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Kralik, Wilhelm

Glasfabrikant, * 17.12.1806 Kaltenbach (Böhmen), 9.5.1877 Adolf bei Winterberg (Böhmen).


GenealogieLebenLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Wenzel (1768–1835), Büchsenmacher, Tischler u. Gastwirt in K., S d. Tischlers Georg in Planie; M Theresia (1779–1850), T d. Wenzel Hopfner ( 1822), Spiegelmacher in Gutwasser b. Schüttenhofen, später in K., u. d. Elisabeth Weisel; 1) Winterberg 1831 Anna (* 1814), T d. Ferdinand Pinhak, Glasmeister u. Glashüttenpächter in Innozenzthal (Ungarn), u. d. Anna Maria Mayer, 2) 1851 Luise (1832–1905), T d. Glashändlers Josef Lobmeyr in Wien u. d. Aloisia Dobrafsky; Schwager Ludwig Lobmeyr ( 1917), Glasindustrieller in Wien; K aus 1), K aus 2), u. a. Richard (s. 2); E Dietrich (s. 3).

Leben  
Kralik wurde von seinem Paten, dem Glasmeister Johann Meyr (1775–1841, siehe ÖBL) aus Kaltenbach, gründlich ausgebildet, besuchte das Polytechnikum in Wien und wurde 1829 Meyrs Mitarbeiter in der Geschäftsleitung einer Glashütte. Er heiratete eine Nichte seines Chefs und übernahm 1841, als dieser kinderlos starb, gemeinsam mit seinem Schwiegersohn Josef Taschek ( 1862) unter der Firma „Meyr’s Neffen“ das Unternehmen, das aus den Glashütten Adolf, Kaltenbach und Eleonorenhain bestand. Besonders die letzte Hütte, die Meyr 1834 im Waldgebiet südlich des Kubani bei Winterberg gegründet hatte, wurde von Kralik zu hoher Blüte gebracht. 1857 wurden die Glasfabriken Ernstbrunn und Franzensthal erworben; später kamen noch Idathal und Luisenhütte hinzu. Seit dem Tode Tascheks 1862 war Kralik alleiniger Leiter des Unternehmens. Eleonorenhain, das auch Sitz der Verwaltung war, war damals die größte Glasfabrik Böhmens. Durch die Entwürfe von Kraliks Schwager Ludwig Lobmeyr erreichte die Veredelung des Glases durch Schliff und Gravur ein hohes Niveau. Auf Ausstellungen errang die Firma zahlreiche Preise. Kralik selbst erfand eine Anzahl neuer Glasfarben. Mit Adalbert Stifter befreundet, machte er sein Haus in Eleonorenhain zu einem Mittelpunkt des kulturellen Lebens. Sein Verhältnis zu seinen Arbeitern war von patriarchalischen Vorstellungen bestimmt. Nach seinem Tode ging das Unternehmen auf die 4 Söhne aus erster Ehe über. Die meisten Hütten wurden im Laufe der Zeit aufgelassen oder verkauft. Die Glasfabrik Eleonorenhain blieb bis zur Vertreibung 1945 im Besitz der Familie.

Literatur  
E. Schebek, Böhmens Glasindustrie u. Glashandel, 1878; R. Kubitschek, Eleonorenhain, 100 J. Böhmerwälder Glasmacherkunst, 1932 (P); J. Rammel, Ein altes Glasfabrikantengeschl. d. Böhmerwaldes u. seine Gründungen, in: Waldheimat, 1923; J. Blau, Die Glasmacher im Böhmer- u. Bayerwald, 2 Bde., 1956; ÖBL (L).

Autor  
Friedrich Holl
Empfohlene Zitierweise  

Holl, Friedrich, „Kralik, Wilhelm“, in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 663 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd136539696.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 12 (1979), S. 663
Erwähnungen: 
NDB 14 (1985), S. 736*

PND: 136539696
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Index

Kralik, Wilhelm

Name: Kralik, Wilhelm
Namensvariante: Kralik von Meyrswalden, Wilhelm
Namensvariante: Kralik Ritter von Meyrswalden, Wilhelm
Lebensdaten: 1806 bis 1877
Geburtsort: Kaltenbach (Böhmen)
Sterbeort: Adolf bei Winterberg (Böhmen)
Beruf/Lebensstellung: Glasfabrikant
Konfession: katholisch
Autor NDB: Holl, Friedrich
PND: 136539696

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Kralik, Wilhelm

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136539696

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