Logo der Deutschen Biographie
schwarzer MenuepunktSchnellsuche
schwarzer MenuepunktErweiterte Suche
roter MenuepunktNamen A-Z
schwarzer MenuepunktAktuelles
schwarzer MenuepunktVernetzte Angebote
schwarzer MenuepunktHilfe
schwarzer MenuepunktÜber das Projekt
schwarzer MenuepunktImpressum

ADB-Artikel

<<  Henke, Christ. Heinr. Adolph      Henke, Heinrich Philipp Konrad  >>

Henke, Hermann Wilhelm Eduard


  Leben | Autor | Literatur | Zitierweise

Leben  
Henke: Hermann Wilhelm Eduard H., verdienter Criminalist, geb. am 28. Septbr. 1783 zu Braunschweig, neuntes Kind des Pastors Ernst Heinr. Ludwig H., jüngster Bruder von Christian Heinrich Adolph H. 1775—1843, studirte in Göttingen und Helmstädt, habilitirte sich 1806 zu Erlangen, dann 1808 in Landshut, ward 1813 Stadtgerichtsassessor zu Nürnberg, 1814 Professor in Bern, 1832 Oberappellationsgerichtsrath in Wolfenbüttel, 1833 Geh. Justizrath und Professor in Halle, schied 1857 aus und starb zu Braunschweig am 14. März 1869. Unter seinen Schriften ist die bedeutendste Leistung sein "Handbuch des Crimmalrechts und der Criminalpolitik", 4 Bde., 1823—38. Sie zeichnet sich namentlich durch eingehende Berücksichtigung der ausländischen Gesetzgebungen aus. Hinsichtlich der Begründung der Strafe und ihres Zweckes hat er, ein eifriger Forscher nach Wahrheit, mehrfach geschwankt. In seinem "Grundrisse einer Geschichte des gemeinen peinlichen Rechts in Deutschland", 1809, erklärte er sich scharf gegen jede absolute Strafrechtstheorie und blieb sich darin auch in einer zweiten, bald darauf folgenden Schrift: "Ueber den gegenwärtigen Zustand der Criminalrechtswissenschaft", 1810, treu, indem er die von Fichte aufgestellte Theorie, etwas modificirt, vertheidigte. Allein in seiner weiteren Schrift: "Ueber den Streit der Strafrechtstheorien, ein Versuch zu ihrer Versöhnung", 1811, mit dem Motto: Tel est l'effet de la vérité, on la repousse, mais en la repoussant on la voit, et elle pénètre, nahm er diese Theorie und alle früheren Angriffe auf die Vergeltung der inneren Schuld zurück und bekannte sich entschieden zu der absoluten oder moralischen Vergeltungstheorie, stellte aber dabei für die Qualität und Quantität der Strafe, als vermittelndes Princip, die moralische Besserung auf und entwickelte dies näher in seinem "Lehrbuch der Strafrechtswissenschaft", 1815, und in obigem Hauptwerke. Ferner sind zu nennen folgende Arbeiten: "De vera crim. laesae majestatis sec. leges positivas indole atque poena", 1806; "Criminalistische Versuche", 1807; "Grundriß einer Geschichte des deutschen peinlichen Rechts und der peinlichen Rechtswissenschaft", 1809; "Geist des allgemeinen Gesetzbuchs über Verbrechen für Baiern", 1811; "Beiträge zur Criminalgesetzgebung in einer vergleichenden|Uebersicht der neuesten Strafgesetzbücher", 1813; "Ueber das Wesen der Rechtswissenschaft und das Studium derselben in Deutschland", 1814; "Lehrbuch der Strafrechtswissenschaft", 1815; "Darstellung des gerichtlichen Verfahrens in Strafsachen", 1817; "Oeffentliches Recht der schweiz. Eidgenossenschaft und ihrer Cantone", 1824 (trad. de l'all. par Masse, 1825). Aus dem Französischen scheint er (nach dem Kayser'schen Bücherverzeichniß) übersetzt zu haben: Latocnaye, "Fußreise durch Schweden und Norwegen", 1802, 1803, aus dem Englischen: "Paris wie es war und wie es ist", 1805, 1806.

Literatur  
Hepp, Darst. u. Beurth. d. deutsch. Strafrechts-Systeme (2), Heidelb. 1843, I, 124—153; II (1844), 38, 66, 92. — Heinze in v. Holtzendorff's Handb. d. deutschen Strafrechts, 1871, I, 285, 286. — Hetzel, Die Todesstrafe, Berl. 1870. S. 208, 209. — Köstlin, System d. deutschen Strafrechts, 1855, S. 390, 393. — Rudolph Wagner, Erinnerungen an Dr. Adolph Henke, Erl. 1844, S. 6.

Autor  
Teichmann.
Empfohlene Zitierweise  

Teichmann, „Henke, Hermann Wilhelm Eduard“, in: Allgemeine Deutsche Biographie (1880), S. 753-754 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd116709324.html?anchor=adb

Quelle/Vorlage: 
ADB 11 (1880), S. 753-754

Erwähnungen: 
NDB 8 (1969), S. 526 Familienartikel (Henke.)
NDB 14 (1985), S. 372* (Leuckart, Rudolf)


GND: 116709324

RDF/XML-Repräsentation

Artikel drucken

Index

Henke, Eduard

Name: Henke, Eduard
Namensvariante: Henke, Hermann Wilhelm Eduard
Lebensdaten: 1783 bis 1869
Beruf/Lebensstellung: Jurist; Professor der Rechte in Halle; Kriminalist
Konfession: evangelisch?
Autor ADB: Teichmann
GND: 116709324

Weitere Informationen

Vernetzte Angebote

Henke, Eduard

GND
116709324