<< Bocksberger, Johann der Ältere
Bockum-Dolffs, Florens Heinrich Gottfried von >>
Bocksberger, Johann Melchior (Hans)
Maler und Zeichner,
* vermutlich zwischen 1525 und 1535 Salzburg,
† 1587 Regensburg. (katholisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Johann der Ältere (s. 1);
⚭ April 1558 München.
Leben ↑
J. von Sandrart erwähnt voller Lob Hans Bocksberger als Sohn und Gehilfen des alten Hans Bocksberger. Die übrige frühe Literatur kennt meist nur „Bocksberger" oder Hans Bocksberger, seltener Melchior Bocksberger. Der Künstler selbst scheint zur Unterscheidung von seinem Vater den Vornamen „Melchior" betont zu haben. Da auch stilistisch keine entscheidenden Unterschiede festzustellen sind, ist eine Trennung zweier Maler namens „Melchior" und „Hans" abzulehnen. - Bocksberger, der 1558 in München auftaucht, wohin er zuerst als Geselle seines Vaters gekommen sein wird, und der 1561 zu den Meistern des dortigen Malerhandwerks gehörte, lehnte sich in seinen Frühwerken von 1559/60, den 15 Plafond-Gemälden für das Lusthaus Albrechts V. (Bayerische Staatsgemäldesammlungen) mit ovidischen Darstellungen aus der antiken Mythologie, eng an den erzählerischen, etwas steifen und geschraubten, auf mittelitalienischen und venezianischen Vorbildern beruhenden Raumillusionismus seines väterlichen Lehrers an. Bis 1572 in München mit - heute verschollenen - Arbeiten nachweisbar, begegnet uns Bocksberger 1573/74 (später auch 1585/87) in Regensburg, wo er vielleicht schon um 1564 weilte und wo er viele Häuser „außen und innen“ bemalte. Bis auf das bekannte, doch später völlig entstellte Goliath-Fresko sind alle diese Arbeiten - ebenso wie die Fassadenmalereien in Augsburg, Wasserburg und wohl auch in Salzburg, München, Ingolstadt und Passau - untergegangen. Als wichtige Dokumente sind dort lediglich noch 5 Entwürfe - mythologische und testamentarische Szenen - zu Fassade und Turm des Rathauses erhalten (Museum Regensburg), die den starken Fortschritt des Meisters im Sinne einer lockergewandten und einfallsreichen dekorativen Flächenkunst demonstrieren. Während sich unsere Kenntnis der Tafelmalerei Bocksbergers auf wenige Zuschreibungen beschränkt, ist eine größere Anzahl von Zeichnungen für ihn gesichert, die seine Berühmtheit als Tier-, Jagd- und Schlachtenmaler erklärlich machen und teilweise auch den von Sandrart gerühmten „Geistreichtum“ erkennen lassen. Die umfangreichste, wenn auch nicht immer beste Vorstellung hiervon vermitteln 79 Vorzeichnungen Bocksbergers zu den von Jost Amman in Holz geschnittenen Bibel- und Livius-Illustrationen (Frankfurt/Main 1564 und 1570, im Landesmuseum Weimar). Insgesamt erweist sich der zu seiner Zeit und bis ins 17. Jahrhundert hinein sehr geschätzte Meister als ein von italienischen und später auch niederländischen Einflüssen bestimmter, doch durchaus deutscher Manierist mit kleinmeisterlichen Zügen, der von zeichnerischer Begrenzung mehr und mehr in frühbarocker Weise zu großzügigem malerischem Vortrag gelangte. Sein Schüler war
u. a. der Münchner Hofmaler Christoph Schwarz.
Werke ↑
Weitere W Landsknecht, eine Fahne schwingend, Zeichnung, Kopie nach H.L. Schäufelein, 1558 (
Fragl. Zuschreibung, Albertina Wien); Entwürfe d. Holzschnitt-
Ill. z. „Neuw Thierbuch: Eigentl. u. auch gründl. Beschreibung allerley vier u. zweyfüssigen Thieren“, Frankfurt a. M. 1569
(Vorzeichnungen, 1567/68, nicht bekannt); Zeichnungen (Wallraf-Richartz-
Mus. Köln,
Graph. Slg. München,
Kupf.-kab. Berlin, Kunstslgg. Veste Coburg,
Univ.-
Bibl. Erlangen, Louvre Paris, British
Mus.,
Univ. College, London, Ashmolean
Mus. Oxford.
