<< Blücher von Wahlstatt, Gebhard Leberecht Fürst
Blümlein, Barthel >>
Blümelhuber, Michel
Stahlschneider,
* 23.9.1865 Unterhimmel-Christkindl bei Steyr,
† 20.1.1936 Steyr. (katholisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
Aus alter Steyrer Messererfamilie;
V Karl, Säbelschmied;
M Susanne Bednarczik; ledig.
Leben ↑
Blümelhuber wurde 1880 Schüler der Fachschule für Eisen- und Stahlbearbeitung in Steyr, die er mit sehr gutem Erfolg als Messerschmied absolvierte. 1885 machte er sich selbständig; sein Gönner Franz Graf von Lambach, Antiquitätensammler und Maler, verschaffte ihm die Kundschaft des österreichischen Adels. Die Förderung der Stadt Steyr ermöglichte Blümelhuber 1889 eine Reise nach Deutschland, die des Staates die Gründung des Meisterateliers für Stahlschnitt in Steyr 1910, das 1942 aufgelöst wurde. Unter den Schülern, die seine Technik übernommen haben, sind H. Gerstmayr, A. K. Krepzik und H. Köttenstorfer. Durch Ausstellungen in Paris 1900, Wien 1901, London 1902 wurden seine Werke in der Weltöffentlichkeit erstmalig bekannt. - Blümelhuber brachte den seit dem 17. Jahrhundert vernachlässigten Stahlschnitt durch die von ihm entwickelte feine Durchbruchstechnik, den „Ajourschnitt“, auf bedeutende technische und künstlerische Höhe. Er verwendete bei seinen Werken, die fast alle aus einem einzigen Stahlstück hergestellt sind, geometrische und figurale Ornamentik, in der Spätzeit auch Vollplastik. Durch das Erlebnis des 1. Weltkrieges wandelte sich seine Ausdrucksweise, auch in späteren Dichtungen, zu mystisch-symbolischer Bedeutsamkeit.
Werke ↑
u. a. Frühwerke in Lambachschem Besitz; Fürstenbergsches Jagdmesser, Nobel'sche Papierschere, 1899 (G. Aufschläger, Hamburg); Kreuz
v. Kalksburg, 1911; Linzer Domschlüssel, 1924 (Landesmus. Linz); Der Baum d. Erkenntnis. Reliquienkreuz für
St. Stephan, Wien, 1927;
literar. W: Aus d. Werkstatt, in:
Ann. d. Gewerbeförderungsdienstes,
Jg. 2, Wien 1907, H. 2, 3;
Gesch. u. Technik d. Eisenschnittes, in: Wiener Abendpost, 21.4.1903: Das Meisteratelier f. Stahlschnitt in Steyr, Gründungsbericht, Wien 1910; Weltenwende u. Bekenntnisse eines Briefwechsels, Wien 1918; Walhall in Brand, Gedichte, Wien 1921.
Literatur ↑
(z. T. mit Abb.)
E. Leisching, Kunst u. Kunsthandwerk, Wien 1901, S. 73 ff.;
C. Juncker, Meister
B. u. seine Werke, in:
LIZ,
Bd. 131,
Nr. 3416
v. 17.12.1908
(P);
L. Velics, Das Stahlkreuz von Kalksburg, Kalksburg
b. Wien 1912;
E. Kapralik, M.
B., der Stahlschnittmeister in Steyr, Wien
usw. 1924
(P);
R. Sterlike, M.
B., Wien 1926;
Wirtschaftsgesch. d. Landes
Oberösterr.,
hrsg. v d. Kammer d. gewerbl. Wirtschaft, Linz 1952, S. 257-60
(P);
O. Kastner, Eisenkunst im Lande d. Enns, Linz 1954:
ThB (W. L): Kosch, Lit.-Lex. I
(L). - Unveröff. Stud. u. Arbeitsentwürfe B.s b. H. Gerstmayr, Mauthausen/Donau.Autor ↑
Franziska SchmidEmpfohlene Zitierweise ↑
Schmid, Franziska, „Blümelhuber, Michel“,
in: Neue Deutsche Biographie
2
(1955), S.
319
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118511890.html
Blümelhuber, Michel
Name: Blümelhuber, Michel
Lebensdaten: 1865 bis 1936
Geburtsort: Unterhimmel-Christkindl bei Steyr
Sterbeort: Steyr
Beruf/Lebensstellung: Stahlschneider
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Schmid, FranziskaPND: 118511890