<< Blasius, Ernst Carl Friedrich
Blaspiel. >>
Blaskowitz, Johannes Albrecht
Generaloberst,
* 10.7.1883 Paterswalde (Kreis Wehlau),
† (Freitod) 5.2.1948 Nürnberg. (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Hermann, Pfarrer;
M Marie Kühn (
† 1886);
⚭ 1906 Anna,
T des Architekten Riege aus Libau; 1
S, 1
T.
Leben ↑
Seit April 1916 war Blaskowitz in Generalstabsstellung tätig, und zwar sowohl an der Westfront (Aisne 1916, Schlußkämpfe 1918) und Ostfront (Pripjet-Sümpfe, Riga). Er nahm an der Niederwerfung des Aufstandes in Mitteldeutschland teil, blieb in der Reichswehr und übernahm am 15.1.1938 den Oberbefehl über die Heeresgruppe III in Dresden, deren Truppen im März 1939 in Prag einrückten.
Im Oktober des gleichen Jahres wurde Blaskowitz Oberbefehlshaber Ost und verfaßte im Rahmen einer Befehlsübung in Polen eine später auch in der Öffentlichkeit bekanntgewordene Denkschrift über Ausschreitungen von Partei und
SS im Osten, durch die er sich endgültig die Gunst Hitlers verscherzte. Nachdem er verschiedene hohe Kommandostellen innegehabt hatte, erhielt er am 25.10.1940 den Oberbefehl über die zwischen der Bretagne und den Pyrenäen im Küstenschutz eingesetzte 1. Armee, die er bis 3.5.1944 führte. Als die bevorstehende Invasion die Zusammenfassung der in Südfrankreich stehenden Truppen unter einem einheitlichen Oberbefehl nötig machte, wurde Blaskowitz am 8.5.1944
|zum Oberbefehlshaber der Armeegruppe G ernannt. Die Bezeichnung Armeegruppe war eine ungewöhnliche Zurücksetzung, da die Zusammenfassung von zwei oder mehreren Armeen üblicherweise als Heeresgruppe bezeichnet wurde. Trotz sehr später Erlaubnis zum Rückzug seiner Armeegruppe aus Südfrankreich gelang es Blaskowitz, seine Einheiten in relativ gutem Zustand aus Frankreich heraus an die elsaß-lothringische Grenze zurückzuführen. In Anerkennung dieser Leistung wurde die Armeegruppe G nun in Heeresgruppe umbenannt und erhielt Blaskowitz das Eichenlaub zum Ritterkreuz. Schon 10 Tage später, am 20.9.1944, wurde er jedoch seines Kommandos enthoben. In der Not der immer schwieriger werdenden Lage erfolgte Blaskowitzs erneute Ernennung zum Oberbefehlshaber der Heeresgruppe G am Südflügel der Westfront; er übernahm am 28.1.1945 den Oberbefehl über die Heeresgruppe H am Nordflügel, wo Holland und das Ruhrgebiet bedroht waren. Als Holland abgeschnitten wurde, wurde Blaskowitz am 7.4.1945 zum Oberbefehlshaber der Festung Holland ernannt. Er führte die erfolgreichen Verhandlungen mit den Alliierten über die Versorgung der holländischen Bevölkerung in dem belagerten Land. Im Zuge der Nürnberger Prozesse vor dem amerikanischen Militärtribunal wurde Blaskowitz wegen Kriegsverbrechen im engeren Sinn, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Angriffskrieg sowie wegen seiner Mitgliedschaft im Generalstab angeklagt.
Blaskowitzs Schicksal ist insofern besonders tragisch, als er schon zu Beginn des Krieges in Polen mit Hitler und dem Generalgouverneur Frank in schwere Konflikte geriet. 1940 bei den Feldmarschallernennungen absichtlich übergangen, wurde er nur wider Willen und infolge seiner überragenden militärischen Fähigkeiten immer wieder zur Führung berufen. Blaskowitz glaubte sich diesem Ruf während des Existenzkampfes des deutschen Volkes nicht entziehen zu können, harrte trotz aller Kränkungen auf seinem Posten aus und bewahrte schließlich die holländische Bevölkerung vor dem Hungertode.
Literatur ↑
B. Jacob, Das neue
dt. Heer u. seine Führer, Paris 1936;
T. Taylor, Sword and Swastika, New York 1952.
Autor ↑
Fritz von SieglerEmpfohlene Zitierweise ↑
Siegler, Fritz von, „Blaskowitz, Johannes Albrecht“,
in: Neue Deutsche Biographie
2
(1955), S.
290-291
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd119093480.html
Blaskowitz, Johannes
Name: Blaskowitz, Johannes
Namensvariante: Blaskowitz, Johannes Albrecht
Lebensdaten: 1883 bis 1948
Geburtsort: Paterswalde (Kreis Wehlau)
Sterbeort: Nürnberg
Beruf/Lebensstellung: General
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Siegler, Fritz vonPND: 119093480