<< Küster, Ernst
Küstner. >>
Küster, William
Chemiker,
* 22.9.1863 Leipzig,
† 5.3.1929 Stuttgart. (evangelisch)
Genealogie
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| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Richard (
* 1823),
Kaufm. in Schöneberg
b. Berlin,
S d.
Kaufm. Gustav Gottlob in
L. u. d. Friederica Charlotte Winckler;
M Ottilie Wigand;
Vorfahre Otto Wigand (1795–1870), Verlagsbuchhändler (s.
ADB 42); -
⚭ Rödichen 1906 Rosa (1882–1965),
T d.
Kaufm. Johannes Albers in Basel u. d. Karoline Zintl; 1
S, 2
T .
Leben ↑
K. studierte zunächst Mathematik und Naturwissenschaften in Tübingen, seit 1882 wandte er sich in Berlin und Leipzig ganz der Chemie zu. 1889 wurde er bei J. Wislicenus in Leipzig mit der Arbeit „Beitrag zur Kenntnis der Chinolylacrylsäure“ zum
Dr. phil. promoviert und war dort im WS 1889/90 als Hilfsassistent tätig. 1890 trat er bei G.
v. Hüfner als Assistent in das
Physiolog.-Chemische Institut der
Univ. Tübingen ein. Die durch Hüfners Blutfarbstoff-Forschungen geprägte Arbeitsrichtung wurde auch für
K.s wissenschaftliche Laufbahn entscheidend. Er habilitierte sich 1896 in Tübingen in Physiologischer Chemie mit einer Arbeit über Hämatin und wurde 1900 zum
ao. Professor ernannt. 1903 ging er als
o. Professor für Chemie an die Tierärztliche Hochschule Stuttgart; wegen der mitübernommenen Lehraufträge in Pharmazeutischer Chemie und Pharmakognosie mußte er sich auch mit dem Lehrstoff für Apotheker vertraut machen. Im kleinen, mangelhaft eingerichteten Laboratorium konnte
K. nur in beschei
|denem Umfang arbeiten, bis man ihn 1913, nach Aufhebung der Tierärztlichen Hochschule, auf einen eigens für ihn geschaffenen
ao. Lehrstuhl für Chemie an die
TH Stuttgart berief. Dort erhielt er 1914 den bei C.
v. Hells Rücktritt freigewordenen
o. Lehrstuhl für Organische und Pharmazeutische Chemie; 1919-26 wurde er in seiner Lehrtätigkeit von
K. H. Bauer unterstützt.
K. befaßte sich bis zuletzt mit dem Blutfarbstoff, dessen Bausteinen und Metaboliten, insbesondere den Porphyrinen und Gallenfarbstoffen. Mit seinen Forschungen über die Blutfarbstoffkomponente Hämatin lieferte er neue Erkenntnisse über Natur und Funktion dieser Stoffklasse: 1906 wies er die Richtigkeit seiner Strukturformel für Hämatinsäure nach, 1914 synthetisierte er letztere, und 1912 stellte er auch für das Hämin eine bis heute gültige Formel (in: Hoppe-Seylers
Zs. f.
Physiolog. Chemie 82, 1912, S. 463-83) auf; Hans Fischer konnte diese angesichts des komplizierten Häminmoleküls großartige Leistung
K.s 1928 weitgehend bestätigen. Zahlreiche Schüler setzten
K.s Forschungen fort, darunter viele Chemiker und Apotheker, die mit Arbeiten über Blut- und Gallenfarbstoffe bei ihm promoviert wurden.
Werke ↑
Btrr. z. Kenntnis d. Hämatins, 1896 (
Habilschr.);
Übersichtsreferate üb. Physiolog. Chemie, in: Meyers
Jber. d. Chemie 1902–06,
üb. Biochemie, in:
Jber. d.
ges. Physiol. 1920-24;
Mitarb.: Abderhaldens
Hdb. d.
biolog. Arbeitsmethoden, 1910-23;
Biochem. Handlex. X, 1923;
Thoms,
Hdb. d. Pharmazie IV, 1925;
Vom
chem. Wesen u. d.
biolog. Bedeutung d. Eiweiß, 1924;
Über d. Blutfarbstoff, 1926;
Unsere organ. Nahrungsmittel im Wandel d. Zeiten, 1929;
100 J. Chemie in Stuttgart u. anderswo,
Festschr. 100 J.
TH Stuttgart, 1929;
üb. 125 wiss. Arbb., u. a. in: Liebigs
Ann. d. Chemie,
Berr. d.
Dt. Chem.
Ges., Hoppe-Seylers
Zs. f.
Physiolog. Chem. -
Menschliches u. Chemisches aus meinem Leben
(Autobiogr.), in: Süddt. Apotheker-
Ztg. 69, 1929.
Literatur ↑
P. Pfeiffer, in:
Zs. f. Angew. Chemie 42, 1929, S. 785-87;
H. Thoms, in:
Berr. d.
Dt. Chem.
Ges. 62, 1929, S. A 59;
P. Brigl,
ebd. 64, 1931, S. A 15-32
(P);
K. H. Bauer, in: J.-
Hh. d.
Ver. f. vaterländ.
Naturkde. Württembergs 85, 1929, S. XLV f.;
Dt. Apotheker-
Ztg. 1960, S. 417 f.;
A. Treibs, Leben u. Werk
v. H. Fischer, 1971;
Pogg. IV-VI.
Autor ↑
Armin WankmüllerEmpfohlene Zitierweise ↑
Wankmüller, Armin, „Küster, William“,
in: Neue Deutsche Biographie
13
(1982), S.
237 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116592761.html