<< Lauer, Gustav von
Laufberger, Ferdinand >>
Lauerer, Hans
lutherischer Theologe,
* 25.5.1884 Regensburg,
† 20.1.1953 Nürnberg.
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Nachlass
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Joh. Paul (1856–1928), Schiffsmeister in
R.;
M Anna Margarethe Kliegel (1860–1929);
⚭ München 1913 Sophie Emma (1882–1977),
T d.
Gymnasialprof. Hugo Eder u. d. Emma Seebald; 1
S, 2
T .
Leben ↑
L. besuchte das Gymnasium in Regensburg, studierte
ev. Theologie in Erlangen und Leipzig und erwarb 1911 in Erlangen den Titel eines
Lic. theol. aufgrund der Arbeit „Die theologischen Anschauungen des Bischofs Anselm von Havelberg (
† 1158)“. Er besuchte anschließend das Predigerseminar in München, war 1911-13 Stadtvikar in München-
St. Matthäus, 1913-18 Pfarrer in Großgründlach. 1918 zum Rektor der
ev.-
luth. Diakonissenanstalt Neuendettelsau berufen, versah er dieses Amt bis zu seinem Tode. 1925 wurde er zum
Dr. theol. in Erlangen promoviert, seine theologisch äußerst fundierten, zugleich für gebildete Laien verständlichen Einsegnungsunterrichte für Diakonissen wurden als Dissertationsschrift anerkannt. 1936 wurde er zum Kirchenrat ernannt.
L.s theologischer Standort war das Bekenntnis der
luth. Reformation. Von daher nahm er auch an den Auseinandersetzungen mit dem liberalen Neuprotestantismus nach dem 1. Weltkrieg teil. Indem er dem Ruf an die
ev.-
luth. Diakonissenanstalt Neuendettelsau folgte, verzichtete er auf die spezielle wissenschaftliche Laufbahn. Die Leitung der Schwesternschaft mit ihren ausgedehnten diakonischen Arbeitsfeldern stellte besonders in der Zeit des Nationalsozialismus und des 2. Weltkrieges große Aufgaben.
L. hat für die theologische Begründung der
ev. Diakonie Bedeutung gewonnen, indem er die Gedanken seiner Vorgänger W. Löhe und H. Bezzel selbständig weiterentwickelte. Als Prediger und theologischer Lehrer an dem vielgestaltigen Neuendettelsauer Schulwesen hat er eine tiefgehende Wirksamkeit entfaltet. Die Einsegnungsunterrichte hatten schon von ihrer Thematik her Bedeutung über den engeren Kreis hinaus und wurden durch Druck weiterverbreitet,
z. B. „Die Diakonie Jesu Christi" (1920), „Der Stand der Rechtfertigung“ (1924), „Jesu Gebetsschule“ (1925), „Ich glaube an den
Hl. Geist“ (1928) und „Gethsemane und Golgatha“ (1932). 1933/34 auch in die Auseinandersetzungen des Kirchenkampfes verwickelt, nahm
L. zunächst eine vermittelnde Stellung zwischen Deutschen Christen und Bekennender Kirche ein, lehnte aber im Herbst 1933 die Berufung zum
luth. Kirchenminister durch Reichs
|bischof Müller ab und ging den Weg des
bayer. Landesbischofs Meiser, der sich 1934 von Müller trennte, mit. Er war Mitglied vieler für diakonische und soziale Fragen verantwortlicher Gremien, auch der Landessynode der
Ev.-Luth. Kirche in Bayern. Seit 1947 war er im Nebenamt Dozent für Systematische Theologie an der kirchlich-theologischen Augustana-Hochschule Neuendettelsau.
Werke ↑
Weitere W u. a.
Was ist d. Kirche? 1920;
Die Entstehung d. Diakonissenanstalt Neuendettelsau, 1926;
Pfarrer Wilhelm Löhe, 1926;
Erziehen heißt Dienen, 1926;
Kirche u. Staat, 1934;
Die Diakonissenanstalt Neuendettelsau 1854-1954,
hrsg. v. H. Dietzfelbinger, 1954
(P). -
Hrsg.: Aus d. Diakonissenanstalt Neuendettelsau, 1926 ff. (Schrr.reihe).
|Nachlass ↑
Nachlaß: Neuendettelsau.
Literatur ↑
Th. Schober, Schatzhäuser d. Kirche, Der Diakonissendienst in d. Gestaltung durch d. Lutheraner W. Löhe, H. Bezzel u. H.
L., 1961.
Portraits ↑
Phot. (Mutterhaus d. Diakoniewerkes Neuendettelsau),
Abb. b. Dietzfelbinger, s.
L.
Autor ↑
Hermann DietzfelbingerEmpfohlene Zitierweise ↑
Dietzfelbinger, Hermann, „Lauerer, Hans“,
in: Neue Deutsche Biographie
13
(1982), S.
706 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116754095.html