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Bodeck, Johann von

Bankier, * 6.9.1555 Antwerpen, 2.8.1631 Frankfurt/Main. (lutherisch)


GenealogieLebenLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
Aus Thorner Patrizierfamilie; V Bonaventura ( 1591), Großkaufmann in Antwerpen: M Agathe von Neck; B Bonaventura der Jüngere ( 1627), kaiserlicher Rat; 24.6.1584 Maria ( 1607), T des Antwerpener Kaufmanns Arnold Bormann und der Cornelia Piggen; 3 S, 5 T.

Leben  
Bodeck besuchte 1563-65 die Schulen in Leiden und Nürnberg und begab sich dann auf Auslands|reisen. 1572 hielt er sich in Paris auf, wo er, als Lutheraner, mit knapper Not dem Blutbad der Bartholomäusnacht entging. 1583 übernahm er in Antwerpen die bedeutende Wechselhandlung seines verstorbenen Schwiegervaters. Kurz vor der Einschließung der Stadt durch die Spanier flüchtete er mit seiner Familie nach Seeland und von da nach Lübeck, von wo er 1585 zu dauernder Niederlassung nach Frankfurt/Main kam. Hier betrieb er mit seiner Schwiegermutter und seinem Schwager Hans Scholier ein Bankgeschäft, das ihn in kurzer Zeit zum reichen Mann und ersten Bankier Frankfurts machte. Als Haupt einer Finanzgruppe, meist niederländischer Geschäftsleute, mit denen er z. T. auch verwandtschaftlich verbunden war, beherrschte er in den ersten Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts fast das gesamte Wechselgeschäft zwischen Amsterdam, Antwerpen, Hamburg, Frankfurt und Venedig. In der Liste der Firmen, mit denen er in Geschäftsverbindung stand, befinden sich die Namen der größten deutschen und ausländischen Kaufleute der Zeit. Auch mehrere deutsche Fürsten, wie Kaiser Ferdinand II., Landgraf Ludwig V. von Hessen-Darmstadt, Herzog Johann Friedrich von Württemberg u. a., sowie die Städte Breslau, Emden, Erfurt, Frankfurt, Hamburg, Oppenheim, Straßburg und Ulm gehörten zu seinen Schuldnern. Bodecks Vermögen - er war der „erste Guldenmillionär Frankfurts“ - legte er z. T. in umfangreichem Grundbesitz an. So besaß er außer dem Hause zum Goldenen Bären auf dem Roßmarkt zu Frankfurt mehrere Häuser in Antwerpen, ein Landgut zu Nierstein am Rhein, ferner das adelige Gut und Schloß Berghaupten bei Offenburg und ausgedehnte Ländereien, Hofgüter und Sommersitze in der Nähe von Frankfurt. Trotz erheblicher Verluste bei der Beteiligung an den Mansfelder Kupferspekulationen der Stadt Leipzig, in deren Konkurs er 1625 verwickelt wurde, starb Bodeck als einer der reichsten Männer Deutschlands. Seine bedeutenden Wechselgeschäfte haben wesentlich dazu beigetragen, daß die früher nur in der Messezeit abgehaltene Börse zu einer dauernden Einrichtung in Frankfurt geworden ist.

Literatur  
Genealogia familae a B., o. O., o. J. [ca. 1713]; Leichenpredigt … v. H. Tettelbach, Frankfurt 1631; F. A. Finger, Ein Zwangsanlehen d. Kaisers Ferdinand II. b. J. v. B., in: Mitt. d. Ver. f. Frankfurter Gesch. u. Kunst 2, 1864, S. 272; A. Dietz, Frankfurter Handelsgesch., 1921, Bd. 2, S. 188, Bd. 3, S. 220-65.

Autor  
Robert Diehl
Empfohlene Zitierweise  

Diehl, Robert, „Bodeck, Johann von“, in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 349 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd135551323.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 2 (1955), S. 349 f.

PND: 135551323
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Index

Bodeck, Johann von

Name: Bodeck, Johann von
Lebensdaten: 1555 bis 1631
Geburtsort: Antwerpen
Sterbeort: Frankfurt/Main
Beruf/Lebensstellung: Bankier
Konfession: lutherisch
Autor NDB: Diehl, Robert
PND: 135551323

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Bodeck, Johann von

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135551323

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