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Ahlefeldt, Gottschalk (Gosche) von
letzter katholischer Bischof von Schleswig,
* 1475 auf Bollingstedt bei Schleswig,
† 25.1.1541 Bollingstedt bei Schleswig.
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Claus von Ahlefeldt;
M Anna Buchwald.
Leben ↑
Ahlefeldt studierte 1489 in Rostock und kam 1496 an die Kurie. Nach einem kurzen Aufenthalt in der Heimat (1497) studierte er 1498 in Bologna, wo er 1500 „Procurator der deutschen Nation“ wurde und 1501 zum Doctor decretorum promovierte. 1501 wurde er Kanzler des Herzogs Friedrich auf Gottorf, bis er 1507 Bischof von Schleswig wurde. Die starke Verschuldung seines Bistums zwang ihn zum Verkauf von Bistumsgütern und zur Verpfändung eines Teils seiner Einkünfte. Als tüchtiger Verwaltungsmann ordnete er vor allem das Rechnungswesen seines Bistums, wovon Aufzeichnungen im „Zinsbuch“ von 1509 und zu Beginn der Reformation 1523 erhalten sind. Seine Neuordnung des Gottesdienstes konnte die seit 1527 obsiegende lutherische Bewegung nicht aufhalten, gegen die er bis an sein Ende einen zähen Kampf führte, besonders bei den Verhandlungen auf den Landtagen von Rendsburg 1525, Kiel 1526 und 1533 und Rendsburg 1540. Ein Jahr nach seinem Tod kam mit der Annahme der schleswig-holsteinischen Kirchenordnung von 1542 die Reformation in seinem Bistum zum Abschluß.
In seiner politischen Tätigkeit tendierte Ahlefeldt mehr zu Dänemark. 1514 war er Wortführer der dänischen Gesandtschaft an den kaiserlichen Hof zu Linz im Auftrag König Christians II. bei der Werbung um die Hand der Erzherzogin Isabella von Österreich, der Schwester Kaiser Karls V. 1515 war er „Orator“ seines Herzogs am päpstlichen Hof und blieb mit Friedrich von Gottorf in enger Verbindung, auch als dieser 1523 an Stelle Christians II. König von Dänemark wurde. 1526 verteidigte er die Rechte seines Bistums, dessen Zugehörigkeit zum deutschen Reich er bestritt, vor dem Reichskammergericht zu Speyer.
Werke ↑
Liber agendarum, Paris 1512, neu
hrsg. v. J. Freisen, 1898; Breviarium, 1512
(P); Diurnale, 1513.
Literatur ↑
R. Hansen-W. Jessen,
Qu. z. Gesch. d. Bistums Schleswig, 1904;
Ztschr. f. schleswig-
holstein. Gesch. 40, 1910, S. 340 ff., u. 70/71, 1943, S. 190 ff.;
Schrr. d.
Ver. f. schleswig-
holstein. Kirchengesch., 1. Reihe, H. 7, 1914;
Th. Stoltenberg,
Gf. v. A. u. Tilemann
v. Hussen, der letzte
kath. u. d. erste
ev. Bischof in Schleswig, 1925;
Sleswigs delte Bispedømme,
Jubiläumsschr. Kopenhagen 1949, S. 34-38.
Portraits ↑
Grabstein im Schleswiger Dom.
Autor ↑
Wilhelm JensenEmpfohlene Zitierweise ↑
Jensen, Wilhelm, „Ahlefeldt, Gottschalk von“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
109
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd135776074.html
Ahlefeldt, Gosche von
Name: Ahlefeldt, Gosche von
Namensvariante: Ahlefeldt, Gottschalk von
Lebensdaten: 1475 bis 1541
Geburtsort: auf Bollingstedt bei Schleswig
Sterbeort: Bollingstedt bei Schleswig
Beruf/Lebensstellung: Bischof von Schleswig
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Jensen, WilhelmPND: 135776074