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NDB-Artikel

<< Kroth, Ewald     Krubsacius, Friedrich August >>

Kroyer, Theodor

Musikwissenschaftler, * 9.9.1873 München, 12.1.1945 Wiesbaden. (katholisch)


GenealogieLebenAuszeichnungenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Anton (* 1835), aus Hofberg b. Landshut, Strafanstaltsdir., unehel. S d. Maurers Anton Beitl u. d. Maurers-T Maria Kroier; M Marie (* 1844), T d. Friedrich Pöller, Vorstand d. Hofbräuhauses in M., u. d. Maria Hüber; Anna Stockbauer ( 1961).

Leben  
Nach kurzem Studium der Theologie studierte K. seit 1893 an der Akademie der Tonkunst bei J. Rheinberger Kontrapunkt und Komposition und an der Universität Musikwissenschaft bei A. Sandberger. 1897 wurde er mit einer Arbeit über „Die An|fänge der Chromatik im ital. Madrigal des 16. Jh.“ promoviert (gedr. 1902), die deutlich von den Forschungen seiner Lehrer beeinflußt ist. 1897-1910 war K. in der Nachfolge von Max Zenger Musikreferent der Allgemeinen Zeitung, München. Er hat früh die Bedeutung Max Regers erkannt und ist als Kritiker unermüdlich für ihn eingetreten. Reger war ihm ein Beispiel für die glückliche Synthese überlieferter und moderner musikalischer Tendenzen. – K. habilitierte sich 1902 an der Univ. München mit einem Thema aus dem 16. Jh., „Ludwig Senfl und sein Motettenstil“. 1907 wurde er ao. Professor und kam 1920 an die Univ. Heidelberg als erster Inhaber eines dort neu eingerichteten musikwissenschaftl. Lehrstuhls, dem er in kurzer Zeit Profil verlieh. 1923 ging K. an die Univ. Leipzig. Den dortigen Lehrstuhl baute er durch die Angliederung der Heyerschen Instrumentensammlung aus Köln, die auf seine Initiative 1925 durch den sächs. Staat erworben wurde, sowie durch die Vereinigung des Instituts mit dem staatlichen Forschungsinstitut und der Sammlung im Grassi-Museum zu einem musikwissenschaftlichen Zentralinstitut aus. Von Leipzig aus begründete K. 1925 die Reihe „Publikationen älterer Musik“, die nur in den Anfängen realisiert werden konnte. Seit 1932 war er bis zur Emeritierung 1938 Ordinarius in Köln, wo seine Tätigkeit durch zunehmende Krankheit und nach 1933 auch durch die politischen Verhältnisse beeinträchtigt war. - In seinen wissenschaftlichen Arbeiten stand K. mit seinen intensiven Quellen- und Archivstudien stets der Münchener musikwissenschaftlichen Schule nahe. Er widmete seine Untersuchungen besonders den Phänomenen der „Chromatik“ und der „Reservata“. Die ihm tief vertraute niederländ.-ital. Musik des 16. Jh. interpretierte er als epochalen Ausdruck der Renaissance. Nach dem Vorbild der Kunstgeschichte, die den Eigenwert der Farbe für die Malerei der Zeit entdeckt hatte, wurde K. in späteren Jahren besonders auf die Idiomatik der Klangfarben für das Verständnis der älteren Musik und ihrer Gehalte aufmerksam. Ihm kommt das Verdienst zu, die traditionelle musikhistorische Betrachtungsweise durch einfühlende Beobachtungen ergänzt zu haben.|

Auszeichnungen  
Neben den literarischen Arbeiten hat K. auch Kompositionen verfaßt, darunter Symphonien, Quartette, Klavierstücke, von denen nur wenige gedruckt wurden.

Werke  
J. Rheinberger, 1906; W. Courvoisier, 1928; Senfl. Ges.ausgabe I, 1903; Der vollkommene Partiturspieler, 1930. - Hrsg.: M. Zenger, Gesch. d. Münchener Oper, 1923; M. Weber, Die rationalen u. soziolog. Grundlagen d. Musik, 1921.

Literatur  
H. Zenk u. a., T. K.-Festschr. z. 60. Geb.tag, 1933 (P); ders., in: Musikforschung 1, 1948, S. 81-91; W. Gerstenberg, in: Rhein. Musiker II, 1962, S. 49-52; MGG VII (W, L); Riemann u. Erg.bd. (W, L).

Autor  
Walter Gerstenberg
Empfohlene Zitierweise  

Gerstenberg, Walter, „Kroyer, Theodor“, in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 92 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd116558784.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 13 (1982), S. 92 f.
Erwähnungen: 
NDB 22 (2005), S. 416 in Artikel Sandberger, Adolf
NDB 22 (2005), S.  697 in Artikel Schering, Arnold

PND: 116558784
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Index

Kroyer, Theodor

Name: Kroyer, Theodor
Lebensdaten: 1873 bis 1945
Geburtsort: München
Sterbeort: Wiesbaden
Beruf/Lebensstellung: Musikwissenschaftler
Konfession: katholisch
Autor NDB: Gerstenberg, Walter
PND: 116558784

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Kroyer, Theodor

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116558784

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