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Bähr, Christian August >>
Bähr, Johann Karl Ullrich
Maler und Schriftsteller,
* 18.8.1801 Riga,
† 29.9.1869 Dresden. (lutherisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Johann Ulrich Bähr, Kaufmann in Riga;
Ur-Gvv George Bähr (s. 1);
⚭ 1) Berlin (?) 1829
T des Kunsthändlers Gasparo Weiß, 2) Riga 23.2.1836 Louise Amalie Kyber; 1
S aus 1), 1
S, 4
T aus 2).
Leben ↑
Zunächst zum Kaufmann bestimmt, konnte Bähr doch 1824 die Dresdner Kunstakademie beziehen, studierte aber bald ausschließlich bei dem Galeriedirektor Friedrich Matthäi, weilte 1827-29 in Italien, wo er mit Thorwaldsen und J. A. Koch, der ihn stark beeindruckte, verkehrte, wirkte anschließend als Porträtist in seiner Heimatstadt und ließ sich 1832 in Dresden nieder, wo er sich besonders der Historienmalerei zuwandte. Der Tod seiner ersten Frau führte ihn 1834/35 wiederum nach Italien, wo er im Umgang mit P. Cornelius, F. Reinhart und H. Vernet neue Anregungen empfing. Danach war er wieder in Riga tätig und von 1836 ab endgültig in Dresden, wo er seit 1840 an der Akademie (1846 Professor) lehrte. Gesuchter Porträtist (C. D. Friedrich, 1836) und Historienmaler der römisch-deutschen Schule, zeitweise dem Klassizismus zugeneigt (Virgil und Dante), dann aber wieder der Düsseldorfer Romantik und der historischen belgischen Schule anhängend, war Bähr darüber hinaus vielseitig interessiert, insbesondere archäologisch, naturwissenschaftlich und literarisch. Er beschäftigte sich eingehend mit Dante, gehörte in Dresden zum Tieck-Kreis und war mit Julius Mosen nahe befreundet.
Werke ↑
Mitt. aus d. magnet. Schlafleben d. Somnambüle Auguste K. in Dresden, 1843 (mit R. Kohlschütter); Die Gräber d. Liven, 1850; Dantes Göttl. Comödie, Vorträge, 1852; Der animal. Magnetismus u. d. experimentierende
Naturwiss., 1853: Der dynam. Kreis, 2
Bde., 1860–68; Vorträge
üb. Newtons u. Göthes Farbenlehre, 1863; Üb. d. Einwirkung d. Reibungs-Electricität auf d. Pendel, 1870 (mit Vorwort
v. O. Reinhard).
Literatur ↑
ADB I;
K. Bahr, J. K.
B., in:
Jb. d.
dt. Dante-
Ges. 3, 1871, S. 496-500;
W. Neumann, K.
B., in: Neumann, Maler u. Bildhauer d. 19. Jh.s. Riga 1902, S. 53-55
(P nach Phot.);
H. A. Müller-H. W.
Singer II,
Allg. Künstler-
Lex. I, 1899;
ThB.
Autor ↑
Bruno SauerEmpfohlene Zitierweise ↑
Sauer, Bruno, „Bähr, Johann Karl Ullrich“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
519
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116033908.html
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Bähr, Johann Christian Felix >>
Bähr, Johann Karl
Leben
| Autor
| Zitierweise
Leben ↑
Bähr: Johann Karl,
Maler und Schriftsteller, geb. 18. Aug.
1801 zu Riga, † zu
Dresden 29. Sept. 1869, ein
Nachkomme des Rathszimmermeisters Georg Bähr (s. o.), machte seine
künstlerischen Studien in letzterer Stadt. In den Jahren 1827—29,
wie später noch einmal, 1834 und 1835 weilte
B.
in Italien. Von der ersten Reise nach Deutschland
zurückgekehrt, verheirathete er sich in Dresden und ließ sich in
seiner Vaterstadt Riga nieder. Ohne geistige, künstlerische
Anregung daselbst, zog es ihn jedoch bald nach Dresden zurück, wo
er vom J. 1832 an dauernd seinen Wohnsitz nahm. 1840 wurde er zum
Professor an der dortigen Kunstakademie ernannt.
B.
war ein gesuchter Porträtmaler und ebenso wurden seine
Historienbilder beifällig aufgenommen. Durch Nachbildung ist seine
Darstellung der "Wiedertäufer in Münster" weiten Kreisen bekannt
geworden, ein Gemälde, welches der sächsische Kunstverein erwarb;
ein, zweites größeres Gemälde, "der Tod Iwans des Grausamen" wurde
der Dresdner Galerie einverleibt. Empfänglichen und regen Geistes,
liebte
B.
neben der Malerei die Dichtung und ebenso fühlte er
sich zur wissenschaftlichen Forschung hingezogen. Als junger
Künstler pilgerte er nach Weimar zu Goethe, auch eine Begegnung
mit Platen in Italien machte auf ihn tiefen Eindruck, in Dresden
gehörte er dem Tieck'schen Kreise an und innige Freundschaft
verband ihn mit dem Dichter Mosen. Von seinem wissenschaftlichen
Sinne zeugen folgende Schriften: "Die Gräber der Liven" (1850),
ein Bericht über die von ihm 1846 vorgenommenen Ausgrabungen
nordischer Alterthümer in Livland; "Vorträge über Dante's
göttliche Komödie" (1853); "Vorträge über Newton's und Goethe's
Farbenlehre" (1863); "Der dynamische Kreis" (1860—68), eine
naturwissenschaftliche Arbeit, die ihn während der letzten zehn
Jahre seines Lebens fast ausschließlich beschäftigte. Nach seinem
Tode erschien noch, als eine Ergänzung jenes größeren Werkes, mit
einem Vorwort des Dr. Reinhard, die kleine
Schrift: "Ueber die Einwirkung der Reibungs-Electricität auf den
Pendel" (1870).
Autor ↑
C. Clauß.
Empfohlene Zitierweise ↑
Clauß, Carl, „Bähr, Johann Karl“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
769
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116033908.html?anchor=adb
Bähr, Johann Karl
Name: Bähr, Johann Karl
Namensvariante: Bähr, Johann Karl Ullrich
Namensvariante: Baehr, Johann Karl
Namensvariante: Behr, Johann Karl
Namensvariante: Behr, Johann Karl
Namensvariante: Bähr, Johann Karl Ulrich
Lebensdaten: 1801 bis 1869
Geburtsort: Riga
Sterbeort: Dresden
Beruf/Lebensstellung: Maler; Schriftsteller
Konfession: lutherisch
Autor NDB:
Sauer, BrunoAutor ADB:
Clauß, CarlPND: 116033908