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Blei, Franz (Pseudonym Peregrin Steinhövel, Franziskus Amadeus)
Schriftsteller,
* 18.1.1871 Wien,
† 14.7.1942 New York. (katholisch)
Genealogie
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| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Karl;
M Agnes Kosch;
⚭ Maria Lemann; 2
K ;
Schwager Dr. Carl Lehmann (
⚭ Hope Bridges Adams, 1855–1916, Ärztin in Frankfurt/Main und München, Sozialreformerin,
⚭ 1) 1883-96 Dr. Otto Walther, Arzt in Frankfurt/Main).
Leben ↑
Blei studierte vor allem politische Ökonomie und Literaturgeschichte in Wien, Paris, Bern und Zürich. Früh verkehrte er in marxistischen Zirkeln um Victor Adler und arbeitete an sozialistischen Zeitschriften mit. Er behielt zeitlebens Berührung mit politischen Problemen. So lernte er Lenin kennen, der ihn dann wegen einer 1895 in R. Avenarius', "Vierteljahrsschrift für wissenschaftliche Philosophie" erschienenen Arbeit als „Machist“ in „Materialismus und Empiriokritizismus“ angriff. Um 1900 hielt sich Blei zwei Jahre in den Vereinigten Staaten auf und lebte darauf zumeist in München und Berlin. Intelligenter Essayist, Kritiker, einfühlsamer Übersetzer (
u.a. A. Gide, P. Claudel, O. Wilde, W. Whitman, N. Hawthorne), Herausgeber, Anreger und Schauspieler, war er Verlagsberater Hans von Webers, Georg Müllers, Jakob Hegners und redigierte die Propyläen-Ausgabe der Werke Goethes (1909 ff.). Als Büchersammler gehörte er 1907 zu den Mitbegründern der „Gesellschaft der Münchener Bibliophilen" und übersetzte erstmalig das „Philobiblion“ von Richard de Bury ins Deutsche (1912). Kennzeichnend ist seine Beteiligung an vielen Zeitschriftenunternehmungen. Als stiller Redakteur leitete er den letzten Jahrgang der „Insel“ (1901/02) für Otto Julius Bierbaum und war
u. a. Gründer, Mitbegründer oder Herausgeber folgender Zeitschriften: „Amethyst" (1906), „Opale" (1907), "Hyperion" (mit Carl Sternheim, 1908), „Der Zwiebelfisch" (1909), „Der Lose Vogel"(1912 bis 1913), „Summa" (mit Max Scheler, 1917) und „Die Rettung" (mit Paris von Gütersloh [Kiehtreiber], 1918). Ferner redigierte er René Schickeles „Weiße Blätter“ und ab 1925 den „Berliner Roland“. Blei, der - mit seinen Übertragungen - über fünfzig vielseitig-schillernde Veröffentlichungen hinterließ, blieb stets gleich in geistig-selbständiger Durchdringung der kulturellen, literarischen und politischen Situation. Er schrieb preziös und ist mit seinen Aperçus, Fragmenten, Dichtungen etc. nicht leicht zu fassen, vor allem mit den Werken, in denen er alle Schattierungen von Frauen und Liebe abhandelt. Auf Mallorca lebte er von 1931 bis zum September 1936 und während der Besetzung Frankreichs durch Hitler bis 1940 in Cagnes sur mer bei Nizza. Mit einem amerikanischen Notvisum gelangte er nach den Vereinigten Staaten.
Werke ↑
u. a. Abbé Galiani, 1895; Galianis Dialoge,
hrsg., 1895; Prinz Hippolyt, Essays, 1903; In memoriam O. Wilde, 1904; Novalis, Essay, 1904; De la Sales Fünfzehn Freuden d. Ehe,
dt., 1906;
Dt. Lit.pasquille, 1907; Vermischte
Schrr., 6
Bde., 1911–1913; Die Puderquaste, 1913; Menschl. Betrachtungen
z. Politik, 1916; Bestiarium Literaricum,
d. i.: Genaue Beschreibung Derer Tiere d.
Lit. Dtld.s, verfertigt
v. Dr. Peregrin Steinhövel, 1920; Das große Bestiarium d. modernen
Lit.,
41922; Das Kuriositätenkab. d.
Lit., 1924: Glanz u. Elend berühmter Frauen, 1927; Formen d. Liebe, 1928; Himml. u. ird. Liebe, 1929; Ungewöhnl. Menschen u. Schicksale, 1930; Männer u. Masken, 1930; Erzählung eines Lebens, 1930
(P); Lust d. Kreatur, 1932; Talleyrand. 1933; Zeitgenöss. Bildnisse, 1940.
Literatur ↑
Ph. Funk. F.
B., in: Hochland,
Jg. 16, 1918/19. S. 540 ff.;
Paris
v. Gütersloh, Rede
üb. B. od. d. Schriftsteller in d. Katholizität, 1922;
Th. Haekker, Satire u. Polemik, 1914–20, 1922;
G. K. Brand, Werden u. Wandlung, 1933, S. 115;
B. F. Dolbin, F.
B., in: Aufbau, New York, 17.7.1942;
J. Schirmer. Der
polit. F.
B., in: Zwiebelfisch,
Jg. 25, 1946, H. 2. S. 10;
W. Kraft, Erinnerungen an F.
B., in: Das
Lit. Dtld., 5.9.1951, S. 3;
Wi. IX, 1928;
Kosch, Lit.-Lex. I
(W, L).Portraits ↑
v. M. Oppenheimer, in: W. Michel, M. Oppenheimer, 1911;
Phot. in: Berliner Roland, 1925,
Nr. 8, S. 25, 27.
Autor ↑
Karl H. SalzmannEmpfohlene Zitierweise ↑
Salzmann, Karl H., „Blei, Franz“,
in: Neue Deutsche Biographie
2
(1955), S.
297
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118511653.html