<< Blumenthal, Karl Konstantin Albrecht Leonhard Graf von
Blumenthal, Ludwig Otto von >>
Blumenthal, Hermann
Bildhauer,
* 31.12.1905 Essen, gefallen 17.8.1942 Rußland. (reformiert)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
Aus alter Essener Handwerkerfamilie;
V Hermann, Werkmeister;
M Emilie
Wilh. Eichholz;
⚭ Kassel 1935 Maria Agnes,
T des Reisenden Ernst Scholz und des Maria Nitsche.
Leben ↑
Blumenthal erhielt 1920-24 Steinbildhauerlehre in Essen, die er mit Gesellenprüfung abschloß, und besuchte gleichzeitig die Kunstgewerbeschule als Schüler von J. Enseling. Von den Werken W. Lehmbrucks im nahen Duisburg wurde er stark beeindruckt. 1925-31 erfolgte seine künstlerische Ausbildung auf der Akademie in Berlin als Schüler zunächst von Wih. Gerstel, später von Edwin Scharff, dessen Formensprache wichtiges Medium seiner Kunst wurde. 1931-32 und wiederholt 1936-37 war er in Rom und Florenz, im Sommer 1935 Stipendiat der Akademie in Kassel, die übrige Zeit meist in Berlin, wo er 1940 zum Kriegsdienst eingezogen wurde. In Berlin begegnete er 1936 G. Marcks und L. Kasper, dessen dogmatische, an ägyptischen Vorbildern geschulte Kunst seiner vegetativen Begabung wichtige Impulse gab. 1931 erhielt Blumenthal den großen Staatspreis der preußischen Akademie, 1938 den Corneliuspreis der Stadt Düsseldorf. Sein plastisches Werk hat als Hauptgegenstand die männliche Gestalt, in ihr stellt er, eigener Entwicklung gemäß, in kühnen, unkanonischen Figurationen das menschliche Wesen dar vom beginnenden Selbstbewußtsein bis zur sittlichen Entschlossenheit. Die Entwicklung der plastischen Ausdrucksform entspricht dem inneren Reifeprozeß: am Anfang spröde, stark stereometrisierte Körper, deren ausladende, gratige Gliedmaßen im Raum spannungsvoll verstrebt sind, am Ende schwellend gerundete Körper mit konzentriert symmetrisch zusammengefaßten Gliedern. Die Verteilung der Volumina, die dichte Ober
|fläche und der Gesichtsausdruck sind stets von äußerster Spannung erfüllt.
Werke ↑
Das Werk
B.s,
v. d. ein großer Teil vom Künstler selbst u. durch Bombenangriffe vernichtet wurde (
Phot. z. T. erhalten), umfaßt heute etwa 100 plast.
Arbb. (Figuren, Bildnisse. Reliefs,
z. T. in mehreren Abgüssen), etwa 300 Zeichnungen u. 16 Radierungen. Es ist in allen größeren Museen u. vielen Privatsammlungen d. In- u. Auslandes vertreten.
Literatur ↑
C. G. Heise, in: Die Kunst 40, 1939, S. 340-44;
Werner, in:
Dt. Bildhauer d. Gegenwart, 1940, S. 188-92;
G. Haendler, in: Zeichnungen
dt. Bildhauer d. Gegenwart, 1942, S. 24-27, 147;
Ch. A. Isermeyer, Der Bildhauer H.
B., 1947
(Selbstbildnis);
ders., in: Bildende Kunst 2, 1948, H. 3, S. 20 bis 23;
V. Gasser, in: Weltwoche,
Nr. 778, 8.10.1948;
W. Haftmann, in:
Zs. f. Kunst 3, 1949, S. 274 bis 277;
Ausstellungskat. d. Kestner-
Ges. Hannover, 1949
(Phot.).Autor ↑
Christian Adolf IsermeyerEmpfohlene Zitierweise ↑
Isermeyer, Christian Adolf, „Blumenthal, Hermann“,
in: Neue Deutsche Biographie
2
(1955), S.
331 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118512064.html