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Kymli, Franz Peter (Kimli, Kümli, Kümlich, Kemly)
Bildnis- und Miniaturmaler,
* 1748 Mannheim,
† um 1813 Paris.
Genealogie
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| Werke
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Genealogie ↑
⚭ N. N.,
T d. Malers Jean Louis David (1748–1825, s.
ThB).
Leben ↑
K. besuchte in Mannheim die Zeichnungsakademie, wo er 1772 die Goldmedaille errang. Er ging 1775 als Stipendiat des
Kf. Karl Theodor von der Pfalz nach Paris, wo er sein Studium an der Akademie fortsetzte und mit dem Kupferstecher Toh. Georg Wille in Verbindung stand. Bereits 1776 erscheint
K. als Hofmaler („Kabinettsmaler“) und zugleich als Agent des Kurfürsten, in welcher Aufgabe er vermutlich auch bei Bilderkäufen für die Mannheimer Galerie tätig war. Ausstellungen von Bildnissen und Miniaturen
K.s sind 1776 für den Salon du Colisée, 1779-87 für den Salon de la Correspondance bezeugt. Seit 1789 Legationsrat unter dem Gesandten Karl
Gf. v. Sickingen wurde er von Max IV. Joseph bei dessen Amtsantritt 1799 unter Einziehung aller Besoldungen aus den
kf. Diensten entlassen.
K. scheint bis zu seinem Tod in Paris im Faubourg
St. Germain wohnhaft geblieben zu sein, wo er angesehen und – wie der Katalog seiner im Februar 1813 versteigerten Kunstsammlung erweist – vermögend war.
Als Porträtist hat
K. Bildnisse und Miniaturen sowohl von bekannten Persönlichkeiten, darunter Kaiser Josef II. (gestochen von
|C. G. Schutze), als auch von sich, seiner Familie und von Leuten aus dem Volk geschaffen. Sein Können erweist sich exemplarisch in einem frühen, 1772 datierten Bildnispaar
pfälz. Bauern (
Bayer. Staatsgem.slgg.), in dem
K. dem Vorbild der gestochen scharfen Porträtmalerei des Hamburgers Balthasar Denner folgt, von dem er Bildnisse in Mannheim kennengelernt hat. Doch versteht es
K., in diesen für die Zeit ungewöhnlichen, weder auf Reputation noch auf Sentimentalität oder genrehafte Unterhaltung und Anbiederung hin angelegten Bildnissen die Würde einfacher Menschen niederen Standes schlicht und ernst vorzutragen. In dieser Haltung geht
K. über Denner hinaus und antizipiert zugleich das frührealistische bürgerliche Porträt des 19.
Jh. K.s akribische Exaktheit, die auch in Paris (Almanach des Artistes, 1777) gerühmt wurde, und eine solide, koloristisch äußerst sensible Ausführung verraten seine Befähigung zum Miniaturisten.
K. ist auch Lehrer des in Paris wirkenden Emailmalers deutscher Herkunft Carl Christian Kanz.
Werke ↑
Weitere W u. a.
Bildnis d. Kupferstechers J. G. Müller (gest.
v. Tardieu, Pierron u. Levasseur);
Bildnis Pahin de la Blancherie, 1778 (
Mus. Langres);
Kinderbildnisse im Schloßmus. Mannheim u.
German. Nat.mus. Nürnberg.
Literatur ↑
Bellier, in: Revue univ. des arts 20, 1865, S. 410 f.;
Mannheimer Gesch.bll. 27, 1926,
Sp. 45 f.;
H. Tenner, Mannheimer Kunstsammler u. Kunsthändler
b. z. Mitte d. 19.
Jh., 1966;
W. Becker, Paris u. d.
dt. Malerei
v. 1750-1840, 1971;
B. Hardtwig,
Bayer. Staatsgem.slg., Gem.kat. III, 1978, S. 210 ff.;
ThB.
Autor ↑
Hans RiesEmpfohlene Zitierweise ↑
Ries, Hans, „Kymli, Franz Peter“,
in: Neue Deutsche Biographie
13
(1982), S.
356 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd136231225.html