Sommer 1855 wirkte er als Bauführer bei den Festungswerken an der Luziensteig, kam auch mit Straßen- und Eisenbahnprojekten in Berührung, vorab im engeren Gebiet der Linth und des Walensees. Im Militär bekleidete er den Rang eines Stabshauptmanns bei den Genietruppen. Denkschriften, Gutachten und viele Berichte legen für die rege Tätigkeit
L.s ein eindrucksvolles Zeugnis ab. Die Société des beaux arts de Genève und der Schweizer. Ingenieurs- und Architektenverein (SIA) sprachen ihm die Ehrenmitgliedschaft zu.
L. war auch mit der Geschichte des Glarnerlandes eng verbunden, was verschiedene Aufsätze und zeichnerische Aufnahmen von Staatsaltertümern belegen.
Literatur ↑
F. Becker, in:
Vjschr. d. Naturforsch.
Ges. Zürich 42, 1897, S. 129-35
(W-Verz.);
Glarner
Nachrr. v. 6.3.1897;
HBLS. -
Zu V Thomas: A.
v. Muralt u. Th.
L., Beresina, Erinnerungen aus d. Feldzug Napoleons I. in Rußland 1812, 1940;
E. Brunner, Th.
L., d. Sänger a. d. Beresina, in: Glarner
Nachrr. v. 27.11.1971.
Autor ↑
Hans LaupperEmpfohlene Zitierweise ↑
Laupper, Hans, „Legler, Gottlieb Heinrich“,
in: Neue Deutsche Biographie
14
(1985), S.
64 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd136591671.html
Legler, Gottlieb Heinrich
Name: Legler, Gottlieb Heinrich
Lebensdaten: 1823 bis 1897
Geburtsort: Amsterdam
Sterbeort: Glarus
Beruf/Lebensstellung: Wasserbauingenieur
Konfession: keine Angabe
Autor NDB:
Laupper, HansPND: 136591671