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Eisenlohr, Theodor >>
Eisenlohr, August Adolf
Ägyptologe,
* 6.10.1832 Mannheim,
† 24.2.1902 Heidelberg.
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Wilh. (1786–1848), Dr. med.,
Geh. Hofrat, badischer Medizinalreferent in Mannheim,
S des Pfarrers Christof
u. der Pfarrerstochter
Wilh. Cath. Rebstock;
M Auguste Catoir (1803–73) aus Frankfurt/Main;
Ov Wilh. s. (3);
B Frdr. (1831–1904),
Prof. der
Math. u. Physik in Heidelberg;
Vt August (1833–1916),
Präs. des badischen Innenministeriums;
⚭ 1) 1859 Pauline André (1840–60), 2) 1880 Sofie (1847–1935),
T des Forstinspektors Albert Schreiber; 2
S,
Frdr. (1881–1957),
Prof. der Chemie in Königsberg (
s. Pogg. V, VI, VII a), Ernst (1882–1958),
dt. Gesandter in Athen 1931-35, in Prag 1936-38.
Leben ↑
Eisenlohr studierte zunächst Theologie und nach Unterbrechung durch Krankheit Chemie in Heidelberg, wo er 1860 promovierte und eine chemische Fabrik gründete. Seit 1865 widmete er sich jedoch chinesischer und ägyptischer Sprachstudien und habilitierte sich 1869 in Heidelberg für Ägyptologie, wurde 1872 außerordentlicher, 1885 Honorarprofessor und blieb bis zu seinem Tode Mitglied des Lehrkörpers. Er hielt Vorlesungen aus der ägyptischen Altertumskunde wie auch über semitische Sprachen. Das Ergebnis einer Studienreise nach Ägypten (1869/70) war die Erschließung des „Großen Papyrus Harris“, eine der umfangreichsten und kulturgeschichtlich bedeutungsvollsten Quellen Alt-Ägyptens (unter anderem Verzeichnis aller Stiftungen Ramses' III., um 1150 v. Chr., an ägyptische Heiligtümer). Das größte Verdienst Eisenlohrs besteht in der Edition und Kommentierung des „Papyrus Rhind“ (Ein mathematisches Handbuch der alten Ägypter, 1877), auch als „Rechenbuch des Ahmes“ bekannt, geschrieben etwa im 17. Jahrhundert v. Chr. nach älteren Vorlagen aus dem 19. Jahrhundert, die ausführlichste aller erhaltenen Quellen der altägyptischen Mathematik, ein Handbuch für praktische Erfordernisse, aber gleichzeitig auch theoretische Aufgaben, insbesondere die Einführung in die Bruchrechnung enthaltend. Die Erschließung durch Eisenlohr wurde epochemachend in der Mathematikgeschichte. Die zuvor bestehende Mißachtung der ägyptischen Mathematik wurde damit beseitigt, darüber hinaus aber auch die zeitliche Grenze der Quellenkenntnis der antiken Mathematik über ein Jahrtausend zurückgeschoben und die bestehende Unklarheit betreffs der Rechenkunst in der Antike aufgehellt. Viele Forscher wurden nun zum weiteren Studium der ägyptischen Mathematik angeregt und auch mehrere in der Eisenlohrschen Ausgabe vorhandene Irrtümer beseitigt (neuherausgegeben von T. E. Peet, London 1923, und von A. B. Chace, Ohio 1929).
Werke ↑
u. a. Papyrus Harris, in:
Zs. f. ägypt. Sprache 11, 1873, 12, 1874;
Bearbeiter: Baedecker, Oberägypten
u. Nubien, 1891.
Literatur ↑
Chronik d. Stadt Heidelberg f.
d. J. 1902, 1904, S. 132 f.
(P);
H. Ranke, in:
Bad. Biogrr. VI, 1935, S. 64-67. –
Zu B Frdr.: Chronik d. Stadt Heidelberg f.
d. J. 1904, 1906, S. 155 (
P S. 80);
Pogg. III, IV;
zu
Vt August: K. Glockner, in:
Zs. f. bad. Verwaltung
u. Verwaltungsrechtspflege, 1916,
Nr. 7/8.
Portraits ↑
in:
DGB 101, S. 163.
Autor ↑
Nikolaus StuloffEmpfohlene Zitierweise ↑
Stuloff, Nikolai, „Eisenlohr, August Adolf“,
in: Neue Deutsche Biographie
4
(1959), S.
417
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116427078.html
Eisenlohr, August
Name: Eisenlohr, August
Namensvariante: Eisenlohr, August Adolf
Lebensdaten: 1832 bis 1902
Geburtsort: Mannheim
Sterbeort: Heidelberg
Beruf/Lebensstellung: Ägyptologe
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Stuloff, NikolaiPND: 116427078