<< Ahlefeldt, Joachim
Ahlfeld. >>
Ahlefeldt-Laurwig, Elise Davidia Margarete Gräfin von|
* 17.11.1788 Schloß Tranekjaer auf Langeland (Dänemark),
† 21.3.1855 Berlin. (lutherisch)
Genealogie
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Genealogie ↑
V Friedrich Graf von Ahlefeldt-Laurwig (1760–1832), Herr der Grafschaft Langeland;
M Louise Charlotte von Hedemann-Heespen aus Holstein (1762–1812, geschieden 1809);
⚭ 1) 1806 Christian VIII., Herzog von Schleswig, Holstein und Lauenburg, seit 1839 König von Dänemark (1786–1848), 2) 20.3.1810 Adolf Freiherr von Lützow (1782–1834, Freikorpsführer, geschieden April 1825);
T aus 1) Adolfine Laurberg (
* 1807.
⚭ 1836 Karl Kegel, Gymnasiallehrer aus Elberfeld).
Leben ↑
Ahlefeldt-Laurwig erhielt von ihrem 7. Lebensjahr an eine vollkommen deutsche Erziehung. Ihre erste, gegen den Willen des Vaters geschlossene kurze, glückliche Ehe wurde verschwiegen und das Kind von Dänemark ferngehalten. Durch ihre zweite Ehe mit Adolf von Lützow wurde sie in den Befreiungskriegen „die Seele und die Muse“ der Lützowschen „Schwarzen Jäger“; in Lützows Abwesenheit warb sie in Breslau selbst Freiwillige an. 1817 zog das Ehepaar nach Münster. Die Ehe zwischen dem biederen Kriegsmann Lützow und der reichgebildeten, schöngeistigen Ahlefeldt-Laurwig war bereits in sich gebrochen, als sie in Münster den 25jährigen K. L. Immermann kennenlernte. Nach der Trennung ihrer Ehe ging Ahlefeldt-Laurwig zunächst nach Dresden, später nach Magdeburg, lehnte es aber ab, Immermanns Frau zu werden. Seit 1827 teilte sie mit ihm, den sie in seiner dichterischen Schaffenskraft zu fördern wußte, in Düsseldorf das Haus, welches bald ein Mittelpunkt für Dichter und Künstler wurde. Im August 1839 verließ Ahlefeldt-Laurwig den Dichter, als dieser sich zu Marianne Niemeyer bekannt hatte, und reiste nach Italien. 1840 gründete sie in Berlin ein Heim, in dem sie einen anregenden Freundeskreis um sich versammelte.
Literatur ↑
ADB I; L. Assing,
Gfn. E.
v. A., Eine
Biogr., nebst Briefen
v. Immermann,
Möller u. Henriette Paalzow, 1857
(P); F. Kohlrausch, Erinnerungen aus meinem Leben, 1863; K. Immermann, sein Leben u. seine Werke, aus Tagebüchern u. Briefen an seine
Fam. zusammengestellt,
hrsg. v. G. zu Putlitz, 2
Bde., 1870; H. Maync,
Gfn. E.
v. A. im Leben Lützows u. Immermanns, in:
Internat. Mschr. f.
Wiss., Kunst u. Technik 11, 1917,
Sp. 101-28, 229-54;
ders., Immermann, 1920, S. 84-93, 439-49, 453-63; W. Deetjen,
Gfn. E.
v. A., in: Westermanns
Mhh.,
Jg. 66,
Bd. 132, 1922, S. 116 bis 122
(P); C. F. Müller,
Gfn. A. u. Emil Palleske, ebenda,
Jg. 67,
Bd. 134, 1923, S. 65-68
(P); R. Kühn, E.
v. Lützow u. Lützows wilde Jagd, 1934;
Kosch, Lit.-Lex. (W, L).
Autor ↑
Walter KunzeWerke ↑
zum Gesamtartikel: L. Bobbé, Slaegten Ahlefeldts Historie, 1897 ff.; Danmarks Adels Aarbog II, 1929; Dansk. Leks. I.
Empfohlene Zitierweise ↑
Kunze, Walter, „Ahlefeldt-Laurwig, Elise Davidia Margarete Gräfin von“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
110
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116270608.html
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Ahlefeldt, Elise
Leben
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Leben ↑
Ahlefeldt: Elise
Davidia Margarethe, Gräfin von
A.
