<< Blessig, Johann Lorenz
Bleuler. >>
Bletz, Zacharias von (seit 1551)
Dramatiker,
* 13.12.1511 Zug,
† 28.8.1570 Luzern. (katholisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
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Genealogie ↑
V Johannes, Schulmeister in Zug;
M Elisabeth Planier aus Frankfurt.
Leben ↑
Bletz wurde 1533 Bürger in Luzern, ging als Feldschreiber nach Frankreich, lernte Französisch und wurde 1536 deutscher Schulmeister in Luzern. 1540 trat er in den Staatsdienst, wurde 1543 Gerichtsschreiber, 1550 Großrat, 1551 Unterschreiber, 1556 Staatsschreiber und päpstlicher Notar. Bletz beschrieb als erster Paris in deutscher Sprache. Er ist einer der bedeutendsten Dramatiker und Regisseure der Schweiz im 16. Jahrhundert. Drei Fasnachtsspiele sind von ihm erhalten. Der „Markolf“, 1546 auf dem Weinmarkt gespielt, setzt bäuerlichen Mutterwitz gegen humanistische Schulweisheit, „Der Wunderdoktor“, 1565 aufgeführt, ist ein Spottspiel auf Kurpfuscherei und menschliche Schwächen, „Der Narrenfresser“' verschlingt, als höllenkopfartige Riesenfigur, alle Narrheiten. An zwei Tagen wurde 1549 auf dem Weinmarkt sein Spiel vom Antichrist und Weltgericht aufgeführt, eine beachtenswert selbständige Leistung im Stile mittelalterlicher Dramenkunst. Die berühmten Luzerner Osterspiele leitete Bletz 1545 und 1560. Er hat den von Hans Salat übernommenen Text erweitert, ohne wesentlich Neues zu geben.
Werke ↑
u. a. Das Weltgerichtsspiel
v. B.. in: K. Reuschel. Die
dt. Weltgerichtsspiele, 1906; Markolf in: Dramat. Werke,
hrsg. v. E. Steiner, Frauenfeld 1926.
Literatur ↑
R. Brandstetter, Üb. Luzerner Fasnachtsspiele, in:
ZDP 19, 1887, S. 421 ff.;
ders., Die Technik d. Luzerner Heiligenspiele (Weltgericht). in: Archiv f. neuere Sprachen 74, 1885, S. 70 ff.;
Goedeke II, 1886, S. 281, 348;
O. Eberle,
Theatergesch. d. innern Schweiz, 1929;
E. Ermatinger Dichtung u. Geistesleben d.
dt. Schweiz, 1933, S 215-19.
Autor ↑
Oskar EberleEmpfohlene Zitierweise ↑
Eberle, Oskar, „Bletz, Zacharias von“,
in: Neue Deutsche Biographie
2
(1955), S.
300
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd119182076.html