<< Lämel, von
Lämel, Leopold Ritter >>
Läm(m)el, Simon Edler
* 28.8.1766 Tuschkau bei Pilsen (Böhmen),
† 18.4.1845 Wien.
Genealogie
| Leben
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V N. N. L., Levit u. Großhändler (Schafzucht, Wollhandel);
M N. N.;
⚭ Prag 1787 Babette Duschenes aus Prag;
Schwager Abraham Löbel Duschenes,
Kaufm. in Prag u.
W.; 1
S, 6
T ,
u. a.|Leopold (s. 2), Therese (
⚭ Hermann Wiener, 1797–1874,
Kaufm., Bankier u.
Inh. e Kattunfabrik in Prag), Elise (
⚭ Salomon Herz,
† 1880, Bankier in Prag, beide
Teilh. d.
Fa. Simon Lämel), stiftete 1856 d. „S.
v. L.sche Lehranstalt“ in Jerusalem, Franziska (
⚭ Leopold Jerusalem Edler
v. Salenfels,
† 1842,
Kattunfabr. in Prag), Karoline (
⚭ Edmund Ebers, 1804–71, Bankier in Berlin), Babette, Hauptgründerin u. Vorsteherin d. Versorgungsanstalt f. arme
isr. Waisen in Prag.
Leben ↑
L. gründete 1787 in Prag ein Großhandels- und Bankhaus, das für die Entwicklung der Tuchmanufaktur in Böhmen eine wesentliche Rolle spielte. Durch geschickte Transaktionen zum Nutzen des
österr. Staates während der
franz. Invasion 1801, 1805 und 1809, vor allem durch Geschäfte mit Salz, Tabak und Artilleriematerial, erwarb
L. ein Vermögen, das er bei Zahlung von Kontributionen sowie Heereskrediten einsetzte und vermehrte. Für seine Verdienste wurde ihm 1812 die Erlaubnis erteilt, in Wien ein weiteres Handelshaus zu errichten. 1813 ernannte ihn Fürst Schwarzenberg zum Armeekommissär und befreite ihn von der Einquartierungspflicht.
L. bemühte sich intensiv um eine Besserstellung seiner jüdischen Glaubensgenossen: 1813 trat er für Abschaffung des Leibzolles in Sachsen ein, bemühte sich gemeinsam mit Eskeles, Arnstein
u. a. mit Hilfe W.
v. Humboldts am Wiener Kongreß um Erlangung der Gleichberechtigung, 1817 erwirkte er einen Nachlaß der böhmischen Judensteuer und gleichzeitig das kaiserliche Versprechen, daß diese gänzlich abgeschafft werde. 1825 gründete er die Prager Sparkasse. Als sich 1831 die vier Hofbankiers weigerten, eine Anleihe in Höhe von 800 000
fl. zum Kurs von 8 Prozent abzuschließen, erklärte sich
L. bereit, diese Anleihe allein zu kontrahieren und stellte 180 000
fl. spontan zur Verfügung, so daß die Anleihe 21 Millionen
fl. erzielte, worauf ihm Kaiser Franz I. in einem Dankschreiben künftige Mitwirkung bei jeder Staatsanleihe zusicherte. Bei den folgenden Anleihen war
L. 1832 mit 480 000
fl., 1833 mit 350 000
fl. und 1835 mit 300 000
fl. beteiligt.
L. trat auch in den
jüd. Gemeinden von Prag und Wien als Wohltäter hervor. Während der Cholera-Seuche 1832 stiftete er Beiträge zum Bau eines israelit. Hospitals in Teplitz, beteiligte sich an der Gründung einer
jüd. Schule in Kolin und unterstützte die Maria Anna Stiftung. Als Verwalter des vormals
k. k. böhm.-
jüd. Steuergefälls zur Ablösung der in sechs aufeinanderfolgenden fahren zu entrichtenden Raten trieb er 150 000
fl. an Ablösegeldern ein.
Autor ↑
Gustav OtrubaEmpfohlene Zitierweise ↑
Otruba, Gustav, „Lämel, Simon Edler“,
in: Neue Deutsche Biographie
13
(1982), S.
400 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd136233619.html
Lämel, Simon
Name: Lämel, Simon
Namensvariante: Lämmel, Simon Edler
Namensvariante: Lämel, Simon Edler
Namensvariante: Lämel, Simon Edler von
Namensvariante: Lämmel, Simon Edler
Lebensdaten: 1812 bis 1845
Geburtsort: Tuschkau bei Pilsen (Böhmen)
Sterbeort: Wien
Beruf/Lebensstellung: Bankier
Konfession: jüdisch
Autor NDB:
Otruba, GustavPND: 136233619