-Laurwig, Tochter des Grafen Friedrich, geb. zu
Schloß Trankjör auf Langeland
17. Nov. 1788, † 20. März 1855. Sie greift sowol in die
Geschichte der Freiheitskriege als in die ihnen folgende
Litteraturepoche mit ihren Lebensschicksalen ein. Einziges
überlebendes Kind ihrer Eltern wurde ihr doch keine beglückte
Kindheit und Jugend. Häusliche Zerwürfnisse, meist hervorgerufen
durch Verschwendung und Ausschweifungen des Vaters, trennten die
Ehe der Eltern. So wuchs sie auf, bald in trüber Zurückgezogenheit
bei der Mutter, bald in dem üppig verschwenderischen Schloßleben
des Vaters. Anmuth, vornehme Erscheinung, ein romantischer Zug
durch ihr ganzes Wesen, leidenschaftliche Begeisterungsfähigkeit,
glühende Neigung zur Poesie, die sich mehr in sinniger
Empfänglichkeit und Hingabe, als in kritischer Schärfe äußerte,
entwickelten sich schnell bei dem jungen schönen Mädchen, das als
reiche Erbin in die Welt trat. — Ganz deutsch in ihrer Empfindung
durch die Erziehung der angebeteten deutschen Mutter, ward sie von
den Geschicken Deutschlands in den schweren Jahren der
Erniedrigung
|ergriffen und da ein gemeinsamer
Badeaufenthalt sie die Bekanntschaft Adolfs von Lützow machen
ließ, in dem sie gleich glühende Begeisterung für die große Sache
des Vaterlandes fand, schloß sie mit diesem, nicht ohne schwer zu
überwindenden Einspruch ihres Vaters, im J. 1808 eine Ehe, die
anfangs ganz geeignet schien, sie zu beglücken. An dem Entschluß
zur Bildung eines Freicorps im J. 1813 hatte sie, wie auch an der
Werbung desselben, entschiedenen Antheil. Sie nahm in Breslau die
Meldungen an, trat vielen Kameraden des Corps freundschaftlich
näher und theilte ihnen ihre Begeisterung mit. Theodor Körner,
Friesen, Petersdorff, gehörten zu ihren treusten Freunden. In den
Kämpfen blieb sie dem Corps nahe, helfend, pflegend, namentlich
ihren oft verwundeten Gatten; alle Mühen theilend. Nach dem Kriege
lebte sie in Münster, wo Lützow in Garnison stand. Aber die
äußerlich freundlichen, innerlich unharmonischen Verhältnisse der
kinderlosen Ehe wurden immer unbefriedigender. In dieser geistigen
Oede lernte sie den jungen Immermann kennen, der Auditeur bei
Lützow war. Mit Begeisterung verfolgte sie die Entwickelung seines
im Werden ringenden dichterischen Talentes; so legte sich der
Grund zu einer Freundschaft, die immer leidenschaftlicher werdend
in das Leben Beider mächtig eingriff. — Freundliches gegenseitiges
Abkommen trennte die Ehe mit Lützow und Elise nahm ihren
Familiennamen Gräfin
A.
wieder an. Von nun an folgte sie Immermann erst nach
Magdeburg, dann nach Düsseldorf und kam so mit den Repräsentanten
der Litteratur, so weit sie in Immermann's Kreis traten, in
Beziehung. Als der Dichter sich im J. 1839 verheirathete, siedelte
Elise von Düsseldorf nach Berlin über, wo sie bis zu ihrem Tode
blieb. Schnell hatte sich wieder ein Kreis älterer Freunde und
jüngerer Bekannten um sie als anmuthigen Mittelpunkt gesammelt,
belebt von den Erinnerungen der Freiheitskriege und von warmer
litterarischer Theilnahme. — Längeres Leiden schloß ein Leben ab,
das reicher an Erfahrungen als an Glück, an immer wieder
getäuschten Illusionen hinkrankte.
Literatur ↑
Ludm. Assing, Gräfin El. v.
A.
, Biographie, nebst Briefen von Immermann, Möller u.
Henr. Paalzow.
Autor ↑
G. zu Putlitz.
Empfohlene Zitierweise ↑
Putlitz, G. zu, „Ahlefeldt, Elise“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
160-161
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116270608.html?anchor=adb
Ahlefeldt-Laurwig, Elise Davidia Gräfin von
Name: Ahlefeldt-Laurwig, Elise Davidia Gräfin von
Namensvariante: Ahlefeldt-Laurwig, Elise Davidia Margarete Gräfin von
Namensvariante: Ahlefeldt-Laurwig, Elise Gräfin von
Namensvariante: Lützow, Elise von
Lebensdaten: 1788 bis 1855
Geburtsort: Schloß Tranekjaer auf Langeland (Dänemark)
Sterbeort: Berlin
Beruf/Lebensstellung: Soldatenwerberin
Konfession: lutherisch
Autor NDB:
Kunze, WalterAutor ADB:
Putlitz, G. zuPND: 116270608