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Lassen, Eduard

Komponist, Dirigent, * 13.4.1830 Kopenhagen, 15.1.1904 Weimar. (israelitisch)


GenealogieLebenAuszeichnungenWerkeLiteraturPortraitsAutorZitierweise

Genealogie  
V Ludwig, Kleiderhändler u. Kaufm. in K.; M Hetty (1806–81), T d. Kaufm. Markus Daniel Warburg in K. u. d. Johanna Levy; ledig.

Leben  
Kindheit und Jugend verlebte L. in Brüssel, wo der Vater kurz nach seiner Geburt ein Handelshaus eröffnet hatte. Seit 1842 war er Schüler des Conservatoire Royal de Musique in Brüssel, wo er neben Klavierspiel und Dirigieren Komposition bei François-Joseph Fétis studierte. 1851 errang er den ersten Preis im Kompositionswettbewerb des belg. Staates und bereiste anschließend als Stipendiat der belg. Regierung Italien und Deutschland. In Weimar gewann er die Freundschaft Franz Liszts, der ihn 1858 zu seinem Nachfolger als Hofkapellmeister bestimmte. Dieses Amt übte er bis 1895 aus. Er dirigierte u. a. die Uraufführung von Camille Saint-Saëns' Oper Samson und Dalila (1877). L., der seine franz. geprägte musikalische Bildung nie verleugnete, konnte mit seinen eigenen Opern keine bleibenden Erfolge erringen. Erhebliche lokale Bedeutung in Weimar aber gewann seine Bühnenmusik zu beiden Teilen von Goethes Faust in der Einrichtung von Otto Devrient (1876). Große internationale Erfolge hatte L. als Komponist von Liedern für eine Singstimme mit Klavierbegleitung. Aus Elementen der franz. Romanze und Einflüssen der Lieder Liszts bildete er einen durchaus eigenen Liedstil. Die eingängige, klar gegliederte Gesangslinie und die durchsichtige Klavierbegleitung waren vor allem bei den Dilettanten außerordentlich beliebt.|

Auszeichnungen  
Dr. phil. h. c. (Jena 1883).

Werke  
Weitere W u. a. 277 Lieder f. e. Singstimme mit Klavierbegleitung, u. a. auf Texte v. H. Heine, R. Hamerling, F. v. Bodenstedt, P. Cornelius. -Bühnenmusiken zu: Hebbels Nibelungen u. König Ödipus v. Sophokles. - Orchester-Werke: Beethoven-Ouvertüre, 1870; Konzert f. Violine u. Orchester D-dur, 1888.

Literatur  
P. Cornelius, Ausgew. Briefe nebst Tagebuchbll. u. Gelegenheitsgedichten, 2 Bde., 1904 f.; |A. v. Schorn, Das nachklass. Weimar, 1912 (P); F. v. Milde, Ein ideales Künstlerpaar, Rosa u. Feodor v. Milde, 2 Bde., 1918; M. Marx-Weber, Die Lieder E. L.s, in: Hamburger Jb. f. Musikwiss. 2, 1977, S. 147-85 (Verz. d. Lieder); MGG VIII; Riemann.

Portraits  
Phot. in: R. Batka u. W. Nagel, Gesch. d. Musik d. 19. Jh., o. J., S. 222.

Autor  
Magda Marx-Weber
Empfohlene Zitierweise  

Marx-Weber, Magda, „Lassen, Eduard“, in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 673 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118975773.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 13 (1982), S. 673 f.

PND: 118975773
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Index

Lassen, Eduard

Name: Lassen, Eduard
Lebensdaten: 1830 bis 1904
Geburtsort: Kopenhagen
Sterbeort: Weimar
Beruf/Lebensstellung: Komponist; Dirigent
Konfession: jüdisch
Autor NDB: Marx-Weber, Magda
PND: 118975773

Weitere Informationen

Informationsangebote zu

Lassen, Eduard

PND
118975773

Normdaten
Personennamendatei (PND)
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