<< Kupferberg, Christian Adalbert
Kupffer. >>
Kupferschmidt (Koppersmit, Cypraeus), Paul
Jurist, Historiker,
* 16.4.1536 (Schleswig),
† 2.6.1609 (Schleswig). (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Nikolaus (1508–70), Ratsherr u. 1559
Bgm. v. Schleswig;
M N. N.;
B Hieronymus (
† 1573), 1552 Rektor d. Domschule, vor 1555 Domherr, 1555/56 Archidiakon d. Domstifts, 1567
Prof. f. Hebräisch u. Griechisch, Rektor d. Pädagogiums,
Vf. e. Helmold-Kommentars u. d. Catalogus Episcoporum Slesvicensium (1560) (s.
Jöcher); -
⚭ 1) (
wahrsch.) Oda (Etta),
T d. Eiderstedter Stallers Junge Ivar, 2) 1572 Gertrud,
T d.
Sup. Paul
v. Eitzen (
† 1598, s.
NDB IV); 5
S,
u. a. Nikolaus,
Dr. iur., Hieronymus (
† frühestens 1642),
Lic. iur., 1605 tätig beim Reichskammergericht, 1607 Rat
Kg. Karls IX.
v. Schweden, Philipp (
† 1641/54),
gottorf. Hofbeamter 1623, tätig noch 1641, Historiker (Genealogia Regum Daniae Christianorum et Ducum Slesvicensium antiquorum, 1622),
Joh. Adolf (
† n. 1633), 1618-31 Pastor in Schleswig, 1633 in Köln
kath. konvertiert (s.
ADB IV unter Cypräus).
Leben ↑
K. wuchs in Schleswig in eine zwar kleine, aber in weiträumigen Verbindungen stehende Bildungsschicht hinein. Er studierte Jura und Staatswissenschaften sowie Sprachen: 1554-57 in Löwen, seit 1557 in Leipzig und an
engl. Universitäten, spätestens seit 1563 in Orléans (1563/64 Vertrauensmann der dortigen Deutschen Nation, Promotion 1566). Er wurde in Schleswig Rat
Hzg. Adolfs und erhielt 1568 eine Domherrenstelle. Am Pädagogium hielt er offenbar gerne Juravorlesungen.
K. diente der Diplomatie des in „
span. Bestallung“ stehenden Gottorfer Herzogs mit seinen vielfältigen Kenntnissen und Verbindungen. Ein Angebot, nach Kopenhagen zu gehen, wo angesichts der Krise in den Niederlanden ein Spezialist gesucht wurde, lehnte er 1578 ab. 1583 unternahm er eine Reise zu Philipp II. von Spanien, um die
herzogl. Forderungen aus dem Feldzug von 1572 endlich einzulösen, und verhandelte dann 1584/85 eineinhalb Jahre mit den
span. Stellen in den Niederlanden. Er half trotz Kränkeins seit 1590 mit, die Krise des Gottorfer Staates nach dem Tode
Hzg. Adolfs (1586) zu überwinden, wobei seine in Orléans geschlossene Freundschaft mit A. Huitveld, seit 1586
dän. Kanzler, sich als nützlich erwies. Mit einer Bistumsgeschichte und einer Geschichte der Völker Jütlands setzte sich
K., der sich bewußt war, in einer Epoche des Umbruchs zu leben, ein literarisches Denkmal.
Werke ↑
De connubiorum iure tractatus,
hrsg. v. H. Cypräus
d. J., 1605, 1622;
De origine… Saxonum Cimbrorum, Vitarum et Anglorum,
hrsg. v. dems., 1622;
Ann. Episcoporum Slesvicensium,
hrsg. v. J. A. Cypräus(s), 1634,
dt. Übers. v. F. A. R(einboth)
u. d. T. J. A. Cypräus
hist. Jb. derer im
Hzgt. Schleswig gewesenen Bischöfen, 1725;
Acta Legationis hispanicae, ad Regem Philippum II anno 1583 u. 1584 susceptae, in: J. F. Noodt,
Btrr. z. Erl. d. Civil-, Kirchen- u.
Gel. Historie d.
Hzgt. Schleswig u. Holstein I, 1744;
Commentarius P. C. in Jus Slesvicense recentius,
gedr. K. Ancher, En dansk Lov-
Hist. 2. T., 1776, Tillaeg, S. 19-184.
Literatur ↑
J. de Westphalen, Monumenta inedita Rerum Germanicarum III, 1743, S. 29-45;
H. Glarbo, Danske Studerende i Orleans i Tiden 1560-1618, in: Personalhistoriske Tidskrift 8, 4.
Bd., 1925, S. 155-68;
A. Otto, Die Cypraei Slevicenses u. ihre
Schrr., in:
Zs. d. Ges. f. Schleswig-Holstein. Gesch. 60, 1931, S. 294-347
(mit Verz. u. Kommentar zu d. Schrr.);
G. E. Hoffmann, Die Herzogtümer
v.… 1544-… 1660, in:
Gesch. Schleswig-Holsteins,
hrsg. v. O. Klose, V, 1.
Lfg., 1972, S. 45 f.,
(P);
Dansk Leks. IV, 1890
(unter Cypräus);
Dansk Leks. V
(unter Cypräus). - Eigene Archivstud.
Portraits ↑
Holzepitaph (Schleswig, Dom, Hauptteil mit Fam.bild),
Abb. in: Die Kunstdenkmäler d. Stadt Schleswig II, Der Dom u. d.
ehem. Dombez.,
bearb. v. D. Ellger, 1966;
im Epitaph Aufsatz mit Halbfigurbild,
Abb. b. Klose, S. 46, s.
L.
Autor ↑
Christof RömerEmpfohlene Zitierweise ↑
Römer, Christof, „Kupferschmidt, Paul“,
in: Neue Deutsche Biographie
13
(1982), S.
318
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd124376673.html