<< Le Fort, Gertrud Freiin von
Legband, Paul >>
Legal, Ernst
Schauspieler, Regisseur, Theaterleiter,
* 2.5.1881 Schlieben Kreis Schweinitz,
† 29.6.1955 Berlin.
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
Aus
franz. Emigrantenfam. gälischen Ursprungs;
V Ernst, Apotheker;
M Luise Friedrich (1858–83),
T e. Kunstschreiners in Jena;
Stief-M Marie,
T d.
Bgm. Flachs in Schlieben; -
⚭ 1907 (
⚮) Helene Werner, Schauspielerin,
T e. Bankiers in Hamburg; 1
T Marga (
* 1908), Schauspielerin.
Leben ↑
L. besuchte das Gymnasium in Breslau und Schulpforte und ging 1898 nach Leipzig, um Buchhändler zu werden. Seit 1901 nahm er jedoch Schauspielunterricht an der Musik- und Theaterschule in Weimar und begann seine Bühnenlaufbahn an Wandertheatern. Es folgten Engagements in Döbeln, Bautzen, Bochum, Bonn (1904), Hannover (1905/06), am Dresdener Residenztheater, in Leipzig und Hamburg. Seit 1906 arbeitete
L. am Schillertheater Berlin, 1911/12 in Weimar, 1912-20 in Wiesbaden (seit 1918 als Intendant). Danach ging er als Schauspieler, Regisseur und Dramaturg zu Leopold Jessner an das
Staatl. Schauspielhaus Berlin. Seit 1924 war
L. Intendant und Regisseur in Darmstadt, 1927/28 in Kassel und 1928-32 an der Krolloper in Berlin (mit Otto Klemperer). Nach dem Rücktritt Jessners übernahm er 1930 auch die Intendanz des
Staatl. Schauspielhauses Berlin. 1933-36 leitete er zusammen mit K. Raeck das Hebbeltheater, 1938-44 war er von H. George als Schauspieler und Oberspielleiter an das Schillertheater verpflichtet worden. 1945 übernahm
|L. zunächst die Intendanz des Renaissance-Theaters, dann der Deutschen Staatsoper Berlin (bis 1952), daneben Verpflichtungen als Schauspieler und Regisseur an verschiedenen Bühnen. Schon seit 1920 trat er auch als Darsteller im Film auf (
ca. 100 Rollen).
Als Regisseur inszenierte
L. subtil, diszipliniert, ohne das Komödiantische zu vernachlässigen, fast 800 Schauspiele und Opern. Als Theaterleiter war er stets verantwortungsbewußt allen ihm anvertrauten Künstlern gegenüber und ein aufgeschlossener Förderer junger Dichter (Barlach, Brecht) und Komponisten (Křenek, Hindemith, Janáček, Schönberg, Strawinsky, Weill). Daneben fand
L. immer noch Zeit, selbst als Schauspieler aufzutreten, seine wunderbaren Käuze, seine Querköpfe und Sonderlinge, seine abgeklärtweisen, immer höchst markanten Figuren zu kreieren. Als Schauspieler von Charakterrollen war er, stets beseelt von Humanität, ein Meister des Details.
Werke ↑
Lätare, Schauspiel, 1913;
Bradamaute, Komödie, 1916;
Ja, Ja u. Ja, ernste Komödie, 1919;
Gott über Göttern, Drama, 1938;
- Meister d. Oper, 1921;
Von d. Pike auf, in: Die
Dt. Bühne H. 5
v. April 1927;
Das Nadelöhr d. Theaters, in: Der Neue Weg
v. 1.2.1929;
Per Aspera, in: Theater d. Welt, Ein
Alm., 1949. -
Zahlr.
Überss. u. Bearbeitungen.
Literatur ↑
J. Bab, Der Wille
z. Drama, 1919;
H. Ihering, Regisseure u. Bühnenmaler, 1921;
ders., Fanatiker d. Theaters, in: Sonntag, Juli 1955;
ders., Von Reinhardt bis Brecht, 1967;
E. L. Stahl, Shakespeare u. d.
dt. Theater, 1947;
F. Erpenbeck, Lebendiges Theater, 1949;
H. Kaiser, Modernes Theater in Darmstadt, 1955;
F. Schwiefert, in: Tagesspiegel
Nr. 2 980, 1955;
B. Drews. Heinrich George, 1959;
K. Tucholsky, Die Kinderstube, 1929, in:
Ges. Werke VII, 1960, S. 60 f.;
S. Graff, Von SM zu
NS, 1903;
H. Barkhoff, E.
L., 1965;
H. Curjel, Experiment Krolloper 1927–31, 1975;
C. Werckshagen, Ein bunter Schmetterling, 1978;
Ch. Anft, E.
L. (1881-1955), Schauspieler, Regisseur, Theaterleiter,
Diss. Berlin 1980
(W, L, P, Verz. d. Rollen u. Inszenierungen;
ungedr.);
Dt. Bühnenjb. 1956, S. 87;
Glenzdorffs
Internat. Filmlex., 1960 ff.;
Kosch, Theater-Lex.;
Ch. Trilse, K. Hammer, R. Kabel, Theater-
Lex., 1977;
Ch. Anft, E.
L.,
Diss. Berlin 1980;
Rhdb. (P).
Autor ↑
Rolf BadenhausenEmpfohlene Zitierweise ↑
Badenhausen, Rolf, „Legal, Ernst“,
in: Neue Deutsche Biographie
14
(1985), S.
59 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118727079.html