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NDB-Artikel

<< Halban, Hans von     Halbax, Michael Wenzel >>

Halban, Josef von (österreichischer Adel 1917)

Mediziner, * 10.10.1870 Wien, 23.4.1937 Wien. (israelitisch, seit 1890 katholisch)


GenealogieLebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Philipp Blumenstock, seit 1893 Halban (* 1840), aus Krakau, Hutfabr.; M Anna Damask; Ov Leon (früher Blumenstock) (1838–97), Prof. f. Gerichtl. Med. in Krakau (s. ÖBL); Vt Alfred (1865–1926), Prof. d. Rechtsgesch. in Lemberg, Landtagsabg. f. Galizien (s. ÖBL), Hans (s. 1); - 1910 Selma Kurz (1874–1933), Hofopernsängerin in W., T d. Kaufm. Wilh. Kurz in Bielitz/Galizien u. d. Ernestine Matzner; 1 S , 1 T , u. a. Desirée, Sängerin.

Leben  
Halban wurde in Wien 1894 zum doctor medicinae promoviert. Seine Ausbildung führte ihn über die interne Klinik (Nothnagel), die chirurgische Klinik (Albert) und das pathologisch-anatomische Institut (Weichselbaum). Eine Studienreise nach Paris zu dem Urologen Guyen und dem Chirurgen Péan folgte. Im Institut Pasteur in Paris widmete er sich unter Metschnikoff bakteriologischen Fragen. Seine gynäkologische Ausbildung erfuhr er unter Schauta in Wien. – 1903 erhielt er die Venia legendi für Geburtshilfe und Gynäkologie, 1909 den Titel eines außerordentlichen Professors. Im gleichen Jahr wurde er mit dem Primariat der gynäkologischen Abteilung des Krankenhauses Wieden betraut, das er bis zu seinem Ende innehatte. Nach dem Tode Pehams leitete er dessen verwaiste Klinik und wurde auch im Besetzungsvorschlag genannt. In der Klinik Schauta wandte sich Halban Fragen der inneren Sekretion zu. Er erkannte, daß die von den Eierstöcken ausgehende trophische Wirkung und die Zusammenhänge zwischen Ovarien und Menstruation nicht die Antwort auf einen Nervenreiz sind, sondern auf einem hormonalen Vorgang beruhen. Den|Keimdrüsen schrieb er eine rein protektive Tätigkeit zu. Er sprach als erster von einer inneren Sekretion der Placenta. Ein Schwangerschaftszeichen trägt seinen Namen. – Halbans anatomische Arbeiten sollten der Verbesserung der Operationstechnik dienen, so sein Beitrag über „Anatomie und Aetiologie des Genitalprolapses beim Weibe“ (1907, mit J. Tandler). Dem Grenzgebiet zur Urologie galten zwei Arbeiten über die Topographie des weiblichen Ureters. – Mit L. Seitz schuf er das „Handbuch der Biologie und Pathologie des Weibes“ (1924-29), für das er die allgemeine Symptomatologie und Diagnostik in der Frauenheilkunde (Band II, 1924) bearbeitete. Aus seiner wissenschaftlichen Frühzeit sind serologische Arbeiten zu nennen, von denen er einige, die schon für die Blutgruppenforschung wesentlich waren, mit dem späteren Nobelpreisträger K. Landsteiner verfaßte.

Werke  
Weitere W u. a. Agglutinationsversuche mit mütterl. u. kindl. Blut, in: Wiener klin. Wschr. 13, 1900, S. 545-48; Über d. Unterschiede d. fötalen u. mütterl. Blutserums u. üb. e. agglutinations- u. fällungshemmende Wirkung d. Normalserums, in: Münchner med. Wschr. 49, 1902, S. 473 (mit K. Landsteiner); Innersekretor. Fragen in d. Gynäkol., ebd. 68, 1921, S. 1314-17; Zur Frage d. Präcipitationsvorgänge, in: Zbl. f. Bakteriol., 1. Abt., Bd. 32, 1902, S. 457 f. (mit dems.); Die innere Secretion v. Ovarium u. Placenta u. ihre Bedeutung f. d. Function d. Milchdrüse, in: Archiv f. Gynäkol. 75, 1905, S. 353-441; Zur Lehre v. d. Menstruation (Protektive Wirkung d. Ovariums auf Brunst u. Menstruation), in: Zbl. f. Gynäkol. 35, 1911, S. 1585-91; Biol. u. Pathol. d. Weibes, 1929 (mit L. Seitz); Gynäkolog. Operationslehre, 1932.

Literatur  
R. Köhler, in: Zbl. f. Gynäkol. 61, 1937, S. 1457-66 (W-Verz., P); W. Latzko, in: Wiener med. Wschr. 87, 1937, S. 626; W. Weibel, in: Wiener klin. Wschr. 50, 1937, S. 914; Ber. üb. d. Studienj. 1936/37 d. Univ. Wien, S. 33; M. M. Fabião, in: Revista de ginecologia e d'obstetrícia 31, Rio de Janeiro 1937, S. 354-57; E. Fels, in: Revista des cirurgía 16, Buenos Aires 1937, S. 363-65; E. Weber, in: Revue française de gynécologie et d'obstétrique 32, Paris 1937, S. 610 f.

Autor  
Marlene Jantsch
Empfohlene Zitierweise  

Jantsch, Marlene, „Halban, Josef von“, in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 530 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd128682582.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 7 (1966), S. 530 f.
Erwähnungen: 
NDB 13 (1982), S. 337*
NDB 22 (2005), S. 596 in Artikel Schauta, Friedrich

PND: 128682582
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Index

Halban, Josef von

Name: Halban, Josef von
Lebensdaten: 1870 bis 1937
Geburtsort: Wien
Sterbeort: Wien
Beruf/Lebensstellung: Mediziner
Konfession: jüdisch; katholisch
Autor NDB: Jantsch, Marlene
PND: 128682582

Weitere Informationen

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Halban, Josef von

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128682582

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