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NDB-Artikel

<< Lang, Fritz     Lang, Arnold >>

Lang, Albert

Maler, Graphiker, * 15.11.1847 Karlsruhe, 1.12.1933 München. (evangelisch)


GenealogieLebenAuszeichnungenWerkeLiteraturPortraitsAutorZitierweise

Genealogie  
V Heinrich (* 1818), Kaufm. in K., S d. Heinrich u. d. Caroline Frey; M Katharina Kaufmann; Florenz 1881 Maria Francesca Ludowica (1842–1915), T d. Leonhard Zampis, Kassier am Hoftheater in Wien, u. d. Franziska Dotti; S Leonhard (* 1878), Bildhauer, Maler u. Holzschneider.

Leben  
Nach anfänglichem Architekturstudium in Karlsruhe und Berlin entschloß L. sich auf einer Italienreise, die er 1869/70 aus Gesundheitsgründen unternahm, Maler zu werden. Die damals geschlossene Freundschaft mit C. Schuch gab den Ausschlag für den Berufswechsel. 1870/71 studierte er in München Malerei, wo Hans Thoma in der Folgezeit entscheidenden Einfluß auf L. nahm, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband. Auch Trübner und Leibl traten ihm damals nahe. L. schloß sich in diesem Kreis der realistischen Richtung an, die sich kurz zuvor durchzusetzen vermochte, wobei Gustave Courbet und sein Umkreis nachhaltige Anregungen gaben, und zwar nicht nur in stilistischer Hinsicht, sondern auch in der freiheitlichen Gesinnung, die sich sowohl gegen die Akademie, wie auch gegen die Historienmalerei (C. v. Piloty) wandte. Nach einem kurzen Studium in Karlsruhe (1873) trat L. 1874 mit Thoma eine Italienreise an. Diese gab den zweiten richtungweisenden Impuls für sein Schaffen. Während Thoma bald nach Deutschland zurückkehrte, blieb L. 14 Jahre lang in Florenz. Er gehörte dort dem Künstlerkreis um Hans v. Marées an. Zwar verließ dieser Florenz im folgenden Jahr, doch wurden seine hohe Zucht und die formal-geistige Forderung stilbildend für eine große Schülerschaft. Zu dem Florentiner Kreis gehörten A. v. Hildebrand, K. v. Pidoll, P. Bruckmann, A. Hollaender, C. Fiedler. Auch A. Boecklin stand dem Kreis nahe. Dort war eine der Urzellen einer neu-idealistischen Denk- und Lebensweise, die auch in der Literatur bis etwa 1914 nachweisbar ist. Eine gelöste, freie Lebensform wird in strenge, zuchtvolle Gestaltung gefaßt. Antike Themen verbinden sich mit ital. Folklore (Fischer, Orangenpflücker, Bogenschützen). Statuarisch feste Aktkompositionen fügen sich einer klassischen Landschaft ein, deren abgemessene Räumlichkeit sorgsam auf die Figurenensembles abgestimmt ist. L. ent|wickelte einen eigenen Stil, der die Bestandteile des Münchener Realismus mit den „hellenischen“ Elementen der Florentiner Zeit verbindet und sich auch in den Stilleben, Landschaften und den (nicht sehr zahlreichen) Porträts zeigt. Die Landschaften, insbesondere im druckgraphischen Werk, stehen stilistisch Thoma nahe.|

Auszeichnungen  
1888 kehrte L. nach Deutschland zurück und wurde in Frankfurt/Main ansässig, wo auch Thoma wohnte. Die Freunde führten dort gemeinsam einen Freskoauftrag im Restaurant „Zum Kaiser Karl“ aus (im 2. Weltkrieg zerstört). 1897 zog L. nach München. Ein Augenleiden führte schließlich zu völliger Erblindung.

Werke  
in d. Museen Berlin (Nat.-Gal.), Bremen (Kunsthalle), Frankfurt/M. (Städelsches Kunstinst.), Göttingen (Kunstslg. d. Univ.), Hamm (Städt. Gustav-Lücke-Mus.), Karlsruhe (Staatl. Kunsthalle), München (Bayer. Staatsgem.slgg. u. Städt. Gal. im Lenbachhaus), Wuppertal (Von-der-Heydt-Mus.). - Erinnerungen, in: Süddt. Mhh., H. 30, 1933, S. 426 ff.

Literatur  
H. Thode, Hans Thoma, Des Meisters Gem., 1909; Kat. d. Gedenkausstellung Prof. A. L. Gal. Heinemann, München, 1934; K. Martin, Kat. Wilhelm Trübner u. s. Kreis, Ausstellung Staatl. Kunsthalle Karlsruhe, 1951; Kat. München 1869-1958, Aufbruch z. modernen Kunst, Rekonstruktion d. Ersten Internat. Kunstausstellung 1869, 1958; J. Lauts, Hans Thoma u. s. Kreis, Gem. aus d. Staatl. Kunsthalle Karlsruhe (Ausstellung Stuttgart), 1962; G. Aust u. H.-G. Wachtmann, Von-der-Heydt-Mus. Wuppertal, Verz. d. Handzeichnungen, Pastelle u. Aquarelle, 1965; H. Wille, Kat. Zeichenkunst v. d. Goethezeit b. z. Gegenwart, Kunstslg. d. Univ. Göttingen, 1966 f.; J. Lauts u. W. Zimmermann, Kat. Neuere Meister, Staatl. Kunsthalle Karlsruhe, 2 Bde., 1971; U. Laxner-Gerlach, Gem. d. 19. Jh., Von-der-Heydt-Mus. Wuppertal, 1974; M. Petzet u. R. Gollek, Wilh. Leibl u. s. Kreis, Ausstellungskat. Städt. Gal. München, 1974; H. Wille, Hans Thoma - A. L., Bildnis e. Freundschaft, Städt. Gustav-Lübcke-Mus. Hamm, 1977; ThB.

Portraits  
Selbstbildnisse: 1878 (Staatl. Kunsthalle Karlsruhe); ca. 1885 (Kunstslg. d. Univ. Göttingen); Gem. v. H. Thoma, 1887 (Städt. Gal. im Lenbachhaus München); v. C. v. Pidoll, A. L. als Geiger (Von-der-Heydt-Mus. Wuppertal).

Autor  
Hans Wille
Empfohlene Zitierweise  

Wille, Hans, „Lang, Albert“, in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 528-529 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd119254719.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 13 (1982), S. 528-529
Erwähnungen: 
NDB 23 (2007), S. 621 in Artikel Schuch, Carl

PND: 119254719
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Index

Lang, Albert

Name: Lang, Albert
Lebensdaten: 1847 bis 1933
Geburtsort: Karlsruhe
Sterbeort: München
Beruf/Lebensstellung: Maler; Graphiker
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Wille, Hans
PND: 119254719

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Lang, Albert

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