Literatur ↑
ADB II;
J.
v. Sandrart, Academie d. … Mahlerey-Künste von 1675,
hrsg. v. A. R. Peltzer, 1925, S. 115, 121
(P), 326, 293, 418;
A. M. Hind, Select list … of the Prints and Drawings in …
Univ. College, London 1930, S. 11,
No. 5;
Old Master Drawings,
Bd. 6, London 1931/32, S. 16,
Bd. 11, 1936/37, S. 68 f.;
Beschreibender
Kat. d. Handzeichnungen in d.
Graph. Slg. Albertina,
Bd. 4, Wien 1933,
Nr. 295;
Musée du Louvre, Inventaire général des Dessins des écoles du Nord, T. 1, Paris 1937,
Nr. 63-66;
K. T. Parker,
Cat. of the Coll. of Drawings in the Ashmolean
Mus.,
Bd. 1, Oxford 1938, S. 119;
M. Baur-Heinhold, Süddt. Fassadenmalerei, 1952, S. 39 ff., 43 ff.
Portraits ↑
Kupf., 17.
Jh. (
German. Nat.-Mus. Nürnberg).
Literatur ↑
zum Gesamtartikel:
M. Goehring, Die
Malerfam. B., in: Münchner
Jb. d. bildenden Kunst,
NF 7, 1930, S. 185-280
(vollst. L);
ThB (L).Autor ↑
Lothar PretzellEmpfohlene Zitierweise ↑
Pretzell, Lothar, „Bocksberger, Johann Melchior“,
in: Neue Deutsche Biographie
2
(1955), S.
346
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd121009084.html
<< Böckmann, Karl Wilhelm
Bocksdorf, Dietrich >>
Bocksberger, Hans
Leben
| Autor
| Zitierweise
Leben ↑
Bocksberger: Hans B., Maler und Zeichner für den Formschnitt, geb. zu Salzburg um 1530, Sohn und Schüler eines gleichnamigen Malers, malte auch
|in Oel- und Wasserfarben, namentlich aber in Fresco und mit Vorliebe Jagden und Schlachten. Jetzt sind diese Wandmalereien zum größten Theil zu Grund gegangen, aber Sandrart, der sie noch kannte, lobt Bocksberger's hurtigen Pinsel und klugen Geist.
B. arbeitete längere Zeit zu München, dann zu Augsburg, Landshut (1579 bemalte er die Trausnitz mit Fresken), Salzburg, Pafsau und Ingolstadt. Außerdem lieferte er auch Vorlagen für den Holzschnitt. Er muß ein besonders großes Ansehen als Thiermaler gehabt haben, indem Feierabend in der Vorrede zu seinem "Neuw Thierbuch: Eigentliche und auch gründliche Beschreibung allerley vier und zweyfüßigen Thieren. — Erstlich durch den weitberühmten Hans Bocksperger den jüngern von Saltzburg in visirung gestellt, Folgends gerissen durch den kunstreichen Joss Amman" etc. (erste Auflage Frankfurt a. M. 1569) ausdrücklich bemerkt, er habe deshalb den
B. zugezogen, weil er keinen bessern Thierzeichner kenne. Andere Compositionen Bocksberger's findet man in "Neuwe biblische Figuren dess Alten und Neuwen Testaments, geordnet und gestellt durch den fürtrefflichen und kunstreichen Johann Bockspergern von Saltzburg den Jüngern, und nachgerissen — durch — Jost Amman" (Frankfurt 1564, erste Auflage); "Neuwe Livische Figuren, darinnen die gantze Römische Historien — —. Geordnet und gestellt durch den fürtrefflichen und kunstreichen Johann Bocksbergern von Salzburg den Jüngern und — nachgerissen durch — Joss Amman" (Frankfurt 1570, erste Auflage); "Triumph und aigentliche Contrafactur wie und welcher Gestalt — Maximilian II. — mit seinen Söhnen und Brüdern und den Churfürsten auf den Reichstag geritten ist. Durch den berühmten Maler Hans Bocksberger disponirt und gestellt. Gedruckt zu Prag — 1573."
Autor ↑
W. Schmidt.Empfohlene Zitierweise ↑
Schmidt, Wilhelm, „Bocksberger, Hans“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
2
(1875), S.
788-789
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd121009084.html?anchor=adb
Bocksberger, Hans
Name: Bocksberger, Hans
Namensvariante: Bocksberger, Johann Melchior
Namensvariante: Bocksberger, Melchior
Lebensdaten: vermutlich zwischen 1525 oder 1535 bis 1587 oder 1589
Geburtsort: Salzburg
Sterbeort: Regensburg
Beruf/Lebensstellung: Maler; Zeichner
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Pretzell, LotharAutor ADB:
Schmidt, WilhelmPND: 121009084