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NDB-Artikel

<< Böcking, Heinrich     Böckler, Georg Andreas >>

Böcking, Rudolf

Eisenhütten- und Gießereifachmann, * 18.4.1843 Asbach (Kreis Bernkastel), 15.1.1918 Brebach/Saar. (evangelisch)


GenealogieLebenLiteraturPortraitsAutorZitierweise

Genealogie  
V Heinrich Rudolf (1810–71), Besitzer der Asbacher Hüfte bei Kempfeld, S des Heinrich s. (4); M Luise (1817–1901), T des Superintendenten Hildebrand in Saarbrücken; Köln 1873 Anna (1849–1945), T des Friedrich von Ammon, Rat am Oberappellationsgericht in Köln und Vorsitzender der Assisengerichte des Bezirks; 3 S, 2 T.

Leben  
Böcking besuchte 1859-62 die TH Karlsruhe, war 1862 zum Studium der Eisenwerke in Westengland und 1863 Volontär bei John Cockerill in Seraing. Dort konstruierte er bereits eine brauchbare Koksausdrucksmaschine. Nach Besuch der Hüttenakademie in Leoben trat er 1866 in die Leitung der Asbacher Hütte ein, die 1875 zur Halberger Hütte verlegt wurde. Als ihr alleiniger Leiter zeigte er seine ganz ungewöhnliche technische Begabung. Neben grauem Gießereiroheisen sind die Hauptprodukte der Halberger Hütte Gußwaren in Schmelzung, insbesondere gußeiserne Röhren aller Abmessungen für Gas- und Wasserleitungen, Kanalisation usw. Deren nach 1871 einsetzende große Konjunktur hat Böcking sehr früh erkannt. Statt des bisher allgemein üblichen zweiten Schmelzprozesses im Coupol-Ofen führte er das direkte Vergießen gleichwandiger Rohre schon nach der ersten Schmelzung gleich aus dem Hochofen ein. Auf diesem auch bei großer Erzeugung anwendbaren Verfahren beruhte die führende Stellung Halbergs in Deutschland auf dem Gebiet der Röhrenfertigung. Als erster war er erfolgreich um die Normung gußeiserner Rohre bemüht. Anfang der 70er Jahre führte er die Röhrenstampfmaschine für große Durchmesser und um 1885 die des Drehtischsystems ein (Revolververfahren), das Anwendung über Deutschland hinaus fand.
An der Saar war die Halberger Hütte die erste, die Teer und Ammoniak bei der Herstellung von Koks als Nebenprodukte gewann. Ihre Verwertung zum Trocknen der Gießereiformen - zur Beheizung der Rohrformereien diente aus Schlamm gewonnenes Generatorgas - war vorbildlich. Endlich war die Reinigung des Gichtgases durch das Beth-Filter seine Erfindung und wurde 1898|zuerst auf der Halberger Hütte angewendet. Böckings Erfolge beruhen auf seiner zähen, durch keine Schwierigkeiten zu hindernden Verfolgung einzelner erfinderischer Gedanken und auf der sorgfältigen Ausarbeitung aller zugehörigen Einzelheiten.

Literatur  
M. Schlenker, in: Stahl u. Eisen 1918, S. 143 ff.; W. Cartellieri, Die Eisenindustrie an der Saar, in: F. Kloevekorn, Das Saargebiet, seine Struktur, seine Probleme, 1929, S. 223 ff.; H. van Ham, in: Rhein.-Westfäl. Wirtschaftsbiogrr. I/2, 1931, S. 298-317 (L); ders., in: Stahl u. Eisen, 1943, S. 293 ff.

Portraits  
Ölgem. v. N. u. Guido Schmitt (im Besitz v. Baron Harald v. Fölkersamb, Rolandseck am Rhein).

Autor  
Hermann van Ham
Empfohlene Zitierweise  

Ham, Hermann van, „Böcking, Rudolf“, in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 370 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd135551862.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 2 (1955), S.  370 f.
Erwähnungen: 
NDB 2 (1955), S. 369*

PND: 135551862
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Index

Böcking, Rudolf

Name: Böcking, Rudolf
Lebensdaten: 1843 bis 1918
Geburtsort: Asbach (Kreis Bernkastel)
Sterbeort: Brebach/Saar
Beruf/Lebensstellung: Eisenhüttenfachmann; Gießereifachmann
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Ham, Hermann van
PND: 135551862

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Böcking, Rudolf

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135551862

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