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NDB-Artikel

<< Blumenthal, Ludwig Otto von     Blumentrost, Laurentius >>

Blumenthal, Oskar

Theaterleiter, Kritiker und Schriftsteller, * 13.3.1852 Berlin, 24.4.1917 Berlin. (israelitisch)


GenealogieLebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Louis, Kaufmann; M Pauline Heilberg; Marie Franke.

Leben  
Blumenthal promovierte in Berlin über Ch. D. Grabbe, dessen Werke und Nachlaß er 1874 herausgab. 1873/74 leitete er die von ihm gegründete „Deutsche Dichterhalle" und in Dresden die „Neuen Monatshefte für Dichtkunst und Kritik". Als Nachahmer P. Lindaus und von diesem empfohlen schuf sich Blumenthal in Berlin die maliziöse Doppelstellung als Rezensent und indirekter Beherrscher der Berliner Bühnen, die ihm ob seines rücksichtslosen Urteils den Beinamen „blutiger Oskar" einbrachte. 1875 bis 1887 war er Kritiker und Leiter des Feuilletons am Berliner Tagblatt. Sein Talent für epigrammatische Satire benützte er zu einer Kritik nach französischem Vorbild, deren stilistische Gewandtheit nach der Art Heinrich Heines in zunehmendem Maße zum Selbstzweck geworden war. 1888-97 wirkte er als geschäftlich gewandter Direktor des Berliner Lessingtheaters. Er mißverstand zwar Ibsen, wie auch Kleist und Grillparzer, führte aber „Baumeister Solneß“ und „Hedda Gabler“ auf und erkannte die theaterwirksamen Fähigkeiten H. Sudermanns. Der von Blumenthal zumeist unter Mitwirkung von E. Pasqué, G. Kadelburg und M. Bernstein u. a. geschaffene moderne Gesellschaftsschwank beherrschte am Ende der 90er Jahre die Bühnen. „Im weißen Rössl“ (1898, mit G. Kadelburg) wurde in der ganzen Welt bekannt und wird noch heute in verschiedenen Bearbeitungen gespielt.

Werke  
Weitere W Allerhand Ungezogenheiten, Skizzen, 1874; Btrr. z. Kenntnis Grabbes, 1877; Von d. Bank d. Spötter, 1884; Theatral. Eindrücke, 1885; Ges. Epigramme, 1890; Bühnenstücke: Der Probepfeil, 1884; Großstadtluft (mit G. Kadelburg), 1891; Die Orientreise, 1892; Hans Huckebein (mit G. Kadelburg), 1897.

Literatur  
C. Wald, O. B. als Kritiker u. dramat. Dichter, 1885; Lit. Echo, 5, 1902, H. 3, S. 199, H. 8, S. 565, 576; E. Claar, O. B., in: Frankfurter Ztg., 2.5.1917; P. Lindau, O. B., in: Neue freie Presse, 1.5.1917; F. Engel, O. B., in: Berliner Tagblatt, 28.4.1917; F. R. Johann, Was die Original-Rösslwirtin erzählt, in: Augsburger Postztg., 1931, Nr. 272; Enc. Jud. IV; DBJ II (Totenliste 1917, W, L); Kosch, Lit.-Lex. I (W, L); Nekrolog z. Kürschner Lit.-Kal. 1901–35, 1936 (W).

Autor  
Karl Richter
Empfohlene Zitierweise  

Richter, Karl, „Blumenthal, Oskar“, in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 333 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118659111.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 2 (1955), S. 333
Erwähnungen: 
NDB 22 (2005), S. 456 in Artikel Sauer, Oskar

PND: 118659111
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Index

Blumenthal, Oskar

Name: Blumenthal, Oskar
Lebensdaten: 1852 bis 1917
Geburtsort: Berlin
Sterbeort: Berlin
Beruf/Lebensstellung: Theaterleiter; Schriftsteller; Kritiker
Konfession: jüdisch
Autor NDB: Richter, Karl
PND: 118659111

Weitere Informationen

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Blumenthal, Oskar

PND
118659111

Normdaten
Personennamendatei (PND)
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