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Bock, Hans der Ältere

Schweizer Maler, * um 1550 Zabern (Elsass), 1623 Basel. (evangelisch)


GenealogieLebenLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Peter ( 1585), Steinmetz in Zabern; M Brigida Neger; 4.8.1573 Elisabeth Kleinmann; S Hans der Jüngere, Felix, Peter, Emanuel und Nicolaus, alle Maler; 3 T.

Leben  
Bock ist der Hauptmeister des eklektischen Manierismus der Jahrzehnte nach Holbein in Hasel. Die Kunstfertigkeit, die durch fleißiges Kopieren und eifriges Studium der künstlerischen Verlassenschaft der vorangegangenen Zeit erworben und ausgebildet worden war, übertraf bei weitem die Kraft der künstlerischen Eingebung. 1571 war er Geselle bei Hans Hug Kluber; 1572 wurde er in die Zunft zum Himmel (wo die Maler zuständig waren) und im Jahre darauf in das Bürgerrecht von Basel aufgenommen. Nach der Reformation erstreckte sich die künstlerische Tätigkeit ausschließlich auf dekorative Arbeiten, vor allem auf Wandgemälde und auf Scheibenrisse zu Glasgemälden sowie auf Bildnisse. Die ersteren lassen sich heute vor allem aus einigen Federzeichnungen (besonders im Basler Kupferstichkabinett) erschließen. 1579 kopierte Bock im Auftrag des Rates eine der großen, schadhaft gewordenen|Malereien Holbeins im Rathaus auf Leinwand. 1592 verzierte er die Zifferblätter der Münsteruhr. Eine im Inneren des Münsters begonnene Ausmalung mußte auf den Einspruch kirchlicher Kreise gleich wieder getilgt werden. Von 1608 an beschäftigte ihn während vier Jahren die Ausmalung der inneren wie der äußeren Wände des Rathauses, bei welch umfangreicher Arbeit ihm seine Söhne Felix und Peter behilflich waren. Dieser außergewöhnlich aufwändige Auftrag erweist Bock als offiziellen Nachfolger Hans Holbeins. Diese Malereien sind großenteils noch erhalten; doch sind sie im Laufe der Jahrhunderte so oft und gründlich übermalt worden, daß nur mehr die Bilderfindung als Ganzes beurteilt werden kann. Noch 1619 erhielt der alte Meister den Auftrag, das Rheintor zu schmücken. - In ausgedehntem Umfang war Bock auch als Kartograph tätig. 1588 fertigte er einen Plan der Stadt Basel; zwei Jahre später hat er deren Umgebung in grundt glegt; 1612 nahm er Kolmar auf, und es scheint, daß er als Feldmesser auch wiederholt von Erzherzog Maximilian in Innsbruck in Anspruch genommen worden ist. - Bocks Kunst ist gelehrte Bildungskunst im Stile der italianisierenden Niederländer. Mit großem Aufwand an Figuren in komplizierten Stellungen und in überreichen Architekturen werden „die Verleumdung des Apelles", ein „Sturz der Giganten" oder „Joseph und die Frau des Potiphar“ dargestellt. Wenn er sich frei zu machen verstand von der modischen Vorstellungskunst und sich an die Natur halten mußte, wie in dem frühen Genrebild „Das Bad zu Leuk“ von 1597 (Öffentliche Kunstsammlung Basel), gelangen ihm originelle Leistungen von bemerkenswerter Kraft.

Literatur  
P. Ganz, in: SKL, 1905; ThB (auch f. d. Söhne).

Autor  
Walter Hugelshofer
Empfohlene Zitierweise  

Hugelshofer, Walter, „Bock, Hans der Ältere“, in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 342 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118927639.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 2 (1955), S. 342 f.

PND: 118927639
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Index

Bock, Hans der Ältere

Name: Bock, Hans der Ältere
Lebensdaten: um 1550 bis 1623
Geburtsort: Zabern (Elsass)
Sterbeort: Basel
Beruf/Lebensstellung: schweizerischer Maler
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Hugelshofer, Walter
PND: 118927639

Weitere Informationen

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Bock, Hans der Ältere

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118927639

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