<< Bligger von Steinach
Blittersdorf, Friedrich Landolin Karl Freiherr von >>
Blind, Karl
demokratischer Politiker und Schriftsteller,
* 4.9.1826 Mannheim,
† 31.5.1907 London.
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Johann Adam, Schlitzbürger und Wachsfabrikant in Mannheim, später Wirt „zur Silberburg“ bei Karlsruhe;
M Magd. Nicolaus;
⚭ 1849(?) Friederike Ettlinger aus Karlsruhe, verwiwete Cohen;
S Rud. Blind (1850 bis nach 1915), Kunst- und Bühnenmaler und Schriftsteller in London;
Stief-S Ferdinand Blind-Cohen (
† 1866), Bismarck-Attentäter 1866;
Stief-T Math. Blind-Cohen (1841–96), Dichterin (in englischer Sprache).
Leben ↑
Nach dem Besuch der Gymnasien in Mannheim und Karlsruhe studierte Blind 1844-47 Rechtswissenschaft, mit Ausnahme eines Bonner Sommersemesters (1848) in Heidelberg. Wegen seiner Betätigung in der Heidelberger Studentenschaft, in der Bürgerschaft und in der radikalen Presse im Sinne seiner republikanischen und sozialrevolutionären Überzeugung wurde er zweimal von der Ruperto-Carola verwiesen. In der badischen Revolution 1848 stand er in vorderster Reihe der republikanischen Linken. Nach dem Struveputsch gefangengenommen, ertrug er standhaft die Untersuchungshaft in den Rastatter Kasematten und die über ihn verhängte Kerkerstrafe, von der ihn die Mairevolution 1849 befreite. Als badischer Vertreter der Pariser Gesandtschaft der pfälzisch-badischen Revolutionsregierungen wurde er in Paris verhaftet und ausgewiesen. Über Belgien suchte er Zuflucht in London. Im Kreise der Emigranten spielte er eine angesehene Rolle. Blind wurde mit den Jahren der bedeutendste Vertreter des Deutschtums in England, in Wort und Schrift für die nationalen Erfordernisse seines Vaterlandes mit der gleichen Überzeugungskraft eintretend wie für seine alten republikanischen und sozialen Ideale. Daneben widmete er sich religionsgeschichtlichen und anthropologischen Studien, die zu mehreren Veröffentlichungen mit betont deutscher Einstellung führten.
Werke ↑
u. a. Üb. Staat u. Nationalität, London 1859; “They shall remain together“. An outline of the State of things in Schleswig-Holstein, ebenda 1861; Germany and the Schleswig-Holstein Question, ebenda 1862; Schleswig-Holstein, Poland
|and Italy. ebenda 1864; The Rhine Frontier or Traditional Policy of France since the XV. Century, Glasgow 1870; A Defence of the German Cause, ebenda 1870; Fire-Burial among our Germanic Forefathers, London 1875; Bekenntnisse eines Achtundvierzigers, in: Die Gegenwart 22, 1882; Eine Verteidigung unserer Sage
v. Wieland d. Schmied, in:
Dt. Revue,
Jg. 25, 1900,
Bd. 3; Die
bad.-
pfälz. Gesandtschaft in Paris im J. 1849, in: Gartenlaube,
Jg. 50, 1902,
Bd. 1; Meine Kasemattenhaft in Rastatt, ebenda,
Jg. 54, 1906,
Bd. 2; Homerische Kenntnis d.
german. Nordens, Die Sage
v. d. Zauberin Kirke u. Holda-Hirka, in:
Dt. Revue,
Jg. 32, 1907,
Bd. 1.
Literatur ↑
Verhh. der Freiburger Assisen gegen G. Struve u. C.
B., 1849;
Gerichtl.
Verhh. gegen G. Struve u. K.
B. vor d. Schwurgericht zu Freiburg, 1849;
O. Bielefeld, K.
B. in London, in: März,
Jg. 1 1907,
Bd. 3, S. 354-59;
BJ XII (Totenliste 1907);
F. Lautenschlager, K.
B., in:
Bad. Biogrr. VI/6, 1930, S. 423-29
(L, Qu.).Portraits ↑
Lithogr. in: Portrait- u. Costüm-
Gal. aus d.
bad.-
pfälz. Revolution
v. 1849, 1849 (Bad. Generallandesarchiv Karlsruhe).
Autor ↑
Friedrich LautenschlagerEmpfohlene Zitierweise ↑
Lautenschlager, Friedrich, „Blind, Karl“,
in: Neue Deutsche Biographie
2
(1955), S.
304 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118796569.html
Blind, Karl
Name: Blind, Karl
Lebensdaten: 1826 bis 1907
Geburtsort: Mannheim
Sterbeort: London
Beruf/Lebensstellung: demokratischer Politiker; Schriftsteller
Konfession: keine Angabe
Autor NDB:
Lautenschlager, FriedrichPND: 118796569