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Senfft von Pilsach, Friedrich Christian Ludwig

 LebenAutorZitierweise

Leben  
Senfft: Friedrich Christian Ludwig S. v. Pilsach, genannt Laun, weil von Hofrath Laun adoptirt, entstammte einem seit 1490 näher bekannten, aus der Pfalz nach Hessen, Sachsen etc. verbreiteten Geschlechte. Er war geboren am 7. Jan. 1774 zu Oberschmon bei Querfurt, vermählt 1801 mit Henriette, der Tochter des Grafen v. Werthern-Beichlingen, einer Nichte des preußischen Ministers Freiherrn zum Stein, trat 1796 als Hof- und Justitienrath in den kursächsischen Staatsdienst, wurde im Februar 1806 Gesandter in Paris und im September 1809 als Nachfolger des verstorbenen Grafen Bose nach eingeholter Genehmigung des Kaisers Napoleon zum Cabinetsminister für die auswärtigen Angelegenheiten ernannt. Kein blinder Anhänger Napoleon's, aber ein ausgesprochener Gegner Preußens, hatte er sich mit der abenteuerlichen Hoffnung erfüllt, auf den Trümmern dieses, wie er meinte, auf immer verlorenen Staates eine sächsischpolnische Centralmacht Europas aufzurichten. Die Rücksicht auf die Erhaltung|des Herzogthums Warschau war daher ein wesentliches Moment, welches die Haltung Sachsens im Frühjahr 1813 bestimmte. Während er den Vorschlag Napoleon's, König Friedrich August solle sich wieder wie 1809 nach Frankfurt a. M. in Sicherheit bringen, zurückwies, war ihm doch auch die Aussicht auf eine preußische Hegemonie über Norddeutschland unerträglich. Auf seinen Rath entschied sich der König für den Anschluß an Oesterreich; er selbst begab sich nach Unterzeichnung der Convention vom 23. April insgeheim nach Wien. Aber die Schlacht bei Lützen entschied seinen Rücktritt. Er zog sich nach Lausanne zurück. Nach der Schlacht bei Leipzig eilte er nach Frankfurt, um bei den Verbündeten im Interesse des gefangenen Königs zu wirken; dieser lehnte jedoch seine Dienste ab. Dagegen ernannte ihn der Kaiser von Oesterreich zum Geheimen Rath und Metternich übertrug ihm die Leitung der Intrigue, durch welche im Einverständniß mit den Berner Aristokraten der alte Zustand der Eidgenossenschaft wieder hergestellt werden sollte. Nachdem diese gescheitert, privatisirte er in Paris, trat zur katholischen Kirche über, wurde 1825 österreichischer Gesandter in Turin, 1832 in Florenz, 1836 im Haag, 1840—1847 in München und starb am 17. März 1853 in Innsbruck.
Mémoires du Comte de Senfft 1806—1813, Leipzig 1863 (herausgegeben von v. Rochow).

Autor  
Flathe.
Empfohlene Zitierweise  

Flathe, Heinrich Theodor, „Senfft von Pilsach, Friedrich Christian Ludwig “, in: Allgemeine Deutsche Biographie 34 (1892), S. 26-27 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd117473359.html?anchor=adb

Quelle/Vorlage: 
ADB 34 (1892), S. 26-27

PND: 117473359
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Index

Senfft, Friedrich Christian Ludwig von

Name: Senfft, Friedrich Christian Ludwig von
Namensvariante: Laun, Friedrich Christian Ludwig von
Namensvariante: Senfft von Pilsach, Friedrich Christian Ludwig
Lebensdaten: 1774 bis 1853
Beruf/Lebensstellung: sächsischer Diplomat
Konfession: evangelisch; katholisch
Autor ADB: Flathe, Heinrich Theodor
PND: 117473359

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Senfft, Friedrich Christian Ludwig von

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117473359

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