Logo der Deutschen Biographie
schwarzer Menuepunkt Schnellsuche
schwarzer Menuepunkt Erweiterte Suche
roter Menuepunkt Namen A-Z
schwarzer Menuepunkt Aktuelles
schwarzer Menuepunkt Hilfe
schwarzer Menuepunkt Über das Projekt
schwarzer Menuepunkt Impressum

NDB-Artikel

<< Lacy, Franz Moritz Graf von     Ladegast, Friedrich >>

Lade, Eduard Freiherr von (preußischer Adel 1877, Freiherr 1901)

Förderer des Obst- und Weinbaues, * 24.2.1817 Geisenheim/Rhein, 7.8.1904 Geisenheim/Rhein. (evangelisch)


GenealogieLebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Friedrich L. (1783-1866), Weingroßhändler u. Weingutsbes. in G., S d. Christoph Augut, Hofkammerschreiber u. Bes. d. Osthälfte d. Weil|burger Hofs in Wiesbaden, u. d. Juliane Ritzel; M Wilhelmine Siegen (1785–1827) aus Varel; Rietberg Kr. Wiedenbrück 1840 Laura (1821–76), T d. Ludwig Tenge, auf Rietberg usw., u. d. Theodora Morden; 2 S, 2 T (jung ).

Leben  
Nach dem Besuch der Gymnasien in Kreuznach und Saarbrücken lebte L. in Paris und London und bereiste Italien. Die erfolgreiche Führung eines großen Export- und Bankgeschäftes in Hamburg führte 1845 zur Akkreditierung als Generalkonsul für die ital. Staaten bei den Hansestädten. 1853 übersiedelte er nach Paris. Durch die Unterstützung der Unionsstaaten von Nordamerika im Sezessionskrieg gewann er ein großes Vermögen. 1861 ließ er sich in Geisenheim die Villa Monrepos mit 3,5 ha großem Park bauen. Seine Gärten und Obstanlagen erregten im In- und Ausland Bewunderung, die Teilnahme an Gartenausstellungen in Erfurt, Hamburg, Frankfurt und Paris machte L.s Wirken weithin bekannt. 1866 schickte L. elf Kisten ausgewählter Früchte an den preuß. König mit der Bitte, in Geisenheim im Rheingau eine pomologische Hochschule mit Mustergarten zu errichten. Diese Anregung griff der König auf. Sie führte nach anfänglichen Schwierigkeiten am 9.8.1871 zur Gründung der Lehranstalt für Obst- und Weinbau zu Geisenheim. Schon 1869 war L. vom preuß. Minister für Landwirtschaft und Forsten mit der technischen Leitung der einzurichtenden Anlagen betraut worden. Bei der Planung ließ sich L. von namhaften Pomologen aus Deutschland und Belgien beraten. Seine Pläne wurden in Proskau (ehemals Pomologisches Institut im Kreis Oppeln, Schlesien) und Berlin geprüft und genehmigt. Auf seine Anregung wurden die Obstgehölze parkartig aufgepflanzt. Mit der Eröffnung der Lehranstalt am 19.10.1872 gehörte L. deren Kuratorium an. Darüber hinaus hatte er laut ministerieller Verfügung ein Mitbestimmungsrecht bei Anbaufragen. Hieraus erwuchsen Kompetenzschwierigkeiten; L. schied 1880 aus dem Kuratorium aus. Aus nachbarlicher Distanz beobachtete er das rasche Gedeihen seiner Gründung, die indirekt noch immer von seinen Beziehungen – der deutsche Kaiser und Bismarck besuchten ihn – profitierte. Für seine Verdienste (Erhaltung der Rheinlandschaft, Errichtung des Nationaldenkmals auf dem Niederwald, Tierschutz u. a.) wurde L. nobilitiert. Die heutige Forschungsanstalt für Weinbau, Gartenbau, Getränketechnologie und Landespflege, die seinen Namen trägt, ist aus seiner Gründung hervorgegangen. In der ehemaligen Villa Monrepos befinden sich das zur Forschungsanstalt gehörende Institut für Landschaftsbau sowie der Studiengang Landespflege der Fachhochschule Wiesbaden.

Werke  
Der Obst- u. Gartenbau in Monrepos, 1893; Erinnerungen aus meinem Leben, 2 Bde., 1888/1901; Das Problem d. unmittelbaren Ausnutzung d. Sonnenenergie u. ein neuer Vorschlag zu seiner Lösung, 1903.

Literatur  
F. Muth, Führer durch d. Staatl. Lehr- u. Forschungsanstalt …, 31930; Geisenheim 1872-1972, 100 J. Forschung u. Lehre f. Wein-, Obst-u. Gartenbau, 1972 (P); BJ X (Tl.).

Autor  
Helmut Hans Dittrich
Empfohlene Zitierweise  

Dittrich, Helmut Hans, „Lade, Eduard Freiherr von“, in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 382 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd116643668.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 13 (1982), S. 382 f.

PND: 116643668
Artikel drucken

Index

Lade, Eduard Freiherr von

Name: Lade, Eduard Freiherr von
Lebensdaten: 1817 bis 1904
Geburtsort: Geisenheim/Rhein
Sterbeort: Geisenheim/Rhein
Beruf/Lebensstellung: Pomologe
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Dittrich, Helmut Hans
PND: 116643668

Weitere Informationen

Informationsangebote zu

Lade, Eduard Freiherr von

PND
116643668

Normdaten
Personennamendatei (PND)
Virtual International Authority File (VIAF)

Lexika

Bibliothekskataloge und Bibliographien
Bibliotheksverbund Bayern (BVB)

Nachlässe
Kalliope