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Bittner, Alexander >>
Bittner, Ludwig
Historiker und Archivar,
* 19.2.1877 Wien,
† 3.4.1945 Wien (Selbstmord). (katholisch)
Genealogie
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| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
B Julius s. (1);
⚭ Maria Kindlinger (
† 3.4.1945, Selbstmord), aus Salzburger Kaufmannsfamilie; 2
T.
Leben ↑
Nach seiner Ausbildung im Institut für österreichische Geschichtsforschung unter E. Mühlbachers Leitung, bei G. Schmoller in Berlin und bei G. von Below in Marburg/Lahn, die ihn zu wirtschaftsgeschichtlichen Studien anregte, trat Bittner im Juli 1900 in das Haus-, Hof- und Staatsarchiv ein. Die Frucht seiner Bearbeitung und Herausgabe der österreichischen Staatsverträge der Neuzeit in Regestenform (1903–17) war das Buch „Die Lehre von den völkerrechtlichen Vertragsurkunden“ (1924), mit dem Bittner zu einem Begründer des hilfswissenschaftlichen Zweiges der Diplomatik der neueren Geschichte wurde. Die Rettung der österreichischen Archivbestände in der dem Zerfall der Habsburger Monarchie folgenden Auseinandersetzung mit den Nachfolgestaaten war zum nicht geringen Teil sein Verdienst. Mit der gleichen Sachkenntnis stellte er sich in die vorderste Reihe der deutschen Historiker, die den Kampf gegen die einseitige Belastung der Mittelmächte mit der Schuld an dem Ausbruch des ersten Weltkrieges aufnahmen. Seit 1926 als Generalstaatsarchivar mit der Leitung des Haus-, Hof- und Staatsarchivs betraut und im Sommer 1941 als Direktor an die Spitze der unter dem Namen „Reichsarchiv Wien“ zusammengefaßten österreichischen Zentralarchive berufen, führte Bittner das Wiener Staatsarchiv in wissenschaftlicher und organisatorischer Hinsicht auf die Höhe internationalen Ansehens. Zeugnis dafür sind die, teils im Verein mit seinem auserlesenen Beamtenkörper, teils mit Kollegen der Wiener Universität herausgegebenen Gemeinschaftsarbeiten, angefangen von den „Reichsregisterbüchern Kaiser Karls V." (1913 bis 1930) über „Österreich-Ungarns Außenpolitik 1908-14" (1930) bis zu den monumentalen „Inventaren des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs“ (1933-40), dem „Repertorium der diplomatischen Vertreter aller Länder“ I (1936) und dem seiner Initative entsprungenen Wiener Quellenwerk zur reichsrechtlichen Stellung des burgundischen Kreises (1944/45).
Werke ↑
Weitere W s.
DW;
ferner: Die Beurkundung d. Staatsverträge
zw. Österr. u. Ungarn seit 1867, in:
MIÖG,
Erg.-
Bd. 11, 1928;
Österr.-Ungarn u. Serbien, in:
HZ 144, 1931; Die schwarze Hand. Berliner
Mhh. 10, 1932; Das Eigentum d. Staates an seinen Archivalien nach d.
österr. ABGB, in:
Festschr. f. Nabholz, 1934; Die Verantwortlichkeit Österr -Ungarns f. d. Ausbruch d. Weltkrieges, in:
Österr., Erbe u. Sendung im
dt. Raum,
hrsg. v. J. Nadler u. H.
v. Srbik, 1936;
Österr.-Ungarn u. d.
dt.-
engl. Bündnisverh. im Frühjahr 1898, in: Gesamtdt. Vergangenheit, Festgabe f. Srbik, 1938.
Literatur ↑
Gesamtinventar d. Wiener Haus-. Hof- u. Staatsarchivs I, 1936, S. 14-20;
L. Santifaller, in:
Alm. d. Wiener
Ak. d. Wiss. 95, 1945, S. 183-92;
H.
v. Srbik, in:
HZ 169, 1949, S. 450 f.;
ders., Geist u.
Gesch. vom
dt. Humanismus bis
z. Gegenwart II. 1951, S. 120 f.;
J. K. Mayr, in: Der Archivar, 4, 1951, S. 181 f.
Portraits ↑
Phot., 1912 u. 1929 (Bildarchiv d. Nat.bibl Wien).
Autor ↑
Taras von BorodajkewyczEmpfohlene Zitierweise ↑
Borodajkewycz, Taras von, „Bittner, Ludwig“,
in: Neue Deutsche Biographie
2
(1955), S.
281
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116198230.html